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Karlsruhe Kombi-News: Durlacher Tor ist fast fertiggestellt, in der Kriegsstraße sind die Parkplätze nun die Ersatzfahrbahn

Die Baustelle am Durlacher Tor ist oberirdisch einen guten Schritt vorangekommen: Es wurden vergangene Woche die letzten Fahrbahn-Markierungen angebracht. Unter der Erde geht der Tunnelbau weiter. Das teilt die Bauherrin der Kombilösung, die Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Update mit.

Das Durlacher Tor war vor fast genau vier Jahren Schauplatz für den Beginn des Tunnelbaus unter der Kaiserstraße: Am 18. November 2014 drehte sich erstmals das Schneidrad der Tunnelvortriebsmaschine Giulia. Jetzt ist das alles fast vergessen: In der zurückliegenden Woche wurden die letzten Fahrbahnmarkierungen angebracht, Autos, Radfahrer und Fußgänger finden ihre Verkehrsflächen vor.

Die Bahnen halten wieder an der "alten" Haltestelle

Ganz wichtig: mit dem Fahrplanwechsel an diesem Wochenende ist der alte Zustand in neuem Gewand endgültig wiederhergestellt: Die Stadtbahnen und Straßenbahnen halten wie früher an den beiden oberirdischen Haltestellen Durlacher Tor. Die einst errichtete provisorische Haltestelle in der östlichen Kaiserstraße wird nicht mehr angefahren, teilt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) mit.

Die Gestaltung des Platzes und der darauf entstehenden Grünflächen lässt allerdings noch auf sich warten. Für den Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels werden die freien Flächen auf dem Platz Durlacher Tor noch für Handwerker, Materialandienung und Bürocontainer benötigt. Während oberirdisch am Durlacher Tor die Bautätigkeit nun zu einem vorläufigen Ende kommt, herrscht "unten" zunehmende Betriebsamkeit.

Kombi-News 07.12.2018
Höchste Präzision gilt in der Haltestelle Durlacher Tor beim Setzen der Hohlkehlsteine, die Boden- und Wandverkleidung optisch miteinander verbinden. | Bild: Kasig

Die Handwerker sind beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels zu sehen, wie sie die Verkleidung der Haltestellen mit den hellen Betonwerksteinen in den beiden Haltestellen Durlacher Tor und Kronenplatz montieren. In der Haltestelle Lammstraße wird die Unterkonstruktion an die Rohbauwände geschraubt, an der wiederum die Betonwerksteine eingehängt werden.

Nach und nach werden Aufzüge und Rolltreppen angeliefert

Fahrtreppen und Aufzüge werden sukzessive angeliefert und mit entsprechend großen Autokränen in die Betonschächte eingehoben und montiert. Im Durlacher Tor und in der Haltestelle Kongresszentrum werden Aufzüge montiert, in der Haltestelle Kronenplatz die Fahrtreppen. Auf dem Europaplatz entstehen die "Mundhäuser", in denen die Aufzüge an der Oberfläche enden.

Kombi-News 16. November 2018
Schwebt: An der Haltestelle Kongresszentrum wurde schon im November die Fahrtreppe eingehoben. | Bild: Kasig

Weitere Details zu den einzelnen Baufeldern: Beim Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse oben und einem Autotunnel darunter läuft im Baufeld O 2 östlich und westlich vom Mendelssohnplatz sowie im Baufeld W 3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor das Herstellen der Baugrube, in der dann der eigentliche Tunnelbau stattfindet.

Baufeld wird gegen Grundwasser abgedichtet

Im Westen von Baufeld O 2 werden Weichgel-Injektionen vorgenommen, um die Baugrube gegen von unten eindringendes Grundwasser abzudichten. Im Osten von O 2 ist der Bau der Spundwände in dieser Woche abgeschlossen worden, so dass nun auch hier der Aushub von Erdreich bis zur ersten Ankerlage beginnt.

Kombi-News 07.12.2018
Quadratmeter für Quadratmeter wächst die Fläche der in der Haltestelle Kronenplatz verlegten Bodenplatten. | Bild: Kasig

Im Baufeld W 3 zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße wird ebenfalls nun das Herstellen der Baugrubensicherung durch die überschnittenen Bohrpfähle beendet. Lanzen für die Injektion der Weichgel-Sohle werden ins Erdreich eingebracht, in anderen Bereichen dieses Baufelds läuft der Erdaushub bis zur ersten Ankerlage. Der Beton der ehemaligen Trogwände des westlichen Teils der früheren Unterführung Ettlinger Tor wird dabei aus dem Erdreich entfernt.

Geänderte Verkehrsführung zwischen Ettlinger Tor und Adlerstraße

In den beiden Baufeldern O 3 und O 4 zwischen Ettlinger Tor und der Adlerstraße ist die Verkehrsführung inzwischen auf der Nord- und auf der Südseite geändert: Die Autos fahren inzwischen an den äußeren Rändern der Kriegsstraße, so dass in der Straßenmitte das Baufeld frei ist für den Schlitzwandgreifer und die Großbohrgeräte, die in diesem Jahr noch mit dem Herstellen der Baugrubensicherung beginnen.

Zuvor werden die Baufelder noch auf Kampfmittel sondiert, einige "Hindernisse" wie Betonfundamente der ehemaligen Fußgängerunterführung Kreuzstraße oder alte Kanäle "ausgebohrt" und die noch vorhandenen oberen Teile der ehemaligen Trogwände des östlichen Teils der früheren Unterführung Ettlinger Tor abgebrochen.

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  •   likeka
    (373 Beiträge)

    08.12.2018 16:05 Uhr
    Wartehäuschen
    Sehr enttäuschend, dass es Kasig und VBK nicht geschafft haben, die Wartehäuschen an den Haltestellen rechtzeitig vor der Inbetriebnahme aufzustellen. Man hat diese Leistung einfach viel zu spät ausgeschrieben (ich glaube erst im OKT/NOV).
    Gerade jetzt im Winter, wo es regnet und schneit, ist das ein Unding, dass man seine Fahrgäste im Regen stehen lässt.
    Diese Baustelle ging über mehrere Jahre, da sollte man jetzt nicht eine halbfertige Haltestelle in Betrieb nehmen.
    Dazu kommt, dass die jetztige Haltestelle vor der Uni ja Wartehäuschen hat, es ist also eine Verschlechterung für alle Fahrgäste!
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  •   betablocker
    (3670 Beiträge)

    08.12.2018 15:08 Uhr
    Wofür
    sind denn die vielen unnötigen feingestrichelten Linien auf der Fahrbahn? War da Farbe übrig?
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  •   reinhardo48
    (3 Beiträge)

    08.12.2018 13:29 Uhr
    Bernhardusplatz als Eingangsportal
    Auf dem dem Bericht vorangestellten FOTO, lässt sich ganz hervorragend von oben
    die CHARAKTERISTISCHE DREIECKSFORM des Bernhardusplatzes erkennen!
    Die sollte nämlich ... BETONT ... , als Merkmal herausgestellt werden, und nicht, wie bei dem kürzlich gezeigten Entwurf geschehen, praktisch ..."versteckt" ... werden.

    Der Gestaltung des Bernhardusplatzes sollte auch deshalb eine besonders hohe Beachtung und Qualität zu kommen , weil er quasi als Vertreter des DURLACHER TORS zusammen mit dem MÜHLBURGER TOR (Kaiserplatz) und dem ETTLINGER TOR eines der DREI wesentlichen EINGANGSPORTALE in das Karlsruher Zentrum bildet!
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  •   mcclaney
    (1402 Beiträge)

    08.12.2018 18:58 Uhr
    ...
    Bei der Gestaltung sollte vor allem das Interesse der Anwohner bedacht werden. Die Menschen, die dort leben, sollten vor allem was davon haben.
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  •   de.schwule.sascha
    (185 Beiträge)

    08.12.2018 17:58 Uhr
    @Reinhardo48
    Dem kann ich nur zustimmen, überhaupt hat das Durlacher Tor ganz schön viel Potential,
    alleine schon durch die Kirche.
    Da könnte Karlsruhe auch etwas touristisches kreieren (Ich denke da irgendwie an den Kölner Dom), aber es fehlt an Vision, oder kommt es vielleicht doch so?
    Träume....
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