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Karlsruhe Gestaltung der Kombi-Haltestellen: Star-Künstler Lüpertz trifft auf Widerstand

Wird Markus Lüpertz der Kombilösung ein neues Aussehen verleihen? Laut Medienberichten will der Starkünstler in den sieben unterirdischen Haltestellen die biblische Schöpfungsgeschichte an die Wände bringen. Die Karlsruher Grünen stellen sich jetzt ganz klar gegen den Vorschlag.

"Schon vor einigen Jahren hat ein Wettbewerb ein künstlerisches Ergebnis hervorgebracht, das Bezug zu Architektur und Funktion der Räume nimmt. Demnach wird als künstlerische Gestaltung der U-Strab-Haltestellen eine Beleuchtung installiert, die alle Schatten mehrfarbig erscheinen lässt", erinnert die Fraktionsvorsitzende Ute Leidig.

Die von Lüpertz geplante Majolikakunst mit Motiven aus der biblischen Schöpfungsgeschichte ist für die Grünen-Gemeinderatsfraktion mit dem grundlegenden Gestaltungskonzept der Haltestellen nicht vereinbar. Die Ihre Stadträte kritisieren auch den Prozess, der zur derzeitigen Diskussion geführt hat.

Ohne öffentliche Ausschreibung kein grünes Licht

"Erst führen wir Wettbewerbe durch, in denen künstlerische Ideen überzeugen müssen und das beste Konzept am Ende gewinnt", erklärt Renate Rastätter, kulturpolitische Sprecherin der Grünen, "jetzt soll ohne Juryverfahren eine bestimmte Kunstrichtung im öffentlichen Raum über einige Jahre fest verankert werden." Eine Auftragsvergabe ohne öffentliche Ausschreibung wollen die Grünen nach eigener Aussage nicht mittragen. 

Die Fraktion betont, dass sie künstlerischen Inszenierungen in den Haltestellen offen gegenüber stehe. Aber diese müssten temporär angelegt sein, zum generellen Gestaltungskonzept passen und sollten den Charakter von Karlsruhe als moderne Stadt unterstreichen. Das ZKM und andere Kunsteinrichtungen der Stadt böten sich hier als potenzielle Partner an.

Nicht hinnehmbar seien zusätzliche finanzielle Belastungen für die Stadt. "Angesichts der dramatischen Kosten für die U-Strab können sich Stadt und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) weder Einnahmeausfälle aus wegfallenden Werbeflächen noch Zusatzkosten für dekorative Kunst leisten", so die Grünen.

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Kommentare (47)
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  •   hermann07
    (49 Beiträge)

    11.05.2017 13:50 Uhr
    man darf nebenbei auch bedenken, dass ..
    ... mit Karls Ruhe im Untergrund des Marktplatzes noch allerhand andere religiöse Symbolik ruht, die dort genauso wenig zu suchen hat. Insgesamt ein richtiger Einwand der Grünen, die Lüpertzsche Praxis, rechtlich vorgeschriebene öffentliche Ausschreibungsverfahren durch angebliche "Geschenke" zu umgehen, deren Bestand dann im Nachhinein teuer zu begleichen ist (siehe Lüpertzatelier Hildapromenade), nicht durchgehen zu lassen, gerade wenn man den Hype sieht, der von einigen Stimmungsverstärkern jetzt schon wieder darum initiiert wird.
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  •   IchKA
    (919 Beiträge)

    11.05.2017 14:36 Uhr
    Oh Oh Hermann
    da machen Sie ein Fass auf mit dem Lüpertz Riesenhaus an der Hildapromenade. Zurückgehend auf Ex-Baubürgermeisterin Heike Salisch ist dieser clever eingefädelte Deal einer größten Rathausskandale überhaupt, der schön, bis heute erfolgreich, unter der Decke gehalten wurde. Das haben wenige Leute mitgekriegt. Ob die kunstbeflissene Frau Salisch bei sich zu Hause in der Pfalz Lüpertzkunst hängen hat wäre eine spannende Frage.
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  •   hermann07
    (49 Beiträge)

    11.05.2017 15:45 Uhr
    umso ...
    ... unverfrorener, wie gerade die, die es wissen können sollten, mit dem Vergessen der unaufgeklärt Gelassenen kokettieren, um dem Lüpertzschen Gschmäckle noch eine zusätzliche Portion Gschmäckles draufzusetzen; und das in Zeiten wie diesen ...
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  •   80er
    (5779 Beiträge)

    11.05.2017 13:27 Uhr
    Man könnte....
    ....doch mit Bildern aus der Schöpfungsgeschichte der U-Strab die Haltestellen verschönern..
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  •   ralf
    (3710 Beiträge)

    11.05.2017 13:07 Uhr
    Sabbathaltestelle
    Welche der sieben Haltestelle wird dann aus Gründen der religiösen Kunst erst einmal stillgelegt?
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  •   stoersender
    (1375 Beiträge)

    11.05.2017 12:12 Uhr
    Wieso wartet ka-news
    eigentlich bei solchen Themen mit dem Bericht bis eine Pressemeldung der Grünen vorliegt?

    Man könnte doch auch neutral berichten. Oder seid ihr Presseorgan der Grünen?
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  •   uwoya
    (72 Beiträge)

    11.05.2017 10:33 Uhr
    Totalopposition
    Back to the roots. Können Grüne ausser Totalverweigerung auch noch was Anderes. Nur weil sie meinen sie müssten zu ihren Wurzeln in den 80iger Jahren zurück, werden sie auch nicht wählbarer.
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  •   Waterman
    (6471 Beiträge)

    11.05.2017 10:18 Uhr
    Generell
    finde ich es gut, eine künstlerische Gestaltung ins Auge zu fassen. Bleibt bestimmt noch genug Platz für Werbung.

    Die Schöpfungsgeschichte wäre ja wohl auch nur als eine Mythologie anzusehen, wie eben eine ägyptische, griechische oder (schier gar) eine Germanische. Warum also nicht.

    Besser wäre vielleicht, mehrere Themen zu haben und so jede Station zu einem Einzelkunstwerk zu formen. Spannender als nur ein Thema durch nur einen (von mir durchaus geschätztem) Künstler zu nehmen.

    Man sollte einen festen Platz oder mehrere feste Orte definieren, die dann verkünstet werden. Dann wäre das auch eine nachvollziehbare Attraktion für Touristen.

    Aber bei Kunst scheiden sich die Geister. Und schade wäre auch, wenn das Geld nicht reichen sollte und man dann eben auch nur, wie leider gehabt, halbe Kunst bekäme.
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  •   maehdrescher
    (1465 Beiträge)

    11.05.2017 10:11 Uhr
    Wäre Protest auch erlaubt
    wenn es sich um Motive aus dem Islam handeln würde? Oder wäre ein Kritiker dann automatisch mal wieder ein rassistischer, islamophober Nazi?

    Man kann darüber streiten, ob das Lüpertz-Projekt passt. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass es den Grünen bei ihrem Vorschlag, die Gestaltung müsse zur "modernen Stadt" passen, eher um was anderes geht.
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  •   mixe
    (1202 Beiträge)

    11.05.2017 09:04 Uhr
    und ich dachte,
    dass Deutschland ein säkularer Staat sei.
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