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Karlsruhe Erste Linien stehen: Wie fahren die Bahnen nach der Kombilösung?

Im Jahr 2021 soll es fertig sein: Das städtische Großbauprojekt Kombilösung. Ab Juni 2021 sollen die ersten Bahnen durch den Stadtbahntunnel unter der Kaiserstraße rollen. Ein Jahr später sollen auch die Autos unterirdisch in der Kriegsstraße fahren. Höchste Zeit für ein aktuelles Linienkonzept: Wie werden die Bahnen nach der Kombilösung fahren?

Die aktuellste Planung des Liniennetzes stammt aus dem Jahr 2004 - er wurde für die Genehmigungsanträge der Fördertöpfe für die Kombilösung entwickelt. Schon damals wurde festgehalten, dass es sich lediglich um einen möglichen Endzustand der Linien handelt. Der Plan soll neuen Gegebenheiten angepasst werden.

Das geplante Liniennetz nach Fertiggstellung der Kombilösung.
Das geplante Liniennetz nach Fertiggstellung der Kombilösung. | Bild: Kasig

Gegebenheiten wie die "neue" Südost-Trasse (derzeit: Linie 6 zwischen Hirtenweg und Daxlanden), die 2012 eingeweiht wurde. Mit der zusätzlichen Straßenbahntrasse könnte die Linie 6 auf die Trasse der neuen Kriegsstraße geführt werden und statt im Westen der Stadt am Hauptbahnhof enden.

Die Linie 6 wird von Daxlanden über den Hauptbahnhof zum Hirtenweg fahren.
(Archivbild) | Bild: sas

Die Linie 2 (heute von Wolfartsweier zur Siemensallee) könnte die Fahrten bis nach Daxlanden und Rappenwört übernehmen. Somit würden sechs Linien durch den Tunnel im Südabzweig fahren, durch den östlichen Abschnitt unter der Kaiserstraße ebenfalls sechs Linien, durch den westlichen Teil lediglich fünf Linien.

Unterirdischer Abzweig nach Osten, vor der Haltestelle Marktplatz.
Südabzweig: Unterirdischer Abzweig nach Osten, vor der Haltestelle Marktplatz, im Juni 2019. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Die Planung des endgültigen Konzepts ist schwierig, es müssen Prioritäten gesetzt werden. Welche, das verrät Ralf Borndörfer vom Zuse-Institut Berlin im Gespräch mit ka-news.de. Borndörfer war an der Neugestaltung des Netzplans beteiligt.

Was bereits verraten wurde: Die Linie S52, welche derzeit zwischen Germersheim und Tullastraße verkehrt, soll nach Inbetriebnahme der Kombilösung über den Südabzweig fahren und am Marktplatz enden. Die neue Route wurde Anfang Dezember veröffentlicht.

Der neue Fahrplan S51/S52 ab 15. Dezember.
Der neue Fahrplan S51/S52 ab 15. Dezember. | Bild: ps/AVG

Anlass für ka-news.de bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) nachzufragen, wie es um die aktuelle Linien-Planung bestellt ist. Zu viel will man noch nicht preisgeben - außer: Der Plan war jüngst Thema in der Aufsichtsratssitzung.

Die Bürgerschaft will man im Verlauf der kommenden Monate über den neuen Plan informieren - vermutlich im ersten Quartal soll es Details zur neuen Straßenbahn-Linienführung in Karlsruhe geben.

ka-news-Hintergrund: Die Kombilösung 

Die Karlsruher Kombilösung besteht aus dem Bau eines Bahntunnels in der Innenstadt und eines Autotunnels in der Kriegsstraße. Seit 2010 wird an der Kombilösung gebaut. Eigentlich sollte sie 2016 eröffnet werden. 

Ist sie fertig gestellt, werden die Bahnen in der Karlsruher Innenstadt zukünftig in einem T-förmigen Tunnelsystem fahren: Vom Mühlburger Tor bis zum Durlacher Tor entsteht ein Ost-West Tunnel, ab dem Marktplatz zusätzlich ein Südabzweig bis zur Höhe Augartenstraße. Die Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels ist für Sommer 2021 geplant.

 Veranschlagt war die Kombilösung im Jahr 2002 mit 530 Millionen Euro, im Rathaus rechnet man inzwischen mit über 1,3 Milliarden Euro.   

Unter der Kriegsstraße entsteht ein 1,6 Kilometer langer Autotunnel: Vom Karlstor bis zur Ludwig-Erhard-Allee. Darüber sollen eine begrünte Bahntrasse und breite Fußgänger und Radwege angelegt werden.  Nach aktuellen Stand werden die oberirdischen Gleise im Juni 2021 startklar sein, der darunter liegende Autotunnel soll Dezember 2021 in Betrieb genommen werden.
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Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
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  •   Bahnnutzer100
    (237 Beiträge)

    04.01.2020 16:47 Uhr
    Unverständlich
    Ihren Beitrag verstehe ich nicht!
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  •   mueck
    (11748 Beiträge)

    02.01.2020 12:46 Uhr
    !
    Durlach ist ein großer Stadtteil als Quelle von Fahrten und mit B-Zentrum als Ziel von Fahrten und es hängen über die Buslinien auch noch Teile Grötzingens und einige Bergdörfer dran ...

    PS: Schon interessant, wie man "es gibt eigentlich keine neuen Infos" zu einem so langen Artikel aufbauschen kann ... zwinkern
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  •   Maverick
    (209 Beiträge)

    02.01.2020 14:47 Uhr
    Ein VBKler hat mir mal....
    erzählt dass den Durlachern bei der Zwangseingemeindung vertraglich zwei Linien zugesichert wurden.
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  •   mueck
    (11748 Beiträge)

    02.01.2020 17:27 Uhr
    Dumm gelaufen für Durlach
    ... dass schon damals Aue auch zu Durlach gehört ...
    Seit etlichen Jahren fährt die 2. Linie halt nach Durlach-Süd ... *flöt* zwinkern

    Hier hätt's drunter gehört ... *brilleputz*
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  •   Mars
    (211 Beiträge)

    02.01.2020 09:40 Uhr
    Durlach
    Drei Linien nach Durlach sind es ja nicht wirklich. Die Linie 8 verkehrt ja nur temporär für die Schüler mit ca. 6-8 Fahrten pro Tag. Und vom Mühlburger Tor zum Bahnhof fährt durch den Tunnel die Linie S1/S11. Also alle Wünsche erfüllt.
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  •   mueck
    (11748 Beiträge)

    02.01.2020 17:19 Uhr
    Dumm gelaufen für Durlach
    .. dass schon damals Aue auch zu Durlach gehört ...
    Seit etlichen Jahren fährt die 2. Linie halt nach Durlach-Süd ... *flöt* zwinkern
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11989 Beiträge)

    02.01.2020 07:31 Uhr
    irgendwie
    sollte die Möglichkeit für die Lätschebacher bestehen bleiben, ohne Umstieg von der Auerstraße zum ZKM zu kommen.

    Wenn's die Linie 2 nicht mehr tut, dann wäre doch die 6 nur willkommen.

    Für mich wäre eine Wiederbelebung der Strab auf der Kapellenstraße interessant (frühere Lobberle-Strecke).
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  •   dipfele
    (5826 Beiträge)

    02.01.2020 15:33 Uhr
    Das Lobberle....
    fuhr über die Kapellenstrasse zum ehemaligen Hauptbahnhof, den es am Ettlinger Tor seit 1913 nicht mehr gibt, war also für den innerstädtischen Verkehr nutzlos geworden. Nur wenn die Straba auch aus der östlichen Kaiserstrasse entfernt wird, wäre die Kapellenstrasse interessant. Aber leider nicht unbedingt für die Nutzer, z.B. aus der Waldstadt. Die kämen oberirdisch nicht mal zum Kronenplatz.
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