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Karlsruhe Gleise im Südabzweig verlegt, Gleisviereck am Mendelssohnplatz teilweise fertig: Kombilösung nimmt weiter Form an

Die Sommerbaustellen sind abgeschlossen, lediglich am Mendelssohnplatz gibt es weiterhin Einschränkungen für Auto- und Bahnfahrer. Erst in sechs Wochen, Ende Oktober, herrscht hier wieder das gewohnte Baustellenbild. Wie es sonst um die Arbeiten in Sachen Kombilösung steht, das teilt die Bauherrin, die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Update mit.

Im Baufeld O2 am Mendelssohnplatz herrscht Betriebsamkeit gleich auf zwei Ebenen: Denn während beim Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen oberirdischen Gleistrasse und einem darunterliegenden Autotunnel "unten" die Arbeiter noch die letzten Tunnelaußen- und Tunnelmittelwände sowie Tunneldeckel herstellen, geht es auf der Kreuzung "oben" ganz anders zu: Dort entsteht die Gleiskreuzung und damit gleichzeitig auch die Straßenkreuzung, die zukünftig von den Stadtbahnen und Straßenbahnen, aber auch von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern benutzt werden wird.

Gleisviereck besondere Herausforderung

Aufwändig gestaltet sich dabei der Einbau des Gleisvierecks: Nach Inbetriebnahme der Kombilösung werden die Bahnen am Mendelssohnplatz aus einer Richtung kommend in alle drei möglichen Richtungen - geradeaus, nach links oder nach rechts - abbiegen können.

Kombi-News 13. September
Bild: Kasig

Das Gleisviereck wird nach jetziger Planung ab 26. Oktober für die Stadtbahnen und Straßenbahnen befahrbar sein - aber zunächst "nur" in Nord-Süd-Richtung beziehungsweise umgekehrt. Hier wurden in den vergangenen Tagen die Gleise in der Fritz-Erler-Straße der Lage des künftigen Gleisvierecks angepasst. Das Gleisviereck liegt auch bereits in der Kreuzung - die beiden Ende nach Osten beziehungsweise nach Westen in die Kriegsstraße hinein fallen jedoch einstweilen wegen des Baustellenbetriebs kurz aus.

Kombi-News 13. September

Westlich anschließend an das Baufeld O2 folgt zwischen Mendelssohnplatz und Adlerstraße das Baufeld O3: Hier läuft seit einigen Tagen der Erdaushub bis hinunter zur ersten Ankerlage.

Mit "Wackelpudding" gegen Grundwasser

Im Baufeld O4 zwischen Meidinger Straße und Ettlinger Tor schaffen Bagger und schwere Lastwagen den bis zur Endtiefe anfallenden Aushub von Erdreich aus der Baugrube. Der Baugrubenverbau wird auch in der zweiten, der tiefsten Lage nach hinten im Erdreich verankert. Im westlichen Teil des Baufelds wird die Weichgelsohle hergestellt, die das Eindringen von Grundwasser von unten verhindern wird.

Kombirundgang Autotunnel
Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Im Baufeld W4 - es schließt sich westlich an die Kreuzung Ettlinger Tor an - sind wie im Baufeld O4 Bagger und Lastwagen unterwegs: Sie bewältigen den Erdaushub bis zur endgültigen Tiefe der Baugrube.

Die Lücke zum bereits im Rohbau hergestellten Tunnel zwischen Ritterstraße und Lammstraße schließt der Ingenieurbau im Baufeld W3: Vor dem Einkaufszentrum werden Tunnelsohlen, Tunnelaußenwände und Tunnelmittelwände betoniert.

Kombirundgang Autotunnel
Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Am Karlstor erfolgt nach den Abbrucharbeiten an den Rampenwänden sowie an einem Teil des Deckels der alten Unterführung der Kriegsstraße unter dem Karlstor hindurch sowie nach dem Erdaushub bis zur ersten Ankerlage die Herstellung der Weichgelsohle.

Kombi-News 13. September

Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße bis zur Augartenstraße sind gleichzeitig viele Handwerker für viele Gewerke im Einsatz. Elektriker verlegen kilometerlange Kabel, lassen diese in Schaltschränke einmünden, aus denen heraus sie die Steuerung etwa von Aufzügen, Rolltreppen, von Licht oder der Bahn-Betriebstechnik beeinflussen.

Gleise liegen im Südabzweig

In anderen Dimensionen sind die Gleisbauer unterwegs: Die Gleise liegen nun auch auf dem Südabzweig, werden noch von den Arbeitern ausgerichtet oder miteinander verschweißt.

Auch die Arbeiter, die die Betonwerksteine für die Innengestaltung der Haltestellen auf die Unterkonstruktion an den Wänden montieren, sind noch eine Zeit lang zu sehen: In den Haltestellen Ettlinger Tor und Kongresszentrum werden derzeit die großen Flächen an den Wänden - und teilweise noch auf den Bahnsteigoberflächen - mit den Betonwerksteinen gestaltet. In den Haltestellen Durlacher Tor, Kronenplatz, Lammstraße und Ettlinger Tor wird unter die Haltestellendecken die Unterkonstruktion oder sogar schon die Deckenverkleidung selbst montiert.

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  •   bingobongo
    (280 Beiträge)

    16.09.2019 13:57 Uhr
    Wo fahren eigentlich jetzt die ganzen Bahnen?
    Das war doch eine der wenigen Nord/Süd-Strecken nachdem Markplatz ja weg ist?
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  •   DangerMouse
    (154 Beiträge)

    16.09.2019 11:25 Uhr
    Die sieben Tage des Herrn
    Es war vorgesehen die U-Bahn Stationen mit religiösen Motiven zu "verschönern". Genau was der Technologiestandort Karlsruhe jetzt braucht. Kommt der Mist jetzt eigentlich wirklich?

    Siehe:
    https://www.ka-news.de/region/karlsruhe/kombiloesung./U-Bahn-Kunst-Sieben-der-neuen-Haltestellen-werden-zur-Kunstausstellung;art6066,2323551
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  •   melotronix
    (2879 Beiträge)

    16.09.2019 07:25 Uhr
    seit Monaten...
    liest man immer die gleichen Arbeiten. Z.B. Vertäfelungen der Haltestellen. Ich habe den Eindruck hier geht vieles im Schneckentempo. Und es scheint als wären es immer die gleichen Bilder. Spart euch die "Fortschrittshudelei" .... es gähnt nur noch an!
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  •   udoh
    (1785 Beiträge)

    17.09.2019 16:45 Uhr
    Oh habe ich das Kombidesaster beleidigt? Oder hat ein getroffener Hund gebellt?
    Dann muss ich mich wohl entschuldigen falls das Jahrhundertprojekt (ob da die Bauzeit oder das Abbezahlen gemeint ist werde ich auch noch lernen) kritisiert zu haben. Was sind schon ein Jahrzehnt Bauzeit wenn man bei geschickter Route irgendwann mal 3..4 Minuten sparen kann? Und ein paar hunderttausend Euro der laufende Meter sind doch echt ein Schnäppchen - oder! Nicht zu vergessen der Vorteil für neue Ladenbesitzer wenn es leichter ist einen Vermieter zu finden. Und für ein Projekt das die Demokratiegurke nach Karlsruhe gebracht hat, zahle ich doch gerne und höre mir den Baulärm an. Und mit dem Sperren negativer Kommentare wird die Akzeptanz bestimmt auch irgendwann besser.
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  •   udoh
    (1785 Beiträge)

    16.09.2019 11:04 Uhr
    Danke - das spricht mir aus der Seele!
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   BMWFahrer
    (222 Beiträge)

    15.09.2019 21:28 Uhr
    Und noch eins
    Zitat von Dr. Walter Casazza Der Tunnel unter der Kaiserstraße und der Südabzweig werden bis 2015 fertig sein, sodass die ersten Bahnen ab dem Jahr 2016 unterirdisch fahren.
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  •   BMWFahrer
    (222 Beiträge)

    15.09.2019 21:25 Uhr
    Das Versprechen
    Zitat von Schorle-Heinz (200) Tatsache ist, dass bereits im Jahr 2016 die ersten Linien aus der Kaiserstraße genommen werden können. In der auf sechs Jahre veranschlagten Bauzeit für den Straßenbahntunnel mit Südabzweig kommt es nur während zweieinhalb bis drei Jahren zu oberirdischen Beeinträchtigungen in der Kaiserstraße – und auch nicht durchgängig überall. 2019 sind die Schienen in der Kaiserstraße verschwunden. Nur dort, wo Haltestellen entstehen, wird es Baustellen geben, die man wahrnehmen kann. Der Rest wird unterirdisch gebaut, ohne dass man es oberirdisch bemerkt.
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