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Karlsruhe Kombi-News: In der Kriegsstraße werden Kampfmittel gesucht

Rund eine Woche nach dem Spatenstich für das zweite Teilprojekt der Kombilösung, dem Kriegsstraßen-Umbau, werden die Baufelder nun auf mögliche Kampfmittel-Reste untersucht. Im Straßenbahntunnel hingegen sind die endgültigen Bauten teilweise zu sehen.

Noch tragen Säulen die Last der Tunneldecke auf sich: Doch die Säulen, die an die oberirdischen Bauwerke am Marktplatz von Friedrich Weinbrenner erinnern, werden nicht die künftige Haltestelle zieren. "Die 14 Primärstützen, die derzeit noch den Deckel der Haltestelle mittragen und von denen jede 40 Meter lang ist, werden ab der kommenden Woche abgebrochen", berichtet die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrer wöchentlichen Statusmeldung.

Statt Säulen wird künftig eine galerieartige Zwischenwand, die die beiden durchgängigen Gleise vom dritten, vor der Pyramide endenden Gleis trennen. Dann wird auch keine Last mehr auf den Schultern der Säulen ruhen, sodass sie im Rahmen des Haltestellen-Baus entfernt werden können.

Der vollständige Abbau der Primärstützen ist im Südkopf der Haltestelle Ettlinger Tor bereits erfolgt: Dort werden jetzt noch die in der Bodenplatte für den Abbruch geschaffenen Öffnungen zubetoniert.

Zwischenwände entstehen in der Haltestelle Durlacher Tor: Hier entsteht später eine Treppe für den Fahrgastzugang zum Bahnsteig. | Bild: Kasig

Auch am Europaplatz sind die Arbeiter beim Erreichen eines wichtigen Etappenziels, so die Kasig weiter. Am letzten Abschnitt der Sohle läuft der Erdaushub bis auf Endtiefe, beim zweitletzten Abschnitt wird die Bewehrung eingebaut – und der drittletzte Abschnitt der endgültigen Sohle ist in der zurückliegenden Woche betoniert worden.

Die blaue Röhre verschwindet aus dem Stadtbild

Wenn dann alle Sohlen betoniert sind und somit die Gefahr eines Wassereinbruchs gebannt ist, verschwindet auch das blaue Rohr, welches derzeit zwischen dem Durlacher Tor und dem Europaplatz verlegt ist. Mit dem Abbau könnte Anfang Juni begonnen werden, heißt es von der Kasig weiter.

Gleichzeitig mit Erdaushub und Sohlenbetonage bauen in der Haltestelle Europaplatz die Arbeiter die Wandschalung als "Fertigelement" auf, die Zug um Zug das Betonieren der Stationswände ermöglicht. In den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz, Durlacher Tor, Marktplatz sowie im Gleisdreieck werden Innenwände und Zwischenwände hergestellt.

Notwege und darin integrierte Kabelleerrohre werden in der Tunnelröhre zwischen Kronenplatz und Durlacher Tor betoniert. | Bild: Kasig

Im Kombi-Bauwerk am Etttlinger Tor wird auf die durch den restlichen Erdaushub freigelegten Schlitzwände Spritzbeton aufgetragen. Danach folgt die Sauberkeitsschicht eingebracht, auf der wiederum die Bewehrung für die endgültige Sohle erfolgt. Die Haltestelle Kongresszentrum hat die Rohbauphase hinter sich – hier beginnt der Innenausbau mit der Montage von Kabelpritschen für die Elektroinstallationen. Anschließend werden die Bahnsteige hergestellt.

Tunnel wird zu einem Viertel mit Beton gefüllt

Nach wie vor laufen Betonagen in drei Abschnitten der Tunnelröhre unter der Kaiserstraße: Zwischen Haltestelle Marktplatz und Kronenplatz wird die Tunnelröhre mit Sohlbeton etwa zu einem Viertel aufgefüllt, denn auf dieser Fläche werden später Schotter und Gleise eingebaut.

In der Tunnelröhre zwischen Kronenplatz und Durlacher Tor unter dem östlichsten Abschnitt der Kaiserstraße werden die seitlichen Notwege betoniert , und zwischen Durlacher Tor und Gottesauer Platz werden im Tunnel und in der Rampe die Kabelleerrohre aufgebaut..

Einem ersten Ziel sehr nah ist unter der Karl-Friedrich-Straße der rückschreitende Sohlvortrieb mit Spritzbetonsicherung des Tunnels auf seinem Weg vom Marktplatz Richtung Ettlinger Tor: Der Nordkopf der Haltestelle Ettlinger Tor wird in diesen Tagen erreicht. Parallel zum Sohlvortrieb wird in das bereits vollständig gesicherte Tunnelprofil die Stahlbetonsohle der Innenschale eingebracht.

Arbeiten an den neuen Gehwegen und Straßen laufen

Am Durlacher Tor endet die Wiederherstellung der Oberfläche. Teile der Flächen werden für den Innenausbau der Röhre und der Haltestellen benötigt. In der Durlacher Allee entstehen auf der Nordseite – der stadteinwärts führenden Fahrbahn - die Fahrbahnränder, die Gehwege zwischen Melanchthon- und Rudolf- beziehungsweise zwischen Rudolf- und Bernhardstraße.

Geräumt von nicht mehr benötigten Maschinen und Containern ist demnächst das Baufeld am Eingang der Kaiserstraße am Durlacher Tor. | Bild: Kasig

In der Ettlinger Straße stehen jetzt ausschließlich Arbeiten an der Oberfläche auf dem Bauplan: Die neuen Fahrbahnen für den „Endzustand“ entstehen, auf der Westseite werden die Gehwege angelegt.

In der Kriegsstraße werden Kampfmittel gesucht

In der Kriegsstraße geht es beim zweiten Teilprojekt der Kombilösung "Straßenbahn in der Kriegsstraße mit Straßentunnel" jetzt mit den Bauarbeiten los: Im am östlichsten gelegenen Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee wurde das Baufeld freigemacht, ein Bauzaun gestellt, der Oberboden abgetragen und, im Bereich des zukünftigen Verbaus, der Asphalt aufgefräst und abtransportiert.

In der nächsten Woche sondieren die Arbeiter das Baufeld auf Kampfmittel. Im Baufeld W2 zwischen Lammstraße und Ritterstraße erfolgt die Verkehrsumlegung, um durch die nach außen gerückten zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung in der Straßenmitte den notwendigen Platz für die Baumaßnahmen zu schaffen. Auch hier starten die Arbeiten zunächst mit Asphaltaufbruch und der Kampfmittelsondierung, nachdem das Baufeld durch einen Bauzaun gesichert ist

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  •   Leergutmafia
    (182 Beiträge)

    29.04.2017 14:29 Uhr
    Das wage ich stark zu bezweifeln
    "Die 14 Primärstützen, die derzeit noch den Deckel der Haltestelle mittragen und von denen jede 40 Meter lang ist, werden ab der kommenden Woche abgebrochen"

    Nie und nimmer sind die 40m lang. Liest man das hier nicht durch, bevor man es online stellt?
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  •   EllyKawuppke
    (69 Beiträge)

    30.04.2017 15:43 Uhr
    Wahrscheinlich Schreibfehler?
    eher vierzehn anstatt vierzig?
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  •   ALFPFIN
    (5731 Beiträge)

    29.04.2017 11:36 Uhr
    Ich könnte mit dem blauen Rohr oben
    besser leben als mit dem U-Sträble unten. grinsen

    Aber jetzt wird uns der Künstler Lüpertz einen Zyklus der biblischen Schöpfungsgeschichte mit 14 Kunstwerken an 7 Haltestellen abbilden.
    Kann man da sagen "Nomen est Omen"?
    Auf jeden Fall werden wir wenig Freude an dem Werk des Künstlers haben, wenn es die Sprayer entdeckt haben.
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  •   mueck
    (9101 Beiträge)

    29.04.2017 09:46 Uhr
    !
    Mit wär's ja wohler, würde das blaue Rohr bleiben, bis auch die Wände fertig sind ...
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