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Karlsruhe Kombi-News: Immer mehr Autotunnel entsteht, Buslinie 10 fährt ab Juli zum Marktplatz

Was passiert im Bahntunnel, was passiert im Autotunnel der Kombilösung? Dafür gibt es das wöchentliche Update der Karlsruher Schienen Infrastrukturgesellschaft (Kasig). Vor allem der Autotunnel nimmt immer weiter an Form an.

Er wird "offen" gebaut – und deshalb waren seit dem Spatenstich bisher nach jeder Betonage nur die Tunnelsohle und auch die Tunnelwände zu sehen. Doch mit jeder Woche entstehen beim Umbau der Kriegsstraße mit einem Autotunnel "unten" und einer neuen Gleistrasse "oben" inzwischen im Baufeld W 2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße auch die einzelnen Abschnitte der Tunneldecke. In dem rechteckigen "Gehäuse" sind die Richtungsfahrbahnen nach Osten und diejenigen nach Westen allerdings auch noch einmal durch eine Stahlbetonwand sicher voneinander getrennt.

Provisorische Fahrbahnen werden gebaut

Gleich westlich anschließend sind die Arbeiter noch nicht so sehr in der Tiefe, sondern eher in der Breite beschäftigt: Im Baufeld W 3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor auf der südlichen und der nördlichen Seite der Kriegsstraße werden provisorische Fahrbahnen hergestellt. Dadurch wird in der Mitte der Kriegsstraße der Platz frei, um mit den Tunnelarbeiten beginnen zu können.

Gleich zwei Großbohrgeräte sind in den Baufeldern O 3 und O 4 zwischen Mendelssohnplatz und Ettlinger Tor im Einsatz: Loch für Loch entsteht eine ausbetonierte Wand, die aus überschnittenen Bohrpfählen hergestellt wird. Diese Wand bildet den Baugrubenverbau und dient später außerdem bei der Betonage der Tunnelwände als rückseitige Schalung. 

Sohlen und Wände der Ein- beziehungsweise Ausfahrtsrampe des östlichen Tunnelportals entstehen im Baufeld O 1 in der Ludwig-Erhard-Allee.

Unteriridische Bahnsteige schon teilweise fertig

Beim Bau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels in der Kaiserstraße mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Karl-Friedrich- und die Ettlinger Straße sehen die Arbeiter dem Ende der Rohbauphase jetzt immer deutlicher entgegen. Unter dem Europaplatz und auch in der Haltestelle Lammstraße legen die Arbeiter Stahlbetonplatten auf die zuvor betonierten Bahnsteig-Vorderkanten und die gemauerten Auflager, um sie danach mit Beton zur Bahnsteig-Oberfläche zu vergießen.

In der Lammstraße werden in Teilbereichen auch noch die Aufnahmen für Elektrokabel und Feuerlöschwasserröhre in den Bahnsteigkörper verlegt – zeitlich vorgezogen ist diese Maßnahme des Innenausbaus mit noch geöffnetem Bahnsteig natürlich einfacher zu bewerkstelligen als bei geschlossener Bahnsteig-Oberfläche.

Kombi-News Bauarbeiten unterirdische Haltestelle
Die bereits aufgelegten Stahlbetonplatten werden unter dem Europaplatz mit Zement zur Oberfläche vergossen. | Bild: Kasig

Maschinen kommen weg: mehr Platz für Innenausbau

Im "Nordkopf" der Haltestelle Ettlinger Tor entstehen noch die letzten Innenwände, eine Zwischenebene und auch die Treppenaufgänge in die Karl-Friedrich-Straße.

Zudem sind einige Kolonnen von Arbeitern mit Restarbeiten beschäftigt: Feuchte Stellen in den endgültigen Stationswänden, an den "Nahtstellen" zwischen Haltestellen und Tunnelabschnitten sowie in den Tunnelröhren werden mit einem schnell härtenden Kunstharz verpresst. Überdies werden auch noch die letzten Reste von übrig gebliebenem Baumaterial und die restlichen Baumaschinen aus der unterirdischen Großbaustelle entfernt, um Platz zu schaffen für die Handwerker des Innenausbaus.

Kombi-News
Betonwand weg: Für die Befestigung der Wandverkleidung in den Haltestellen auf den Stationswänden wird Maß genommen. | Bild: Kasig

Bald ist oben nicht mehr viel zu erahnen

Oberirdisch schließen sich immer mehr Oberflächen, erhalten ihr provisorisches oder wie beispielsweise am Durlacher Tor ihr endgültiges Aussehen:  Die Straßenbauarbeiten an diesem Verkehrsknoten dauern noch bis Jahresende.  Dann werden alle Autofahrbahnen, die Rad- und die Gehwege benutzbar sein – und natürlich auch die Gleise für die Stadtbahnen und Straßenbahnen in ihrer endgültigen Lage liegen.

Der Marktplatz wird dagegen mit einer provisorischen Oberfläche ausgestattet, da die Umgestaltung der "guten Stube" von Karlsruhe mit einer neuen Pflasterung erst im nächsten Jahr beginnen wird. Auf dem Berliner Platz finden aktuell noch Leitungsarbeiten statt.

Marktplatz Karlsruhe ohne Bauzäune
Bild: Lukas Hiegle

Ab Juli mit dem Bus zum Marktplatz

Dem Endzustand nähert sich auch der Bereich rund um das Ettlinger Tor – die Kriegsstraße selbst ist davon wegen ihres Umbaus natürlich noch ausgeschlossen. In der südlichen Karl-Friedrich-Straße und in der nördlichen Ettlinger Straße bauen die Arbeiter an Fahrbahnen, Geh- und Radwegen Im Laufe dieses Monats soll die Kreuzung für den Verkehr zumindest für einige Fahrbeziehungen zur Verfügung stehen. Die Buslinie 10 fährt voraussichtlich ab Anfang Juli direkt über die Ettlinger Straße bis zum Marktplatz.

Der Rohbau geht, der Innenausbau ist bereits da: Der Beton in der Haltestelle Europaplatz wird im Bereich der Treppenabgänge und der Wände der Zwischenebenen aufgeraut. Handwerker sind auch in den anderen Haltestellen und sowie den Tunnelabschnitten mit dem Einziehen von Elektrokabeln in Leerrohre beschäftigt.

Kombi-News Bauarbeiten unterirdische Haltestelle
Zwischen den Arbeitsschritten sind die Vermesser – wie hier unter dem Europaplatz – im Einsatz. | Bild: Kasig
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  •   suedoschtkarle
    (187 Beiträge)

    03.06.2018 10:26 Uhr
    Im Jahr 2020...
    ...beginnt in Karlsruhe das Zeitalter autonom fahrender Elektofahrzeuge.
    Daher der nur einspurige Tunnel. Staus gibt es dann auch nicht mehr,
    da autonom fahrende Fahrzeuge garnicht erst losfahren, wenn es sich
    zu stauen lohnt. Die holen nämlich aus dem Net ihre Informationen und
    planen dann entsprechend.

    Also vertraut auf die Zukunft: Morgens setzt man sich ins Auto, sagt sein Ziel
    (noch die alte Technik, später wird dann direkt durch Gehirnstöme gesteuert)
    und los gehts. Natürlich werden noch weitere 3-5 Personen unterwegs mitgenommen,
    das hat die EU so beschlossen. Na und nach kurzer Pause zur Stauvermeidung
    reiht sich dann das autonom fahrende Fahrzeug ein und man kommt entspannt zur
    Arbeit, wo am Arbeitsplatz schon der autonom arbeitende Klon sitzt. Dann entfaltet
    man seine Zeitung, isst sein Brötchen und geht nach seinen täglichen 2 Arbeitsstunden
    nach Hause.

    Mist - jetzt bin ich aufgewacht und muß mich in meinen Euronorm-1 Diesel mit der
    dunkelroten Plakette setzen!
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  •   bingobongo
    (280 Beiträge)

    04.06.2018 11:21 Uhr
    einspurig?
    wo steht das?
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  •   EroE
    (32 Beiträge)

    05.06.2018 07:45 Uhr
    ...
    schau dir auf der Homepage der Kombilösung doch die Querschnitte an. Zweispurig = Normale Fahrbahn (je eine in beide Richtungen) und Dreispurig = mit Rampe. Es sind zwar noch Standstreifen dabei aber die reichen nicht um zwei vollwertige Spuren zu bauen.

    https://www.diekombiloesung.de/kombiloesung/kriegsstrasse.html
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  •   yuk
    (20 Beiträge)

    02.06.2018 20:51 Uhr
    Juli = September
    Wie wirklich jeder Termin den die Kasig augibt, wird auch dieser nicht zu halten sein.
    Der Bus fährt frühestens im September bis zum Marktplatz.
    Oder kann sich jemand an eine Kasig Frist erinnern, die eingehalten wurde?
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  •   IchKA
    (733 Beiträge)

    02.06.2018 15:13 Uhr
    Auf diesen Kriegsstraßenirrsinn kann man nicht oft genug
    hinweisen. Der Kriegstraßentunnel wird nur einspurig wie auf den Fotos zu sehen.
    Es ist zu befürchten, dass die meisten Karlsruher noch gar nicht realisiert haben, dass es pro Fahrtrichtung dann nur noch eine Fahrspur geben wird, statt wie bisher zwei. Massive Staus werden die Folge sein und nicht nur, wenn bereits die Abzweigungen nach oben den Verkehr nicht mehr aufnehmen können, wenn oben Stau ist und dann im Tunnel einen einzigen Megarückstau verursachen. Das ist jetzt schon zu sehen durch baustellenbedingte Verengungen auf eine Spur. Man fragt sich wirklich, was das für Leute sind, die solche sachfremden Entscheidungen treffen und die Bürger können es ausbaden. Das wird der Verkehrsskandal der 20er Jahre. Die Hoffnung der "Fachleute", dass wegen Dauerstau dann alle auf den Nahverkehr umsteigen wird sich bei diesem Leistungsangebot nicht erfüllen. Schon wieder hat die AVG gerade Probleme wegen Fahrermangel.
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  •   janh
    (435 Beiträge)

    05.06.2018 11:22 Uhr
    Die bisherige Engstelle
    dürfte die Kreuzung am Mendelssohnplatz gewesen sein. Dort hat es durchgehend zwei Fahrstreifen in Ost-West-Richtung und umgekehrt, aber
    - die LSA wird für diese Fahrtbeziehung bestimmt nicht mehr als 50 % der Zeit Grün gezeigt haben, eher weniger, sodass die effektive Kapazität auch nicht mehr als einem kreuzungsfrei befahrbaren Fahrstreifen entspricht
    - der Verkehr aus der Kapellenstraße muss da auch noch mit rüber

    Überschlägig betrachtet sollte also ein durchgehender Fahrstreifen im Tunnel für den Verkehr aus der Ludwig-Erhard-Allee nicht wirklich eine Einschränkung darstellen, und in Gegenrichtung sind ab der Zufahrt Ettlinger Tor ja sogar zwei Fahrstreifen bis zur Ausfahrt geplant.
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  •   IchKA
    (733 Beiträge)

    06.06.2018 13:24 Uhr
    Jahn das ist blanke Theorie
    und ich kenne diese Argumente. Die Verkehrsrealität ist eine andere. Erstens wegen der Rückstaugefahr im Tunnel ohne Ausweichmöglichkeit auf eine benachbarte Spur wie bisher, was den Verkehrsfluss zu Stoßzeiten schon ernorm beeinträchtigt und zweitens wird das Heranfahren vom einspurigen Tunnel an die zweispurige Kreuzung Mendelsohnplatz zu einer weiteren Verlangsamung des abfließenden Verkehrs führen bis sich alle auf die zwei Spuren bzw. auch den Linksabbiegern in die Fritz Erler eingefädelt haben.
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  •   janh
    (435 Beiträge)

    06.06.2018 13:50 Uhr
    ???
    Zitat von IchKA zweitens wird das Heranfahren vom einspurigen Tunnel an die zweispurige Kreuzung Mendelsohnplatz

    Wie denn? Bitte vorher nochmal auf die Pläne schauen.
    Richtung Osten ist die Planung:
    Einfahrt westlich vom Karlstor - 2 Fahrstreifen - Ausfahrt östlich vom Karlstor - 1 Fahrstreifen - Einfahrt westlich vom Ettlinger Tor - 2 Fahrstreifen - Ausfahrt östlich vom Mendelssohnplatz auf die Ludwig-Erhard-Allee.
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  •   dipfele
    (5535 Beiträge)

    02.06.2018 20:43 Uhr
    Die Verantwortung läge bei den Entscheidern.....
    ..... doch die setzen nur das um, was das Wahlvolk 2002 entschieden hat. Also wenn sich weitsichtige 55% der Wahlbeteiligten einen zweispurigen Tunnel und eine Kaiserstrasse ohne Gleise gewünscht haben, alles für schlappe für 500 Mio, dann geht jetzt dieser Wunsch langsam in Erfüllung.
    Statt mit dem PKW unten durch die City zu fahren, wäre eine Alternative mit der Bahn unten durch die City zu fahren. Und oben gut drauf sein.
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