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Karlsruhe Freie Wähler zweifeln: "Kombi-Tunnel ist nicht für Mega-Andrang gewappnet"

Jürgen Wenzel, Stadtrat der Freien Wähler, zweifelt an der Leistungsfähigkeit des Tunnels Kaiserstraße. Ein Gutachten vom BUND, Regionalverein Mittlerer Oberrhein soll zeigen: Das geplante Betriebskonzept für den Kombi-Tunnel ist zur Hauptverkehrszeit nicht einmal im Idealfall realisierbar. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Freien Wähler hervor.

Laut Wenzel wurde die Leistungsfähigkeit des Kombi-Tunnels 2006 im Laufe des Planfeststellungsverfahrens erörtert. Für die Kasig erstellte die DB International damals eine betriebswissenschaftliche Untersuchung. Ein Gutachten zur Leistungsfähigkeit wurde 2010 vom BUND, Regionalverband Mittlerer Oberrhein, an die Firma Vieregg-Rössler vergeben.

Hält der Kombi-Tunnel dem Menschen-Andrang künftig stand?

Das Gutachten kam zu dem Ergebnis: "Das geplante Betriebskonzept für den Tunnel Kaiserstraße ist zur Hauptverkehrszeit bei großem Fahrgastandrang nicht einmal im Idealfall realisierbar, die angestrebte Zahl von 33 Zügen pro Stunde und Richtung ist somit nicht einmal theoretisch erzielbar." Und weiter: "Erst recht scheitert dieses Betriebskonzept im alltäglichen Betrieb mit seiner Fülle von zusätzlichen Störeinflüssen." Auch eine Angebotserhöhung oder die Einführung einer neuen Linie ist laut dem Gutachten nicht möglich.

Nun will Wenzel von der Verwaltung wissen, welche Argumente und Fakten aus Sicht der Kasig und der Stadt Karlsruhe gegen diese Aussage des BUND-Gutachters sprechen. In einem Schreiben der damaligen Ministerin Tanja Gönner, Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, wurden dem Gutachten von Vieregg-Rössler laut ihm eine Reihe von "Mängeln und Defiziten" vorgeworfen. Die Gutachter legten daraufhin im Mai 2010, in einer Stellungnahme detailliert dar, dass diese Vorwurf weder sachlich noch fachlich gerechtfertigt sind.

Aufgrund der weiterhin vorhandenen Diskrepanz bezüglich der Leistungsfähigkeit hat der BUND im Dezember 2012 Oberbürgermeister Mentrup schriftlich gebeten, die von der Kasig eingeholten Gutachten verfügbar zu machen, einen direkten Vergleich der unterschiedlichen gutachterlichen Aussagen zu ermöglichen und Klarheit und Transparenz zu schaffen. Der Oberbürgermeister gab bekannt, dass die gewünschte Leistungsfähigkeit gegeben ist und die entsprechenden Gutachten bei der Kasig eingesehen werden können.

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  •   andi79
    (2755 Beiträge)

    05.05.2014 12:26 Uhr
    endlich
    "80 Millionen auf fast 400 Millionen also fast verfünffacht"

    genau das predige ich die ganze Zeit... die kosten für die Stadt explodieren noch um einiges mehr wie die Gesamtkosten an sich. Leider wollen das viele nicht sehen.

    @ka-news:

    was haltet ihr von nem Faktencheck.
    Auflisten wer aktuell welche kosten zu tragen hat.... und da auch Bürgschaften mit nennen die die Stadt z.B. der KASIG gegeben hat usw... und dann ne Gegenüberstellung der kosten zu Projektbeginn.
    Wie es ungefähr aussieht kann ich mir schon denken, aber harte belastbare Zahlen wären dennoch interessant.
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  •   mueck
    (10542 Beiträge)

    05.05.2014 12:59 Uhr
    !
    Einige Zahlen dazu findet man im Stadtwiki, der Abschnitt und im übernächsten.
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  •   Fragensteller
    (730 Beiträge)

    05.05.2014 09:28 Uhr
    finde ich gut
    ich lese ab jetzt alle Wahlprogramme bis ins Detail und wenn eine Partei nach der Wahl anders verhält als angekündigt kann man die Wahl anfechten!
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  •   Schafrichter
    (405 Beiträge)

    05.05.2014 10:09 Uhr
    Dann fang mal damit an:
    Zitat von SPD-Karlsruhe - aus dem Kommunalwahlprogramm 2004
    S. 10: Innenstadt "- wird die Umsetzung der Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des "City2015"-Konzepts angepackt."
    S. 10: Öffentlicher Personennahverkehr "- wird bei der Umsetzung der Kombilösung (U-Strab und Straßenbahn Kriegstraße) der Straßenbahn in der Kriegstraße höchste Priorität eingeräumt, um die stadtteiltrennende Wirkung der Kriegstraße zu mildern."
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    05.05.2014 09:29 Uhr
    Dann mal los
    ich warte auf deine Anfechtung der letzten Bumstagswahl grinsen
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  •   P-aus-D
    (72 Beiträge)

    05.05.2014 08:52 Uhr
    Unglaublich,
    ich fühle mich von den FREIEN WÄHLERN und Herrn Wenzel in keinster Weise vertreten ! Also wenn ich mir diese Truppe anschaue: Populismus pur, überall da anhängen wo es Proteste gibt, und übrigens: die Komilösung ist per Bürgerentscheid von den Bürgern gewollt, aber die FREIEN WÄHLER, die sich für Bürgerbeteiligung einsetzen, die ignorieren dieses Bürgervotum, weils eben nicht passt, unglaublich !
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  •   dipfele
    (5345 Beiträge)

    06.05.2014 11:12 Uhr
    NEIN...
    .... weil von den Heilsversprechungen von CDUSPD sich nichts bewahrheitet hat, weil das gutgläubige Volk hinters Licht geführt worden ist. Diejenigen, die das Debakel angerühert haben, stellen sich zur Wiederwahl. Und die gehören abgewählt !
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  •   Durlacherin
    (274 Beiträge)

    05.05.2014 10:50 Uhr
    Das finde ich gut....
    dass Sie sich von den Freien Wählern nicht vertreten fühlen. Jemand, der das Ernstnehmen von Bürgerprotesten als Populismus bezeichnet, und das kritische Hinterfragen von laufenden Verfahren der Verwaltung ablehnt, sollte sich wirklich andere Vertreter suchen.
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    05.05.2014 09:34 Uhr
    Jeder wird von jemandem vertreten, den er nicht gewählt hat
    Ich werde sogar zum Großteil von Menschen vertreten, die ich nie gewählt habe und nie wählen würde.

    Und die Freien Wähler (nicht, dass ich sie in Schutz nehmen wollte) ignorieren nicht das Bürgervotum; ich interpretiere es eher als Aufzeigen von Problemen beim Bau der Kombilösung. Wenn es nicht solche "Quertreiber" und "Unbequeme" gäbe, die den anderen auf die Finger kucken, könnten die Machthaber tun und lassen, was sie wollten. Das darf und kann nicht sein. Mir egal, wer in der Opposition sitzt - Aufgabe der Opposition ist, die regierenden ständig zu hinterfragen und nach Fehlern zu suchen. Und das ist gut so. Wenn es keine Opposition mehr gibt, dann rollt man als Demokratie irgendwann unweigerlich in Richtung Putin-Erdogan-Schiene, und da wieder rauszukommen, ist nicht leicht.
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  • unbekannt
    (3577 Beiträge)

    05.05.2014 08:21 Uhr
    Wahlkampf: einseitig das Negative aufgelistet
    Von der Schweiz kann, nein muss(!) man man direkte Demokratie lernen:
    Wenn ein Projekt einmal per Volksabstimmung abgesegnet ist, hat das jeder als des Volkes Willen zu akzeptieren. Und dann wird das Projekt auch durchgezogen. Kostensteigerungen und Verzögerungen sind kein Grund, an der Entscheidung des Volkes zu rütteln.

    Eindeutige Negativpropaganda ist, wenn man die Vorteile verschweigt:
    - Kriegsstraße wird von der Stadtautobahn zur Stadtstraße mit Straßenbahn
    - massive Entlastung einer Reihe überlasteter Kreuzungen: Durlacher Tor, Kronenplatz, Mühlburger Tor, Ettlinger Tor.
    Das zu verschweigen ist unseriös.
    Unseriös ist es, die kurze Sperrung eines Teils der Kaiserstraße zu kritisieren und gleichzeitig die Bauverzögerung, aber zu verschweigen, dass durch diese Sperrung die Bauverzögerung erheblich verringert wurde.
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