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Karlsruhe Großbaustelle Karlstor: Wann ist die Kreuzung für wen gesperrt?

Die nächste Großbaustelle der Kombilösung steht an: Der Autotunnel-Bau kommt am Karlstor an - und bringt entsprechende Einschränkungen mit. Die viel befahrene Kreuzung mitten in Karlsruhe wird 2020 und 2021 für alle Verkehrsteilnehmer - egal ob Auto, Bahn oder Radfahrer - nicht so leicht zu überqueren sein. Alle Infos in Übersicht.

Im Westen der Stadt sollen die Autos künftig unter dem Asphalt abtauchen, um im Osten wieder ans Tageslicht zu kommen. Der 1,6 Kilometer lange Karlsruher Autotunnel ist ein riesiges Bauprojekt. Wer sich in der Stadt auskennt, weiß: Aufrund der Baustelle ist derzeit die Kriegsstraße, die Hauptverkehrsader zwischen West und Ost, besser zu meiden. 

Karlstor Blick zur Brauerstraße, Fahrtrichtung ECE
Karlstor Blick zur Brauerstraße, Fahrtrichtung ECE | Bild: Sarah Franke

In diesem Jahr wird das dadurch verursachte Verkehrschaos wohl nicht weniger werden: Die Baustelle hat das Karlstor erreicht, eine zentrale Kreuzung der Stadt. Ob mit Auto oder Bahn, zu Fuß oder mit dem Rad: Alle Verkehrsteilnehmer müssen in den kommenden Monaten mit Einschränkungen rechnen. Wie führt der Weg für wen über die Kreuzung?

1. Bahnpendler: Die Strecke wird gesperrt

Wer mit der Bahn unterwegs ist, muss sich auf eine zweimalige Sperrung der Stadt- und Straßenbahngleise einstellen. Das betrifft die Strecke zwischen den Haltestellen Europaplatz und Mathystraße und somit die Linien 2, 3, 4, 6 und die Nightliner-Linie 2. 

Karlstor, Blick Richtung Europaplatz, Fahrrichtung Mathystraße
Noch rollen die Bahnen über das Karlstor: Bald ist die Strecke gesperrt. | Bild: Sarah Franke

Los geht es im Frühling: Ab Montag, 20. April, wird der Bahnverkehr rund um das Karlstor stillstehen. Ziele rund um den gesperrten Bereich können über die umliegenden Haltestellen erreicht werden. Aufatmen können die Pendler im September: Hilfsbrücken tragen die Bahnen dann über die Baugrube hinweg und die Strecke ist wieder frei - vorerst.

Denn: Im zweiten Quartal des nächsten Jahres werden die Gleise ein zweites Mal gesperrt. Um die Decke des Autotunnels zu betonieren, müssen die Hilfsbrücken wieder ausgehoben werden. Erst Ende 2021 sollen die Bahnen dann - letztendlich - auf ihren neuen Gleisen über das Karlstor rollen. 

2. Autofahrer: Mit einer Schleife geht's geradeaus

Wer mit dem Auto auf der Nord-Süd-Achse über das Karlstor fahren möchte, muss dafür eine kleine "Schleife" fahren. In anderen Worten: Das betrifft all diejenigen, die aus Richtung Hauptbahnhof kommend zum Europaplatz unterwegs sind und umgekehrt. Bis ins nächste Jahr hinein wird die Verkehrsunterbrechung andauern.

Karlstor, mit Blick Richtung Mathystraße, Fahrtrichtung Europaplatz, kommend aus Richtung ECE
Geschafft: Um die Kreuzung "gerade" zu überqueren, muss um drei Ecken gefahren werden. | Bild: Sarah Franke

Von Süden nach Norden ist die geänderte Verkehrsführung bereits seit Januar Realität. Anstatt geradeaus geht es für die Autos um die Ecke in die querende Krieggstraße, es folgt eine 180 Grad-Drehung, und über diesen Wender zurück zur Kreuzung. Für den Gegenverkehr erfolgt das gleiche Spiel ab Mittwoch, 1. April. 

3. Verkehrsführung für Auto und Bahn auf der Karte

4. Fußgänger und Radfahrer: Über eine Brücke dem Chaos entkommen

Für Fußgänger und Radfahrer wird künftig jeweils eine eigene Hilfsbrücke errichtet, die ein Überqueren der Baugrube ermöglicht. So kommen sie sicher von einer Seite des Karlstors auf die andere. Derzeit führt ihr Weg über die Kreuzung jedoch noch über die Fußgängerüberwege.

"Die beiden Hilfsbrücken werden bis Mitte März eingehängt", so Achim Winkel, Pressesprecher der Kasig, auf Nachfrage von ka-news.de. Nach dem Aufbau müsse zuerst die entsprechende Verkehrsführung  noch ausgeschildert und auf der Straße eingezeichnet werden, bevor die Brücken für Fußgänger und Radfahrer zum Tragen kommen könnten. 

5. Radfahrer: Über Seitenstraßen an der Baustelle vorbei

Radler werden über die parallelen Straßen geleitet. Wer in Richtung Süden radelt, fährt westlich am Karlstor vorbei, über die Sophien- und die Hirschstraße. Wer Richtung Norden radelt, wird östlich über die Mathy- und Ritterstraße geleitet. So umfahren sie die Kreuzung, die in den kommenden zwei Jahren einige Male ihr Aussehen verändern wird. 

Die Karlstor-Baustelle von hoch oben. | Bild: Carmele/ TMC-Fotografie

Dieser Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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  •   jarobi999
    (1 Beiträge)

    17.02.2020 15:05 Uhr
    Bauzeit viel zu lange
    Jemand sollte kurz in China nachfragen, wenn wir Ihnen 8 Wochen geben schaffen sie A -> den Flughafen Berlin fertigzustellen und B -> die Ubahn haltestellen....

    Es sollte nicht mehr Karlsruhe heißen sondern Karl´s baustelle.
    (4Jahre oder mehr müssten es bereits sein.)
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  •   ALFPFIN
    (7073 Beiträge)

    17.02.2020 09:29 Uhr
    Zweifellos haben wir
    die ewigen Baustellen in Sachen UStrab gründlich satt. Aber in der Karlstraße vor der Haustür parken zu können, ist wohl nur ein Zufallstreffer.
    Als jahrelange fast ausschließliche Bahnfahrerin, mache ich einen Vorschlag, mit der Bahn zum Euro fahren und ein paar Minuten laufen, sowohl das Karlstor als auch die südliche Waldstraße sind in ein paar Minuten zu erreichen. Und es gibt den Weg noch "hintenrum", Haltestelle Mathystraße.
    Und dann gibt es ja auch das Radfahren. Die auswärtigen Autofahrer, die diese Geschäfte besuchen, wissen sicher auch, dass sie sowieso nicht vor der Haustür parken können.
    Wünsche den Geschäftsleuten aber trotz der Baustelle keine Umsatzeinbrüche.

    Zugegeben, Bahnfahren ist ja auch nervig geworden, aber wir werden ja bald??
    entschädigt durch unser USträble, in die wir alle begeistert einsteigen werden, oder ?
    Ja gut, wenn das USträble da unten auch pünktlich kommt. 😉
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  •   ALFPFIN
    (7073 Beiträge)

    17.02.2020 09:37 Uhr
    "ZWEIFELLOS HABEN WIR"
    Kommentar sollte unter den Artikel
    "Beschwerden der Kaufleute"
    passt aber auch so😉
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  •   Freigeist1
    (891 Beiträge)

    16.02.2020 15:17 Uhr
    Da kann man nur 3 Kreuze
    machen, wenn man nicht auf den KVV angewiesen ist. Erst die Ettlinger Straße für Bahnen dauergesperrt (entgegen ursprünglichen U-Strab-Plänen), nun die Karlstraße auch noch. Die Fahrgäste können sich nicht wehren und sind den Ideen der handelnden Personen schutzlos ausgeliefert. In Grünwinkel fallen auch für ein Jahr einige Bushaltestellen weg. Tja. Mir scheint, da fehlt einfach das Verantwortungsgeführ gegenüber den zahlenden Fahrgästen. Statt dessen: Dienst nach Vorschrift, Hauptsache man kann nicht rechtlich belangt werden, oder was? Vermutlich nutzen die Entscheidungsträger Ihr System nicht selbst. Verkehrswende geht anders!
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  •   ramius
    (193 Beiträge)

    16.02.2020 13:22 Uhr
    Dauer der Sperrung?
    Wie lange dauert die Sperrung? Ein paar Tage oder gar Wochen und Monate?
    Einige Tage ist akzeptabel, einige Wochen oder Monate nicht.

    Der Tunnel ist eh überflüssig. Wir brauchen deutlich weniger Autos auf den Straßen und nicht noch überflüssige Straßen dafür.
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  •   dipfele
    (5710 Beiträge)

    16.02.2020 12:21 Uhr
    Eune Zumutung.....
    ….. für Bahnfahrer !!! Als die Karlstorbrücke n den 1960er Jahren gebaut wurde, gab es für die Bahn von Anfang an eine Hilfsbrücke. Der Bahnverkehr lief reibungslos. Damals wurde noch an die Fahrgäste gedacht. Beim modernen Management fehlt Fantasie und die Rücksicht auf die Fahrgäste.
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  •   mueck
    (11380 Beiträge)

    15.02.2020 16:46 Uhr
    Schlecht recherchiert ...
    Es fehlt das derzeit schon ab Mathystr. bestehende Verbot für Lkw über 10 m Länge.
    In Gegenrichtung gibt's glaub auch schon ein Verbot für Lkw? Jedenfalls eins aus der Sophienstr. raus zum KT.

    "Derzeit führt ihr Weg über die Kreuzung jedoch noch über die Fußgängerüberwege."
    Fußgängerüberwege sind nach StVO die im Volksmund Zebrastreifen genannten Markierungen, die gibt's da aber nirgends ...

    "Wer von Süden kommt" ist zugleich jemand, "Wer Richtung Norden radelt" ...

    Fehlen tut das schon seit Monaten bestehende Radfahrverbot von Ost nach West zwischen Ritter- und Karlstr., warum auch immer das angeordnet wurde, da ist es nicht schmaler als in Gegenrichtung oder an anderen derzeit einspurigen Stellen der Kriegsstr.
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