Karlsruhe Kombi-News: Arbeiten laufen auch im Sommer auf Hochtouren

Die Arbeiten laufen auch in den Sommerferien bei der Kombilösung weiter: So wird in der nächsten Woche ein Portal - der Übergang von der Haltestelle zur Tunnelröhre - unter dem Europaplatz betoniert. Gleich daneben entstehen auch die Innenwände der Station sowie die Zwischendecken und die Treppenzugänge. Das teilt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) mit.

Auf Hochtouren laufen die Betonpumpen demnach auch in den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz, im Gleisdreieck und im Kombi-Bauwerk, in denen ebenfalls die Stationswände hergestellt werden und auch die endgültige Wand, die die Dreiecksstütze für den Deckel im Gleisdreieck umgibt.

Über mehrere Wochen dauert der Einbau der Zwischendecke im Gleisdreieck, die Technikräume für den späteren Straßenbahn- und Stadtbahnbetrieb aufnehmen wird und zusätzlich für Fahrgäste eine Umsteigemöglichkeit zwischen den Haltestellen Marktplatz und Lammstraße bietet, so die Kasig. Mit vielen Kubikmetern Beton ist auch die Herstellung des östlichsten Teils des Deckels im Gleisdreieck verbunden. An Treppenzugängen werde außer unter dem Europaplatz auch am Kronenplatz und in der Lammstraße gearbeitet.

Rohbau am Durlacher Tor bereits abgeschlossen

Solche Rohbauarbeiten seien in der Haltestelle Durlacher Tor schon abgeschlossen. Hier werden - wie seit April bereits in der Haltestelle Kongresszentrum - im Rahmen des Innenausbaus die Pritschen für Kabel und die Löschwasserrohre unter den Bahnsteigen installiert, bevor diese ihre begehbare Oberfläche aus Beton erhalten, erklärt die Kasig.

In der Tunnelröhre zwischen Kronenplatz und Durlacher Tor werden jetzt die Stahlschotts abgebaut: Sie waren während des Erdaushubs in den Stationen verschlossen und hätten das im Havariefall zur Sicherheit der Haltestelle eingeleitete Wasser daran gehindert, sich über die betroffene Haltestelle hinaus in die Tunnelröhre und in andere Haltestellen auszubreiten.

Rampe in der Durlacher Allee
Ganz schön hohl: Weitestgehend fertiggestellt sind die Notwege mit den darin integrierten Leerrohren im Bereich der Rampe in der Durlacher Allee. | Bild: Kasig

Unter Karl-Friedrich-Straße: Zweite Betonage erfolgt

Wie die Kasig weiter mitteilt, ist beim Gewölbe der Innenschale für den Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße nun schon die zweite Betonage eines acht Meter langen Abschnitts im Aufweitungsbereich des Tunnels, der "Trompete", erfolgt. Damit sind 16 Meter Röhre mit der Innenschale ausgestattet, 16 weitere Meter müssen noch betoniert werden, bis dann die Betonage des Regelquerschnitts mit 21 Abschnitten von jeweils zehn Meter beginnt.

Im Kreuzungsbereich des Ettlinger Tors fließt der Autoverkehr von Ost nach West inzwischen in einer flachen Kurve über den Deckel des Kombi-Bauwerks. Das Abbiegen aus der Ettlinger Straße heraus nach links (Westen) in die Kriegsstraße ist nach Angaben der Kasig jetzt wieder möglich. Auch stehen beide Fahrspuren von West nach Ost wieder für Autos zur Verfügung. Zwischen den Fahrspuren arbeiten die Stadtwerke an einer Fernwärmeleitung.

In der Ettlinger Straße entstehen demnach die Autofahrspur, der Radweg und der Gehweg auf der Ostseite. Voraussichtlich bis zum Spätherbst seien die Arbeiten an der Oberfläche der "neuen" Ettlinger Straße abgeschlossen.

Schlitzwandgreifer gräbt Sand weiterhin aus dem Boden

Auch die Kriegsstraße kennt keine Sommerpause: Der Schlitzwandgreifer gräbt laut Kasig ununterbrochen Sand und Kies im Baufeld W2 zwischen Lammstraße und Herrenstraße aus dem Boden. In die so entstehenden Schlitze - schmale "Schächte" mit einer Tiefe von bis zu 25 Metern - werden einzelne Stahlbohlen, zusammengestellt zu Spundwänden eingestellt, die das Baufeld rundum gegen Grundwasser abdichten.

Leitwände seien noch auf dem Bauplan im Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee - sie werden später dem Schlitzwandgreifer die exakt senkrecht nach unten führende Richtung geben. Im Baufeld O4 zwischen Meidingerstraße und Ettlinger Tor dauert der Abbruch der Fußgängerunterführung Kreuzstraße an, so die Kasig.

Arbeitsunfall bei Reinigung geht glimpflich aus

Außerdem sorgte ein Arbeitsunfall im Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße am Abend des 24. August für Aufsehen: Wie die Kasig mitteilt, war gegen 19 Uhr ein 37-jähriger Arbeiter beim Reinigen des Schalwagens von einer Leiter drei Meter in die Tiefe gefallen.

"Er konnte sich jedoch trotz starker Schmerzen noch alleine bewegen und wurde von seinen Kollegen durch die Schleuse aus dem Druckluftbereich der Tunnelbaustelle herausgebracht, wo er dann auch sofort dank der reibungslos funktionierenden Meldekette von Sanitätern und einem Notarzt in Empfang genommen und versorgt wurde," teilt die Kasig mit.

Die Nacht auf Freitag verbrachte er zur Beobachtung im Städtischen Klinikum - von wo aus er nach Angaben seiner Kollegen aber bereits am Freitag wieder ins Wochenende starten wollte. Dem widersprachen aber zunächst die Ärzte: Der Mann verbrachte noch den vergangenen Tag im Klinikum.

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