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Karlsruhe Kombi-News: Kriegsstraße ist der Ort des Geschehens, immer mehr Haltestellen erhalten ihr endgültiges Aussehen

Karlsruhe wird im großen Stil umgebaut: Was 2010 mit dem Spatenstich auf dem Europaplatz begann, ist nun, über acht Jahre später, auf der Zielgerade. Das berichtet zumindest die Karlsruher Schienen-Infrastrukturgesellschaft (Kasig) in einer Pressemeldung. Dort wird der Stand der einzelnen Baustellen beschrieben.

Beim Umbau der Kriegsstraße mit einer oberirdischen Gleistrasse und einem darunter liegenden Autotunnel werden in den Baufeldern O 3 und O 4 Fahrbahnen auf der Südseite der Kriegsstraße zwischen Ettlinger Tor und Mendelssohnplatz gebaut: Hier fahren ab 6. Dezember die Autos teilweise über der Baugrube, während darunter am Tunnel gearbeitet wird. In diesen Baufeldern beginnt in wenigen Tagen auf der Nordseite auch die Vorbereitung für die Verlegung des Autoverkehrs ganz an den bereits zu Beginn dieses Jahres hergestellten Gehweg.

Kombi-News 23.11.2018
Verlegt: Autos fahren zwischen Ettlinger Tor und Mendelssohnplatz ab Dezember an den äußersten Rändern der Kriegsstraße. | Bild: Kasig

Ab Freitag, 30. November, kann daher in diesem Abschnitt zwischen Mendelssohnplatz und Ettlinger Tor nicht mehr am Fahrbahnrand geparkt werden. Bereits Anfang Dezember beginnen hier die Vorarbeiten für das Herstellen von Bohrpfählen und Schlitzwänden, die die Baugrube gegen seitlich eindringendes Grundwasser abdichten und dann auch als rückseitige Schalung für die Tunnelwand dienen.

Kombi-News Ludwig-Erhard-Allee
Schräg: In der Ludwig-Erhard-Allee entstehen die Rampen vor dem Portal des Autotunnels Kriegsstraße. | Bild: Kasig

Im Baufeld O 2, das sich östlich und westlich vom Mendelssohnplatz erstreckt, werden im westlichen Bereich Anker gebohrt und gespannt, während im östlichen Bereich noch die Dichtwand hergestellt wird und auch bereits der Erdaushub bis zur ersten Ankerlage begonnen hat. In den ausgehobenen Bereichen werden die Lanzen in den Boden eingebracht, über die später Weichgel, das das Eindringen des Grundwassers von unten in die Baugrube verhindert, in die Tiefe injiziert wird.

Kombi-News
Oben Straße, unten Tunnelbau: Auf der betonierten Fläche zwischen Meidinger und Adlerstraße entstehen provisorische Fahrbahnen, darunter der Autotunnel. | Bild: Kasig

Im Baufeld W 3 zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße laufen die Arbeiten ähnlich jenen östlich und westlich vom Mendelssohnplatz: Bis zu 20 Meter tief ins Erdreich reichende Bohrpfähle entstehen, Lanzen - durch die später Weichgel injiziert wird – werden in das Erdreich unter der zukünftigen Tunnelbaugrube eingebracht, sobald der Erdaushub bis zur ersten Ankerlage erfolgt ist. Zudem werden im Zuge des Aushubs der Baugrube die Reste der früheren Straßenunterführung Ettlinger Tor, die vor etwas mehr als 50 Jahren aus Stahlbeton hergestellt wurde, abgebrochen.

Ausbau für taktile Leitstreifen und Rolltreppen läuft

Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels arbeiten die Handwerker Schritt für Schritt oder besser: Gewerk für Gewerk ihre lange Auftragsliste ab. Am deutlichsten zu sehen ist der Innenausbau bei der Verkleidung der Haltestellen mit den hellen Betonwerksteinen. So werden in der Haltestelle Durlacher Tor die Böden der beiden Bahnsteige sowie die Wände mit den bis zu 70 Kilogramm schweren Platten belegt.

Kombi-News 23.11.2018
Hohe Präzision: Für die Unterkonstruktion der Haltestellenauskleidung werden in der Haltestelle Lammstraße die Befestigungspunkte gekennzeichnet. | Bild: Kasig

In die Bodenplatten integriert wird der in schwarz gehaltene Streifen des taktilen Leitsystems, der sehgeschädigte Fahrgäste sicher zu den Bahnen und umgekehrt zu Aufzügen, Rolltreppen, auf die Zwischenebenen und letztlich auch zu den oberirdischen Haltestellenausgängen führt.

Kombi-News 23.11.2018
Kugelstrahlen: Der Bahnsteigbeton in der Haltestelle Marktplatz wird abgestrahlt und mit einem Schutzanstrich versehen. | Bild: Kasig

Für Wandverkleidung müssen Halterungen angebracht werden

In der Haltestelle Durlacher Tor werden die Bodenplatten teilweise bereits verfugt, in der Haltestelle Kronenplatz ist einerseits schon die Bahnsteigkante mit den Steinen belegt, andererseits wird an den Wänden noch die Unterkonstruktion aus senkrechten und waagrechten Edelstahlstreben montiert. In der Haltestelle Lammstraße werden derzeit die Befestigungspunkte für die Verschraubung der Unterkonstruktion auf den Rohbauwänden gekennzeichnet.

Die Zahl der montierten Fahrtreppen und Aufzüge wächst: Im Durlacher Tor und in der Haltestelle Kronenplatz werden die komplett zusammengesetzt angelieferten Teile montiert, oben auf dem Europaplatz entstehen die "Mundhäuser", in denen die Aufzüge an der Oberfläche enden. In der Haltestelle Lammstraße wird die Montage der Fahrtreppen und Aufzüge vorbereitet: Die Aussparungen im Betonrohbau, in denen die Antriebe untergebracht werden, erhalten einen ölfesten Anstrich.

Ettlinger Tor im Rohbau endlich fertig 

Arbeiten am endgültigen Aussehen heißt es auch für den Handwerker, der mit dem "Stocken" beschäftigt ist: Der größte Teil der Betonwände der Treppenabgänge und der Zwischenebenen ist inzwischen aufgeraut. In den Haltestellen Marktplatz und Lammstraßen sind dagegen noch einige Quadratmeter zu bearbeiten – und natürlich in der Haltestelle Ettlinger Tor, deren Rohbau zuletzt fertiggestellt werden konnte.

Später nicht auf Anhieb erkennbar, aber natürlich von größter Bedeutung ist die Arbeit der Elektriker: So werden derzeit Kabel in den Haltestellen Durlacher Tor und Kronenplatz in die Technikräume eingezogen, in denen dann die Enden in Schaltschränke geführt werden. Parallel zu den Elektroarbeiten erfolgt kontinuierlich in allen Haltestellen der Einbau der Sanitär- und Löschwasserleitung.

Kombi-News 23.11.2018
Lange Leitung: Handwerker legen die Sanitär- und Löschwasserleitungen in alle Haltestellen wie hier in der Lammstraße. | Bild: Kasig

Tunnel mit Rohbau fertig - bald kommen die Details

Die Arbeiter der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Stadtbahntunnel, die den Auftrag für den Rohbau hatten, haben nur noch wenige Arbeiten vor sich: Im Wesentlichen werden kleinere Mängel beseitigt und Restarbeiten vorgenommen, bevor sie sich ganz aus dem Tunnel zurückziehen werden.

Ganz anders, aber bereits mit dem Blick auf die Fertigstellung im Dezember, stellt sich für die Arge Stadtbahntunnel die Oberfläche am Durlacher Tor dar: Inzwischen ist hier gut erkennbar, welche Lage die Fahrbahnen für Autos, die Rad- und die Gehwege haben werden. Im nächsten Monat werden diese Arbeiten beendet – und dann fließt der Verkehr am Durlacher Tor unbeeinträchtigt von Baustellen.

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  •   Bahnnutzer100
    (177 Beiträge)

    26.11.2018 16:08 Uhr
    Oben fahren!
    Nach Fertigstellung der Kombilösung werden viele Linien der neuen U-Bahn Direktverbindungen in die City bieten, aber eben nicht alle. Wer im Bereich der Karlstraße oder in der Südstadt, im Einzugsgebiet der Rüppurrer Straße wohnt, hat keine Möglichkeit umsteigefrei zum Marktplatz zu kommen. Die Bahnen aus der Karlstraße biegen alle am Europaplatz in Richtung Westen zum Mühlburger Tor ab, und die Bahnen aus der Rüppurrer Straße/Fritz-Erler-Straße biegen am Kronenplatz in Richtung Osten zum Durlacher Tor ab. Wer zum Marktplatz, also zum Stadtzentrum will, muss von der Straßenbahn in die U-Bahn umsteigen. Das ist unattraktiv, weil die Umsteigewege lang sind und außerdem viel Reisezeit verloren geht.
    Dies gilt wahrscheinlich auch für die Waldstadt, für Rintheim und für die Nordstadt, denn es ist zu befürchten, dass die Straßenbahnlinien dieser Stadtteile nicht in den Tunnel geführt werden.
    Das heißt, dass eine oberirdische Straßenbahn in der Kaiserstraße die ideale Ergänzung wäre.
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  •   dipfele
    (4958 Beiträge)

    28.11.2018 08:32 Uhr
    Ja dann macht doch.....
    … was. Z.B. eine Petition !!
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  •   udoh
    (1727 Beiträge)

    26.11.2018 11:30 Uhr
    Infos zum Unfall gestern an der Rampe beim Durlacher Tor
    Feuerwehr, Kranwagen, Rettungswagen, Notarzt... das "große Besteck" Stadteinwärts an U-Strab-Rampe beim Durlacher-Tor?
    Gibt es Infos dazu?
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  •   likeka
    (373 Beiträge)

    26.11.2018 22:18 Uhr
    Marktplatz
    Das gleiche war neulich am Marktplatz am Abgang vor der Stadtkirche. Also auch mit Kranwagen, etc.
    Also entweder passiert in letzter Zeit öfter was, oder die Feuerwehr ist am üben.
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  •   mueck
    (10037 Beiträge)

    26.11.2018 22:47 Uhr
    !
    Kranwagen kann auch das Einhängen von Rolltreppen bedeuten.
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  •   likeka
    (373 Beiträge)

    26.11.2018 23:58 Uhr
    .
    Aber nicht der rote mit der Aufschrift "Berufsfeuerwehr" zwinkern
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  •   IchKA
    (621 Beiträge)

    26.11.2018 10:24 Uhr
    Sehr richtig
    die mangelnde Kapazität der U-Bahn ist ein riesiges Problem dessen man sich hinter den Kulissen im Rathaus sehr bewusst ist. Aber wer will schon nach diesem ganzen Debakel inmitten der Bauphase diese Fass aufmachen? Man darf gespannt sein, wann man die Katze endlich aus dem Sack lässt. Gut denkbar, dass die Schienen letztlich doch nicht aus der Kaisertsraße kommen. Argumentierbar mit: Belebung der Kaiserstraße auch nachts, nur 10% der gegenwärtigen Bahnfrequenz sind doch hinnehmbar, nicht alle Fahrgäste wollen in den Tunnel etc..
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  •   dipfele
    (4958 Beiträge)

    26.11.2018 13:24 Uhr
    Als 2009 Vieregg Rössler....
    …. im Auftrag des BUND die Kapazität des Tunnels untersuchten, kamen die zum Ergebnis, dass so wie geplant nicht alle Bahnen da durch passen würden. Vor allem desshalb nicht, weil die Zulaufstrecken zum Tunnel z.B. Kaiserallee/ Durlacher Allee unfallträchtig sind. Und wenn dann noch so Kinkerlitzchen, wie den "fast nicht sichtbaren Schienenbruch" (VBK) in der westlichen Kaiserstrasse hinzukommen, wo der bahnbetrieb vier Stunden lang unterbrochen war, dann kann man einpacken.
    Die Verwaltung hatte damals (vor Baubeginn) im K-Punkt mit einer wirren Simulation versucht die Untersuchung von Vieregg Rössler zu entkräften. Weil aber offensichtlich die Tunnelkapazität nicht ausreicht, soll jetzt ab Bahnhof Durlach über den Südostaue-Park und Ludwig- Erhard-Allee_Kriegsstrasse
    zum Euro die ursprüngliche Planung statt Tunnel) aufgegriffen werden.. Diese Linie hätte zur Entlastung der Kaiserstrasse genügt. Aber Fenrich wollte unbedingt eine strassenbahnlose Flanier + Shoppingmeile.
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  •   mueck
    (10037 Beiträge)

    26.11.2018 15:21 Uhr
    !
    Genauer gesagt funktioniert laut Vieregg-Rößler schon das Liniennetz des Mitfalls (das schon eine Linie weniger unten hat als vor der Buddelei oben!) voraussichtlich nicht richtig, hauptsächlich wegen des Gleisdreiecks. Die zu erwartenden Störungen von außen sind dann das Sahnehäubchen, die das Ganze erst recht kollabieren werden lassen, sind aber nicht direkt die Ursache des Problems.
    Aber Makulatur, aus gut unterrichteten Kreisen weiß man ja, dass man die Versprechungen aus dem Mitfall-Netz wg. Kosten nicht halten kann, was die Linienzahl wohl um eine weitere Linie reduziert, wat'n Glück ...
    Die Linien S31/S32 waren nie Teil des Mitfall-Liniennetzes, sie haben schlichtweg in diesem gefehlt, weil deren altes Konzept mit U-Strab nicht mehr geht. Zur Rettung vor Ausschreibungen muss man sie jetzt doch irgendwie in die City kriegen und das zusätzlich zu den anderen Linien, deren Führung über die Kriegsstr., wenn sie so käme, entlastet gar nix ... Im Gegenteil, falls übers MT weiter ...
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  •   schmidmi
    (1143 Beiträge)

    26.11.2018 11:14 Uhr
    Ich habe es immer vermutet
    dass man die Schienen oben liegenlassen wird grinsen
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