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Karlsruhe Innenstadt-Gestaltung: Gemeinderat gibt grünes Licht - mit Einschränkungen

Nach fast einem Jahrzehnt mit Baustellen in der Karlsruher Innenstadt, soll die Kaiserstraße bald ein neues Gesicht bekommen. Wie das aussehen soll, darüber haben sich die Stadträte verständigt. Die gesamte Gestaltung ist aber noch nicht unter Dach und Fach.

Nach und nach werden die oberirdischen Baustellen geschlossen - unterirdisch geht es noch weiter, bevor die Bahnen voraussichtlich 2021 unter der Erde fahren werden. Doch schon jetzt hat sich der Gemeinderat auf die künftige Gestaltung der Kaiserstraße und des Marktplatzes, dem Herzen der Stadt, festgelegt.

Zur Abstimmungen standen in der vergangenen Sitzung unter anderem der Bodenbelag für die Kaiserstraße. Einen Eindruck, wie dieser aussehen kann, ist bereits an der Ecke Kreuzstraße und Kaiserstraße zu erlangen. Dort liegt seit Sommer eine Testfläche. Und genau dieses Muster soll nun, in leichter Abwandlung, den gesamten Marktplatz und die Kaiserstraße zieren. Die tief grauen Steine sollen nicht zum Einsatz kommen, da diese einen tristen Eindruck hinterlassen würden.

Wasserdüsen und gelb-graue Granit-Steine

Auch ein weiteres gestalterisches Element stand zur Debatte: Sollen Wasserspiele einen Bereich zwischen der Kaiserstraße und der Pyramide zieren? Dieser Vorschlag kam erstmals 2015 auf, als der Planungsausschuss der Stadt die "klimagerechte Gestaltung" untersuchte. Das Ergebnis der Planungen: Rund 30 Wasserdüsen, welche verschiedene "Wasserspielbilder" erzeugen sollen.

Beide Vorschläge der Stadtverwaltung trafen am Dienstag auf die Zustimmung der Gemeinderäte. So auch von Seiten der CDU-Fraktion. Wobei Tillmann Pfannkuch auch kritische Worte fand: Bei aller Gestaltung wolle er sichergehen, dass es durch den Brunnen keine Einbußen in der Nutzung des Marktplatzes gibt.

Weiter fordert er neben Bodenbelag und Wasserspielen auch ein Konzept für die Beleuchtung, da es "derzeit noch eher eine Flutlichtanlage eines Sportstadions, statt einer angemessenen Beleuchtung" gleiche. Zudem brachte die Fraktion einen Änderungsantrag ein: So soll der Brunnen zunächst detaillierter geplant werden, und nicht wie von der Stadtverwaltung vorgesehen, bereits beschlossen werden.

"Gutes Konzept", aber ziemlich teuer

Die SPD ist überzeugt, dass die geplante Nutzung "ein gutes Konzept" ist, so Stadtrat Michael Zeh. Doch man sei über die geplanten Kosten erschrocken: Bis zu 45 Millionen Euro soll alleine der Bodenbelag für die Kaiserstraße nach aktuellen Planungen kosten. Um zunächst Erfahrungen auf einer größeren Fläche zu sammeln, plädiert er daher dafür, nur für den Marktplatz grünes Licht zu geben, zumal die Kaiserstraße erst später umgebaut werde. Die Umgestaltung rund um die Pyramide soll 2019 stattfinden, die der Kaiserstraße nachdem die Gleise entfernt wurden. Zum Thema Wasserspiele gibt er an, dass die Nutzung des Marktplatzes Priorität hat - weswegen zunächst weiter geplant werden solle.

"Erschreckend teuer" schätzt auch Istvan Pinter (Grünen) die Kosten für den neuen Bodenbelag ein. Es sei ein "kleines Vermögen", was hier investiert wird. Dennoch plädiert er für "die hochwertige Oberfläche", sowie zu den Wasserspielen, auch wenn diese "nur in einem gewissen Maße zum Stadtklima beitragen."

Gesundheitsgefahr durch strahlende Steine?

Thomas Hock (FDP) möchte beim Thema Gestaltung lieber investieren, als "die badische Lösung durchzuführen" und am falschen Ende sparen. Auch Lüppo Cramer fand für die Kult-Fraktion positive Worte für die Planungen.

Kritischer wiederum sah Paul Schmidt (AfD) die Überlegungen - das "Konzept ist aus der Hüfte geschossen, es ist noch nicht alles geklärt." Der promovierte Strahlenbiophysiker warnt davor, dass der künftige Bodenbelag nicht ungefährlich ist: "Granit kann strahlen!". Auf einer solch großen Fläche, die mit diesen Steinen ausgelegt werden soll, sollte zunächst die Strahlenbelastung untersucht werden. So soll sichergestellt werden, dass es sich bei dem verwendeten Material nicht um strahlendes Material handelt.

"Die Wunden im Herzen der Stadt schließen sich", freut sich Jürgen Wenzel (FW) über die Planungen. Auch befürwortet der den neuen Brunnen: "Wasser ist Leben und steigert die Lebensfreude." Weiter: "Wir haben alle in unserem Wohnzimmer das Schönste, weil da sieht man es. Und so sollte man sich als Stadt auch verhalten."

Belag auf Marktplatz kommt

Doch trotz der mehrheitlichen Befürwortung - die Installation eines Brunnens wurde noch nicht beschlossen. Vielmehr wurde die Stadt damit beauftragt, weitere Planungen anzustellen, beispielsweise wie und wo die entsprechenden Leitungen verlegt werden sollen. Auch ist unter dem Oberflächenbelag der Kaiserstraße noch kein Strich gezogen: Grünes Licht gab es nur für den rund sieben Millionen Euro teuren Belag auf dem Marktplatz. Hier solle getestet werden, wie die Steine auf großer Fläche aussehen und die Arbeiten vonstatten gehen. Überzeugt der Belag dort, soll anschließend, also Ende 2019, dann die Entscheidung für die Kaiserstraße fallen.

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Kommentare (29)
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  •   Darth_Vader
    (779 Beiträge)

    03.01.2018 00:55 Uhr
    Ich prophezeie:
    Der Bodenbelag wird in Kürze mit Kaugummis vollgerotzt und sonstig verschmutzt sein. Die Stadt wird vermelden, kein Geld und kein Personal für die ständige Reinigung aufbringen zu können. Die Stadträte werden jammern, das hätte man ja schließlich nicht ahnen können. Die Wasserspiele werden so oft in Folge beschädigt, daß sie endgültig abgeschaltet werden müssen, weil auch da kein Geld für Instandhaltung und Reparatur vorhanden sein wird (man sehe das Dilemma um die Karlsruher Brunnen, die wenigstens zum Teil historisch sind).
    Alles in allem bin ich der Meinung, daß wir auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene nur noch von Blindfischen regiert werden.
    In diesem Sinne, gute Nacht!
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  •   Darth_Vader
    (779 Beiträge)

    03.01.2018 01:06 Uhr
    Noch etwas:
    God shave The Queen!
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  •   Malerdoerfler
    (4450 Beiträge)

    29.12.2017 08:43 Uhr
    Wir freuen uns schon darauf
    sollte es noch in unserer Lebenszeit realisiert werden.
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  •   maehdrescher
    (890 Beiträge)

    17.12.2017 20:17 Uhr
    Von allen Gefahren
    die künftig am Marktplatz lauern, scheint mir die Strahlung des Granits die geringste...!
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  •   JimmyBluebutton
    (831 Beiträge)

    29.12.2017 13:54 Uhr
    Meinst du damit,
    daß man jene eher sieht, wenn sie lachen?
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  •   diwd
    (945 Beiträge)

    17.12.2017 18:26 Uhr
    Ogottogottogott
    wir werden alle sterben™
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  •   zweiundvierzig
    (99 Beiträge)

    16.12.2017 19:04 Uhr
    Märchenstunde im Gemeinderat
    Bei jedem einzelnen Flug mit dem Flugzeug bekommt man ein Vielfaches der empfohlenen Jahresdosis an Strahlung ab. Hält das irgendjemanden vom Fliegen ab? Und wahrscheinlich kommt das Mineralwasser im Gemeinderat auch aus dem Schwarzwald und enthält mehr Uran als die Granitplatten. Das hat aber auch noch keinen vom Wassertrinken abhehalten.
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  •   Susanne91
    (29 Beiträge)

    16.12.2017 18:51 Uhr
    7.000.000 EURO?
    "Grünes Licht gab es nur für den rund sieben Millionen Euro teuren Belag auf dem Marktplatz. "

    Wie bitte? 7.000.000 EURO? Für einen Bodenbelag? Auf ca. 4.000 qm sind das 1.750€/m².

    Denkt im Gemeinderat den niemand mehr ein paar Jahre weiter? Oder wird der Markplatz künftig nicht mehr betretbar, weil der Bodenbelag zu teuer ist?

    Ich glaubs nicht!
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  •   Waterman
    (6128 Beiträge)

    16.12.2017 16:37 Uhr
    Ein promovierter Strahlenbiophysiker
    hätte heimlich eine Messung in der Kreuzstraße machen und echte Alternative Fakten schaffen können.

    Man kann auch ein Gutachten erstellen lassen, um allfälligen Klagen vorzubeugen. Man kann aber auch Maximalwerte in der Ausschreibung angeben.
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  •   Waterman
    (6128 Beiträge)

    16.12.2017 16:17 Uhr
    Das
    BfS empfiehlt: "Wenn Sie sich für Granite im Wohnbereich interessieren und die Strahlenexposition berücksichtigen wollen, fragen Sie den Lieferanten oder den Hersteller nach den Radionuklidkonzentrationen."

    Vielleicht könnte mal jemand mit einem Messgerät an der Teststrecke nachmessen.
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