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Karlsruhe Entschieden: Gemeinderat macht Weg für Lüpertz-Kunst frei

Soll die Schöpfungsgeschichte die künftigen unterirdischen Haltestellen in Karlsruhe zieren? Über diese Idee des Künstlers Markus Lüpertz wird in der Fächerstadt seit einiger Zeit gestritten. Jetzt hat der Karlsruher Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause entschieden: Der Weg für die Lüpertz-Installationen ist grundsätzlich frei.

Eine künstlerische Umsetzung der Schöpfungsgeschichte spaltet seit Wochen die Fächerstadt. Auslöser der Diskussion: ein Vorschlag des Karlsruher Künstlers Markus Lüpertz zur Teilgestaltung der zukünftigen unterirdischen Haltestellen. Sein Konzept "Genesis - die sieben Tage des Herrn" sieht vor, pro Bahnsteig auf Flächen von zwei Metern Höhe und 4,30 Metern Breite mit Keramik der Majolika nach der Schöpfungsgeschichte zu gestalten. Insgesamt 14 Kunstwerke, so der Plan, sollen dann für eine Dauer von sechs Jahren in den unterirdischen Haltestellen gezeigt werden. 

Stadt will keine Mittel zur Verfügung stellen 

Ein künstlerisches Gestaltungskonzept für die Haltestellen existiert bereits seit einigen Jahren. Grundsätzlich ist eine solche Teilgestaltung darin nicht ausgeschlossen. Das Architekturkonzept für die unterirdischen Haltestellen aus dem Jahr 2005 wurde bewusst offen gehalten, sodass eine Ergänzung möglich ist - solange sie mit dem bestehenden Architekturkonzept harmoniert.

Und nun steht die Entscheidung fest: Mit mehrheitlicher Zustimmung (28 Ja- und 17 Nein-Stimmen), macht der Karlsruher Gemeinderat den Weg für die Ideen des weltbekannten Künstlers Lüpertz frei - zumindest grundsätzlich. Denn die Stadt stellt für eine solche Teilgestaltung Bedingungen: So sind die Installationen nur temporär angelegt, sie sollen also nicht dauerhaft im öffentlichen Raum ausgestellt werden. Zudem muss die Finanzierung für "Genesis - die sieben Tage des Herrn" vollständig von privaten Geldgebern getragen werden. 

Rund eine Millionen Euro wird das Vorhaben vermutlich kosten. Nach Aussage des Initiators und ehemaligen Majolika-Chefs Anton Goll hat er mit 600.000 Euro schon über die Hälfte der benötigten Gelder zusammen. Die Stadt will keine keine finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. Sollte die private Initiative die notwendigen Sponsorengelder nicht zusammenbekommen, will die Stadt keine Unterstützung leisten. 

VBK müssen auf 180.000 Euro Werbeeinnahmen verzichten

Der Platz, an dem die "Genesis"-Flächen geplant sind, war eigentlich für Werbetafeln der Verkehrsbetriebe vorgesehen. Mit der Entscheidung des Gemeinderats müssten die VBK auf die Werbeeinnahmen in Höhe von 30.000 Euro jährlich für die kommenden sechs Jahre verzichten. Eine Summe, die Oberbürgermeister Frank Mentrup für verkraftbar hält. Der Verlust soll nach Beschlussvorlage der Stadt "durch eine optimale Vermarktung der Werbemöglichkeiten in den unterirdischen Haltestellen kompensiert werden". 

Sowohl der Aufsichtsrat der VBK als auch der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) hatten vor der Abstimmung im Gemeinderat in ihren Sitzungen über den Vorschlag diskutiert. Die VBK hatten nach Aussage der Stadt dabei Zustimmung zum temporären Wegfall ihrer Werbeeinnahmen gegeben.

Auch an die Karlsruher Kunstkommission wurde das Thema im Vorfeld herangetragen. Wie Oberbürgermeister Frank Mentrup in der Gemeinderatssitzung erklärt, hätte sich diese sehr kritisch zu dem Vorschlag geäußert, da der Vorgang nicht transparent gewesen sei, die Finanzierung ungeklärt sei und auch noch nicht feststehe, was eigentlich mit den Kunstwerken nach den sechs Jahren passiere. Die Kommission gab allerdings vor der Sitzung des Gemeinderats keine offizielle Empfehlung ab.   

Vorschlag spaltet Karlsruhe in zwei Lager

In der Fächerstadt traf die Idee Lüpertz' im Vorfeld auf geteiltes Echo. Befürworter des Projekts, darunter auch Karlsruher Stadträte, sehen in dem Vorschlag Lüpertz' eine einmalige Chance für die Fächerstadt. Initiator Goll verspricht sich von der Installation Werbekontakte in Millionenhöhe. 

Im Vorfeld hatten sich allerdings auch Gegner, darunter ebenfalls Stadträte, zu Wort gemeldet. Unter anderem hatten sich Künstler und Kulturschaffende zur Gruppe "Aktion Anti-Lüpertz" (externer Link) zusammengeschlossen. Auch Peter Weibel, Direktor des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM), meldete sich im Vorfeld der Gemeinderatssitzung zu Wort. Er sieht nach eigener Aussage wegen einer fehlenden Ausschreibung nicht nur demokratische Spielregeln in Gefahr, sondern wandte sich auch gegen den religiösen Charakter des geplanten Kunstwerks.

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet. 

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  •   ALFPFIN
    (5731 Beiträge)

    25.07.2017 21:00 Uhr
    Ja Chris,
    jetzt wissen wir es ja. Wir fahren mit der Straßenbahn mit dem weltberühmten System an den von dem weltberühmten Künstler bemalten Majolika Kacheln vorbei, Majolika, einst auch weltberühmt, sagte jedenfalls meine Großmutter immer, wenn sie die auf dem "Vertiko" ( heute Sidebord) stehenden Majolika Elefanten betrachtete. Also wenn die Fahrgäste im UBähnle sitzend nicht vor lauter Weltberühmtheit in Ohnmacht fallen, bevor die Bahn wieder nach oben fährt, dann würde mich das wundern. grinsen
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  •   dino
    (29 Beiträge)

    25.07.2017 20:28 Uhr
    Warum macht man keinen Kunstwettbewerb?
    ... und hechelt einem Herrn Lüpertz hinterher, der sich eine goldene Nase verdient? Bringen die Sponsoren dann auch das Geld für die entgangenen Werbekosten der KVV mit auf? Sonst zahlt die Allgemeinheit indirekt dann doch...
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  •   diwd
    (549 Beiträge)

    26.07.2017 14:37 Uhr
    Korrekt: entgangene Werbekosten der KVV,
    die bei der Vorstellung des Projekts voll zur Instandhaltung der U-Bahn Haltestellen eingeplant wurden.
    Was solls, dann wirds halt auf die Tickets umgelegt. Der treudoofe KVV-Kunde zahlts.
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  •   Messer
    (247 Beiträge)

    25.07.2017 20:09 Uhr
    CDU/SPD/FDP im Gleichschritt
    diese üblen Kartellparteien gehören bei der nächsten Wahl zum Teufel gejagt!
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  •   Nacional
    (453 Beiträge)

    26.07.2017 06:39 Uhr
    AFD auch für Lüpertz "Kunstwerke"
    Sie haben AfD-Stadtrat P. Schmidt vergessen, er sollte anschließend nach Altötting pilgern um eine braune Kerze aufzustellen...
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    25.07.2017 18:58 Uhr
    Damit
    ist die Vetterleswirtschaft mal wieder amtlich.
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  •   Maol
    (89 Beiträge)

    25.07.2017 18:57 Uhr
    Warum?
    Warum aus der Bibel? Man hätte ja auch Motive aus Grimms Märchen wählen können.
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  •   ALFPFIN
    (5731 Beiträge)

    25.07.2017 20:12 Uhr
    Grimms Märchen
    sind doch indirekt beteiligt, in Sachen Kombi und jetzt auch noch den 7 Schöpfungstagen. Da wird uns doch mit viel Fantasie einiges vorgesetzt, an das wir unbedingt glauben sollen. grinsen

    Mal sehen, wann dann die ersten Sprayer kommen, ob die Schöpfung des Herrn Lüpertz zu verschönern.
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    25.07.2017 21:37 Uhr
    Das nennt man dann Dienst an der Gesellschaft....
    ...wenn die Spayer das korrigieren. Umsonst bzw. 100 % auf eigene Kosten. Selbstlos, sozusagen. UND künstlerisch am Puls der Zeit.

    Also das genaue Gegenteil von dem, was hier geplant ist.
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  •   ALFPFIN
    (5731 Beiträge)

    25.07.2017 20:19 Uhr
    Es sollte natürlich heißen,
    um die Schöpfung .... zu verschönern.


    Merkwürdig, auf die 30.000 Euro kann man locker verzichten. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden Sparmaßnahmen vorgestellt, zum Beispiel den einen oder anderen Kopierer nicht anzuschaffen oder auf Geburtstagskarten für Senioren, jenseits der 80 Jahre zu verzichten, zum Beispiel. Aber klar, wenn man eigentlich sowieso die Euronen nicht hat, fällt der Verzicht leicht. grinsen
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