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Karlsruhe Feuer im Kombi-Tunnel: Wie sollen die Fahrgäste gerettet werden?

In wenigen Jahren sollen die ersten Bahnen in Karlsruhe unterirdisch fahren. Insgesamt sechs U-Haltestellen sind vorgesehen. Aber wie sicher wird das Durchfahren des Stadtbahntunnels künftig sein? Was ist der Notfallplan, wenn es brennt und eine Tram stecken bleibt? Diese Fragen stellen aktuell die Freien Wähler an die Karlsruher Stadtverwaltung.

"Es ist erfahrungsgemäß ein äußerst seltenes Ereignis, dass ein Straßenbahnfahrzeug brennend im Streckentunnel liegen bleibt, da durch die Notbremsüberbrückung eine Weiterfahrt bis zur nächsten Haltestelle oder ins Freie in der Regel möglich ist", erklärt die Stadt in ihrer Stellungnahme auf Jürgen Wenzels Anfrage.

Ausgeschlossen werden könne dieses Szenario jedoch nicht völlig. Es gilt als "unvermeidbares Restrisiko." Wie würde die Feuerwehr also vorgehen, wenn eine Bahn während ihrer Fahrt durch den Tunnel tatsächlich Feuer fängt?

Wie man vonseiten der Verwaltung erklärt, sehe das Rettungskonzept eine Räumung des vollbesetzten Zuges über die seitlichen Notgehwege und das Gleisbett vor. Dieser Rettungsweg könnte bis zum nächsten Bahnsteig oder bis zur Tunnelmündung maximal 300 Meter reichen. 70 Zentimeter breit seien die Notgehwege an den Seiten des Tunnels - die Stadt spricht von "hindernisfreien Fluchtspuren".

Rollstuhlfahrer sind auf Hilfe anderer angewiesen

Es bestehe also die Möglichkeit, dass Fahrgäste sich zunächst, vor Eintreffen der Feuerwehr, selbst ins Freie buxieren können. Für Rollstuhlfahrer und mobilitätseingeschränkte Personen bestehe diese Fluchtchance jedoch nicht. "Eine Selbstrettung von Personen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen ist im Rettungskonzept nicht vorgesehen und sicherheitstechnisch auch nicht möglich", so die Stadt.

In diesen Fällen sei die Hilfeleistung von Fahrgästen und Zugpersonal zwingend erforderlich, sogar vorgeschrieben. Strafbar mache sich jeder, der gegen diese Anweisung verstoße. Es handelt sich dann um unterlassene Hilfeleistung. In letzter Instanz sind die Einsatzkräfte nach Ankunft für die Evakuierung behinderter Menschen verantwortlich, ebenso wie für alle anderen Fahrgäste.

Einsatzkräfte in der Schweiz geschult

Verantwortlich sind im Ernstfall Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Karlsruhe sowie gegebenenfalls der Freiwilligen Feuerwehr. "Ob dieser Kräfteansatz für das Szenario 'Brandeinsatz in einer unterirdischen Verkehrsanlage' ausreichend ist, ist einer der Punkte, der derzeit in der, bei der Branddirektion Karlsruhe laufenden, externen Organisationsuntersuchung aufgegriffen und bewertet wird", erklärt die Stadtverwaltung in ihrem Statement an Wenzel. Die Einsatzkräfte der sogenannten "Tunnelfeuerwehr" erhielten bereits Schulungen bei der International Fire Academy in der Schweiz - die Kosten dafür trägt die Kasig. '

Auch im Brandschutzkonzept verordnet sind Rauchabzugsschächte im Wert von rund 7,1 Millionen Euro. Einer von ihnen soll auf dem Marktplatz als zentraler Auslass für die Entrauchungsanlage der unterirdischen Haltestelle nördlich des Ludwigsbrunnens entstehen. Auf dem Europaplatz seien vier separate Rauchwärmeabzüge im Bereich des südlichen Bahnsteigs der oberirdischen Haltestelle Europaplatz angeordnet.

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  •   KuWally
    (162 Beiträge)

    08.05.2015 10:30 Uhr
    Panikmache
    Es ist doch reine Panikmache. Das sich eine Parte mit so viel Dummheit brüstet. Es gibt auf der Welt tausende U-Bahnen die in Tunneln fahren. Was soll da Karlsruhe mit einem ein paar hundert Metern Tunnel. Der Rettungsweg ist doch der gesamte Tunnelquerschnitt.
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  •   sodele
    (173 Beiträge)

    26.04.2015 23:45 Uhr
    Ich bin dafür,
    dass die Gleise in der Kaiserstrasse liegenbleiben und dort auch weiterhin Bahnen fahren.

    Die Kaiserstrasse wird duch die Bahnen belebt

    Die Leute haben kürzere Wege

    Bei Problemen mit dem Tunnel gibt es eine sinnvolle Alternative
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  •   LaCage
    (2158 Beiträge)

    27.04.2015 17:37 Uhr
    das wird sowieso so laufen
    die Sch*iss Bimmel kommt nämlich am Marktplatz-Südschwenk nicht gescheit um die Kurve, da die Belastung der Gleise monströs ist. Wenn dann der Tunnel zum hundertsten Male geblockt ist, wir die Milliarde abgeschrieben und Dieter Ludwig darf sich wieder überirdisch am Gequietsche der ungalanten Blechkolosse erfreuen.

    Was den Notfall angeht: Ich sehe Angela Merkel schon in der ersten Reihe von St.Benrhard sitzen, in schwar, bewusst trauernd drein blickend, wenn Gauck vorne von hundert Opfern einer schlimmen technischen Katastrophe brabbelt.
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  •   dipfele
    (4968 Beiträge)

    27.04.2015 11:52 Uhr
    jetzt...
    ... wo die Nasen vom Gemeinderat extra eine Milliarde für einen schicken Tunnel ausgeben, sollen die Gleise oben bleiben? Wie sagte doch mal SPD Frau Baitinger: "wir führen nur den Willen der Wähler aus". Und die Wähler wollen oben ungestört von Strabas flanieren können.
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  •   mueck
    (10044 Beiträge)

    27.04.2015 08:56 Uhr
    !
    +1
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  •   Durlacherin
    (274 Beiträge)

    26.04.2015 23:18 Uhr
    Ein erfahrungsgemäß äußerst seltenes Ereignis !?!
    Auf ihre Anfrage vom August 2014 nach Maßnahmen im Havariefall beim Tunnelvortrieb hatten die Freien Wähler von der Verwaltung erfahren, dass eine Gefahr vom Tunnelvortrieb nicht ausgehe und " das Risiko, dass die Tunnelvortriebsmaschine (TVM) sich festsetzt, als sehr unwahrscheinlich betrachtet“ wird.
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  •   Koi
    (113 Beiträge)

    26.04.2015 20:54 Uhr
    Wo
    habt ihr mal ne brennende Bahn gesehen? Trotzdem nicht gut, vill. sehr starke Sprengleranlage. Aber mit Rollstuhl seht es schlecht aus traurig
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  •   dipfele
    (4968 Beiträge)

    27.04.2015 11:45 Uhr
    ...in Ruppurr...
    .. vor 2-3 Jahren! Vor 6-7 Jahren hat ein Kabelbrand in Ittersbach die halbe Wagenhalle abgefackelt.Und vor einiger Zeit gab es auch einen Kabelbrand bei einer DB - S Bahn. das ist also gar nicht so selten.Und immer wieder fackelt ein Dachstuhl wg. brennender Kabel ab.
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  •   Chris.Lok75
    (688 Beiträge)

    27.04.2015 01:00 Uhr
    ?
    Hier:
    ka-news, 31.08.12, 14:14 Uhr
    Karlsruhe
    Feuer in Stadtbahn.
    Laut Augenzeugenberichten handelt es sich um eine Stadtbahn der Linie S11. Die Bahn war aus Ettlingen Richtung Karlsruhe unterwegs. Auf der Herrenalber Straße fing die Bahn womöglich durch einen technischen Defekt - eventuell eine defekte Oberleitung - Feuer. Die Bahn ist laut Augenzeuge nahezu komplett ausgebrannt.
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  •   ALFPFIN
    (6325 Beiträge)

    26.04.2015 20:13 Uhr
    Ein breiterer Fluchtweg,
    warum auch ? Jetzige Vorschrift lässt 70 cm zu. Selbstrettung, bzw. Hilfeleistung von behinderten Fahrgästen, evtl. dann unterlassene Hilfeleistung, ansonsten "gefälligst" warten, ....wenn es brennt ...bis Rettungsmanschaft kommt. Auf dem 70 cm breiten Fluchtweg, halt die Stadt spricht von hindernisfreien Fluchtspuren!, da stehen oder drängen sich dann die Menschen, zu denen natürlich völlig hindernisfrei die Rettungskräfte durchkommen müssen.

    Das ist eine ziemlich zynische und gleichgültige Argumentation der Stadtverwaltung, finde ich.

    Sollte es zu einem solchen Fall kommen, wird jeder versuchen da unten herauszukommen, eben sich selbst zu retten. Nach der Argumentation der Stadt ist das auch das Beste was man versuchen kann. Warten, bis einem der Hintern angebrannt ist oder eine Rauchvergiftung erlitten hat, wird wohl keiner, ob die Selbstrettung jetzt vorgesehen ist oder nicht.
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