5  

Karlsruhe Kombi-News: Das alte "Substage" verschwindet endgültig

Die Karlsruher Schienen-Infrastrukturgesellschaft (Kasig) berichtet auch diese Woche über den aktuellen Stand der Baustellen der Kombilösung. Unter anderem geht es um die Reste des alten "Substage", das nun endgültig verschwindet.

Für den Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse oben und einem darunterliegenden Autotunnel im Rahmen der Kombilösung wird unmittelbar neben dem Ettlinger Tor nun auch noch der letzte Rest des alten "Substage" abgerissen: Ursprünglich als Fußgängerunterführung unter der Ettlinger Straße errichtet im Zuge des Baus der Kriegsstraße vor etwas mehr als 50 Jahren, wurde die wenig genutzte Querungsmöglichkeit später umgenutzt zu einem unterirdischen Veranstaltungsraum. Die meisten Teile des Bauwerks sind bereits im Zuge des Baus des Stadtbahntunnels und der künftigen unterirdischen Haltestelle Ettlinger Tor abgebrochen worden. Jetzt wird der Abbruchbagger auch noch die restlichen, bisher mit Erdreich überschütteten Wände und Bodenplatten im Baufeld O5 zerkleinern.

Im westlich davon gelegenen Baufeld W2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße stellen die Bauarbeiter abschnittsweise die einzelnen Bereiche der Tunnelsohle sowie nun auch der Tunnelwände her. Im östlichen Bereich erfolgt noch der restliche Aushub von Erdreich bis auf die endgültige Tiefe. Im benachbarten Baufeld W3 werden die nördliche und die südliche Rampe der inzwischen abgebrochenen Brücke über die Kriegsstraße auf Höhe der Lammstraße ebenfalls abgerissen. Auf Höhe des Landratsamts, zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor, laufen auf der Südseite Arbeiten an einer provisorischen Fahrbahn für Autos.

Kombi-News Substage März 2018
Die ehemalige Fußgängerunterführung am Ettlinger Tor - das spätere Musikerdomizil "Substage" - wird abgebrochen. | Bild: Kasig

Teilweise Sperrungen in der Kriegsstraße

Im Baufeld O4 auf der Südseite laufen jetzt Kanalarbeiten. Deshalb ist die Einfahrt von der Kriegsstraße in die Meidingerstraße bis voraussichtlich 12. März gesperrt. Mit der Öffnung der Zufahrt in die Meidingerstraße von der Kriegsstraße aus wird dann die Einmündung der südlichen Adlerstraße in die Kriegsstraße und die Spur für Rechtsabbieger in die Rüppurrer Straße bis voraussichtlich 31. März gesperrt: Dadurch können die Arbeiter den Kanalbau in Richtung Osten fortsetzen zu können. Die südliche Adlerstraße ist während der Sperrung der Einmündung in die Kriegsstraße über die Baumeisterstraße erreichbar.

Im Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee wird weiterhin das Erdreich bis zur endgültigen Tiefe des Tunnels ausgehoben. Gleichzeitig verankern die Arbeiter die seitlichen Spundwände in der zweiten, der tieferen Lage. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, erhalten die Spundwände mit Spritzbeton eine glatte Oberfläche, da sie später als rückseitige Schalung für die Tunnelwände vorgesehen sind.

Kombi-News März 2018
Die Andienöffnung im Nordkopf der Haltestelle Ettlinger Tor wird für die Betonage bewehrt. | Bild: Kasig

Einbau Entrauchungsanlage, Rohbau macht Fortschritte

Beim Bau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels ist von "oben" das Schließen der Andienöffnungen zu beobachten, die im Bereich der unterirdischen Haltestellen zunächst dazu dienten, das Erdreich aus der Haltestelle heraus auf Lkw zu verladen und durch die später dann das Baumaterial nach unten gebracht wurde. Die Andienöffnung im nordwestlichen Bereich des Marktplatzes wird ebenso auf die Betonage vorbereitet wie jene am südöstlichen Ende der Karl-Friedrich-Straße kurz vor der Einmündung in die Kriegsstraße.

Die Öffnung in der Südwest-Ecke vom Europaplatz ist bereits betoniert, so dass auf diesem Deckelbereich mit dem Bau der Luftkanäle für die Rauch-Wärme-Abführung begonnen wird. Auf dem Marktplatz sind die derartige Kanäle bereits gebaut: Hier wird jetzt Erdreich aufgeschüttet und das Ganze mit einer Asphaltdecke verschlossen, bis im nächsten Jahr die Oberfläche Marktplatz komplett mit einem neuen Belag versehen wird.

"Unten" macht der Rohbau der Haltestellen und auch schon der Innenausbau ebenfalls Fortschritte: In der Haltestelle Marktplatz hat die Betonage der vorderen Kanten der Bahnsteige begonnen, die in der Haltestelle Lammstraße noch andauert. Die Haltestelle Kronenplatz hat das schon alles hinter sich: Hier werden die Bahnsteigoberflächen hergestellt, Feuerlöschleitungen und Kabelaufnahmen liegen bereits im Bahnsteigkörper. Allerdings sind unter dem Berliner Platz noch die Fahrgastzugänge Englerstraße/ Waldhornstraße Nord im Bau.

Auch überirdisch neue Haltestelle

Treppenabgänge, Brücken oder Zwischenebenen, Aufzugsschächte und Betriebsräume werden in den Haltestellen Europaplatz, Lammstraße und Marktplatz gebaut. Allmählich sind die endgültigen Stationswände im nördlichen Teil der Haltestelle Ettlinger Tor komplett. Nördlich anschließend werden im Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße die Notwege hergestellt.

Im nördlichen Bereich der Ettlinger Straße zwischen Baumeisterstraße und Kriegsstraße wurde die westliche Fahrbahn von Süden nach Norden bis zur Einmündung in die Kriegsstraße asphaltiert. Jetzt wird der Autoverkehr über diese Fahrbahn geleitet, um den Straßenbau im gleichen Abschnitt – aber auf der Ostseite – vervollständigen zu können. Weiter südlich in der Ettlinger Straße entsteht die neue oberirdische Haltestelle Augartenstraße. Das Stocken der Betonwände der Treppenabgänge und der Zwischenebenen wird in der Haltestelle Durlacher Tor fortgesetzt.

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (5)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   BMWFahrer
    (100 Beiträge)

    11.03.2018 10:41 Uhr
    Vor 50 Jahren
    hielt man es für modern, die Fußgängerwege in den Untergrund zu legen. Wunderte sich dann, dass niemand diese nutzen wollte und nutzte sie in Veranstaltungsflächen um.

    Mal schauen, wie klug die aktuelle Entscheidung ist, öffentliche Verkehrsmittel in den Untergrund zu verlegen...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (2477 Beiträge)

    11.03.2018 12:03 Uhr
    Nicht ganz vergleichbar,
    bei vielen Fussgängerunterführungen hatte man meistens immer noch die Möglichkeit oberirdisch mit Ampel zu queren. Nachts, wenn die Unterführungen besonders furchteinflössend waren, konnte man bei geringem Verkehr immer oben rum.
    Aber der U-Strab kannst du nicht ausweichen, zumindest wenn sie planmässig ohne oberirdische Zusatzgleise realisiert wird.
    Unterm Strich bleibt: Nichts ist für die Ewigkeit (nichtmal die erste Liga für den HSV, hähähä), alles hat seine Zeit, auch die U-Strab wird in 50 Jahren nicht mehr so aussehen wie jetzt wenn sie in Betrieb geht.
    Entweder das U-Konzept erlebt eine Renaissance und es wandert immer mehr nach unten, sodass auch in KA ein echtes U-Netz entsteht. Oder das Ding wird wegen nicht mehr zu vertretender Sanierungs- und Unterhaltskosten aufgelassen. Ich wüsste auch schon was man dann reinmachen könnte: Vielleicht einen Club... zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (9578 Beiträge)

    11.03.2018 13:04 Uhr
    !
    Beim Ettlinger Tor weiß ich es nicht mehr, aber die Unterführungen am Karlstor, am Hbf, am Theater und im Zuge der Hirschstr. hatten keine zusätzliche alternative Ampel in der Nähe, letztere ja erst seit paar Jahren ... (Nutzt die Unterführung dort noch wer? Oder könnte man da in leerstehenden Wohnraum "einziehen"? zwinkern )
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (2477 Beiträge)

    11.03.2018 23:05 Uhr
    Als die
    Sophie noch mein Stammlokal war (also so vor 100 Jahren etwa) bin ich regelmässig durch die Hirschunterführung. Da war eigentlich nie jemand, trotzdem ein sauenges Ding und für ängstliche Leute echt ein Horror, kann ich mir vorstellen. Andererseits hatte sie kein einziges Eck, also Hinterhalt unten nicht möglich. Ausser am Ausgang auf ein Opfer zu warten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (9578 Beiträge)

    11.03.2018 13:07 Uhr
    !
    Ansonsten wusste man eigentlich schon vor Beginn des Baus der U-Strab, dass dieses Konzept langsam unmodern und unwirtschaftlich wird und man wieder vermehrt zu oberirdischen Lösungen tendiert außer in wahren Millionenmetropolen, was wir aber nicht sind, was aber einige Abgehobene nicht wahrhaben wollten ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben