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Karlsruhe Die Zukunft rund um den Marktplatz: Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung mit mehr Lebensqualität

Hochsommer in Karlsruhe, doch Oberbürgermeister Frank Mentrup lud zu einer besonderen Pressekonferenz auf dem Marktplatz. Denn der steht im Mittelpunkt, da es hier bald ans Eingemachte geht. Die Neugestaltung nach den jahrelangen Baustellen steht an. Auch wenn das Stadtoberhaupt noch keine Neuigkeiten zu verkünden hatte war der Termin ein voller Erfolg.

Die Teilnehmer des Pressetermins sollten sich ein Bild vom zukünftigen Marktplatz machen, denn viele junge Menschen und neue Bürger der Fächerstadt kennen die "gute Stube" der Stadt nur mit Baustellen. Außerdem sollten man sehen wie es sei, wenn die Buslinie 10 wieder zum Marktplatz fährt, wendet und wieder auf der Ettlinger Straße zurückfährt. Insgesamt wird der Marktplatz deutlich attraktiver gestaltet, was für die Karlsruher nach all den störenden Bauarbeiten wichtig ist. 

Der Marktplatz nach der Kombilösung (Fotomontage).
Der Marktplatz nach der Kombilösung (Fotomontage). | Bild: Stadtplanungsamt Karlsruhe

Palmen und Blumen verbessern die Aufenthaltsqualität

Direkt vor dem Rathaus wird wieder ein Brunnen stehen und nördlich der sanierten Pyramide wird zudem eine Wasserspielanlage installiert. Eine Reihe großer Kübel mit Oleander steht bereits vor dem Rathaus. Auch der Abschnitt der Kaiserstraße in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes wird interessanter gemacht – als vorübergehende Maßnahme sind auch Kübel mit Pflanzen und Palmen aufgestellt worden. So soll ein wohnlicheres Ambiente geschaffen werden. Die Umgestaltung macht auch die Einzelhändler glücklich: Die Räume werden wieder frei und die Stadt möchte auch Raum gewinnen, wenn alle Schritte realisiert sind.

Durch Pflanzen und Bänke wirkt der Marktplatz wieder einladend. | Bild: Florian Kaute

"Die drei Richtungen, die wir uns vorgenommen haben, sind Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung", betont Mentrup, "wir wollen die Lebensqualität in der Stadt erhöhen!" Das Grüne in der Stadt wird weiterhin gepflegt und wo notwendig werden entsprechende Maschinen angeschafft. Bei Graffiti ist es schwerer, erklärte der OB, weil man von den Eigentümern der Gebäude und ihrer Zustimmung abhängig ist. Allerdings ist es klar, dass das Stadtbild verschönert und die Attraktivität erhöht wird, wenn man die Schmierereien entfernt.

"Wir geben der Stadt etwas zurück"

Die Buslinie 10, die früher nur zum Staatstheater fuhr, fährt seit Montag - in Spitzenzeiten im 7- bis 8-, durchschnittlich im 10- und abends im 20-Minuten-Takt - vom Hauptbahnhof zum Marktplatz, wendet vor dem Rathaus und fährt dann über die Ettlinger Straße wieder zurück. Da über den Rondellplatz und den Marktplatz keine Straßenbahnen mehr fahren "geben wir ein Stück der Stadt zurück", sagt der Oberbürgermeister.

Bänke laden zum Verweilen ein. | Bild: Florian Kaute

Die auf dem Rondellplatz sanierte Verfassungssäule soll Ende August fertig sein und am 13. Oktober, pünktlich zum Stadtfest, wird die sanierte Pyramide wieder in neuem Glanz erstrahlen. Ein wichtiger Meilenstein bei den Renovierungsarbeiten ist die Wiederherstellung des Kaiserplatzes um das 1897 errichtete Reiterdenkmal dar, das in zwei bis drei Monaten fertig sein wird. Der Platz, an dem lange Zeit Baumaterial gelagert wurde, wird wieder begrünt und schön gestaltet.

Sitzbänke unter Palmen: So soll die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessert werden. | Bild: Florian Kaute

In den Nebenstraßen zum Marktplatz sieht man nun auch wieder "normales Leben" seitdem die Baustellen verschwunden sind. "Das Feedback von Bürgern und Einzelhändlern ist bereits jetzt sehr positiv", erklärt Mentrup. Da jedoch der Straßenabschnitt um die Pyramide, die Kaiserstraße und das Kaufhaus Karstadt als sehr kahl und unattraktiv kritisiert wurde, wurden Palmen und Pflanzen aufgestellt, und ein vorübergehender Wohlfühlbereich geschaffen. Die Stadt versucht auch mit zusätzlichen Sitzmöglichkeiten die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität zu fördern.

Provisorischer Bodenbelag besser als Baustellen

Baubürgermeister Michael Obert erläutert das neue Beleuchtungskonzept. Während die Pyramide von unten beleuchtet wird, werden Leuchtkörper am Rande des Marktplatzes stehen, so dass der Platz von außen eingerahmt wird.

Die Pyramide auf dem Marktplatz wird derzeit saniert. | Bild: Katherine Quinlan-Flatter

Ein kurzer Besuch in der Pyramidenbaustelle zeigt, dass Moos entfernt und Sandsteinschäden beziehungsweise der Sockel ausgebessert wurden. "Es wird noch viele solche Zwischenschritte bis zur endgültigen Fertigstellung im Jahre 2020 geben", so der OB im Rahmen des Pressertermins. Ab Frühjahr 2019 und im Laufe von 2020 wird der Marktplatz neu gepflastert – die derzeitige Asphaltierung ist nur eine provisorische Maßnahme, jedoch besser als die jahrelange Baustelle. Außerdem wird es eine unterirdische Infrastruktur mit Wasser- und Stromleitungen geben, die beispielsweise Weihnachtsmarkthändlern zugute kommen wird.

Seit vielen Jahren war der Bereich vom Marktplatz, Ettlinger Straße und Rondellplatz eine unattraktive Baustelle, doch jetzt ist die Oberfläche geschlossen und die Karlsruher Bürger können sich auf eine schöne und qualitative hochwertige Neugestaltung freuen.

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  •   Wolfing
    (1 Beiträge)

    07.09.2018 21:49 Uhr
    Armes Karlsruhe
    Ich habe lange über die Photomontage, den Sommer 2018 sowie den Plan einer "kühleren" Großstadt 2030 nachgedacht und gemerkt, dass offensichtlich nix davon bei den Planern angekommen ist.
    Wenn man weis, dass jedes jahr ca. 300000 neue Fälle von Hautkrebs hinzukommen, dann haut einem der Entwurf von den Socken. Was nützt ein historsch hochgepäppelter Platz wenn er am zukünftigen Bedarf vorbeigeplant ist (Lehren aus dem Stachus ziehen?). Bringt doch Wasser und schattenspendende Grünpfanzen in die Stadt oder laßt es sein - bei bis zu 16 Stunden Sonne wird der Marktplatz halt zum Backofen.
    Da nützen auch die hübschen Palmen nichts - die sind zwar pflegeleicht - verdunsten aber kein Wasser und kühlen daher auch nicht. Als Nachhilfe sei der Pariser platz empfohlen (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/stadtgestaltung-am-pariser-platz-gibt-es-nun-ein-bisschen-dschungel-1.4099664)
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  •   SMut
    (4 Beiträge)

    23.07.2018 20:03 Uhr
    Verkehrswende sieht anders aus
    Erst einmal ist der Markplatz ein geschichtsträchtiger, historischer Ort. Alles andere als ein handgelegtes Kopfsteinpflaster würde ich als inakzeptabel ansehen.
    Jetzt haben wir bale eine Straßenbahn, die unterirdisch fährt, zu Preisen, die ich mir nicht leisten kann. Wie kann man den Besuch der Innenstadt attraktiv machen?
    Wie wäre es denn mal mit einem gescheiten Verkehrskonzept, genügend Parkplätzen für Fahrräder und der Möglichkeit den Preis der Tickets für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel bei Einkäufen oder Besuchen in Cafes, Restaurants anrechnen zu lassen?
    Autos haben in einer Innenstadt wie Karlsruhe einfach nichts verloren. Fahrradstraßen sind schon einmal eine gute Idee, aber ein Wandel sieht anders aus. Es wird wahrscheinlich wieder so kommen, wie immer: Einweihung der U-Strab mit den 'Größen' der Stadt bei einem leckeren Festessen auf Steuerzahlerkosten, dafür erhöht die AVG nach Fertigstellung erst einmal die Ticketpreise.
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  •   SMut
    (4 Beiträge)

    23.07.2018 19:52 Uhr
    Viel Platz auf dem Platz
    Ist ja schon mal ganz nett, die Fotomontage. Ich persönlich hätte mir aber wieder klassisch verlegtes Kopfsteinplaster gewünscht - ist ja auch ein historischer Ort.
    Auf die Frage, wie man wohl mehr Menschen in die Stadt bekommen kann, würde ich vorschlagen den Besuch der Innenstadt durch ein gescheites Verkehrskonzept attraktiver zu machen. Die StraBa Karten sind extrem teuer, wo gibt es gescheite Parkplätze für Fahrräder? Verrechnung des Tickets der StraBa mit dem Einkauf oder den Tickets von Restaurant, Kino?
    Jetzt bekommen wir eine tolle U-Bahn, deren Bau sich ja schon wieder verlängert hat (anscheinend können nur die Schweizer richtig planen) und die Preise für deren Nutzung werden exorbitant steigen. Wie immer.
    Eine Planung für eine Verkehrswende und eine für den KFZ Verkehr komplett gesperrte Innenstadt mit erweiterten Grünflächen stände Karlsruhe sicher gut zu Gesicht.
    Schauen wir mal in den Spiegel.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1273 Beiträge)

    23.07.2018 06:38 Uhr
    Die Bilder sagen einiges über den Stadtkern aus
    Gäääähnende Leere. Kaum einer auf der Straße. Ist das die Zukunft ?
    Die meisten Menschen befinden sich auf der Fotomontage, na toll.
    Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung - diese Zeiten sind schon lange vorbei.
    Wir schaffen das.
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  •   Lipa
    (813 Beiträge)

    22.07.2018 21:06 Uhr
    Marktplatz etc
    Es ist nicht nur der Marktplatz, der genau diese Attribute benötigt, wie Sauberkeit Ordnung und Sicherheit . Ich bin in Karlsruhe aufgewachsen, kenne alle Plätze (z.B. Europaplatz -"Hauptpost", die ganzen Lieferhöfe entlang der Kaiserstraße, Werderplatz, Stephanplatz, Lidellplatz, Ludwigsplatz, und habe im Laufe der Zeit gesehen, wie einige Plätze "abgewirtschaftet" wurden und die Stadt in der Entwicklung dieser Plätze hinterherhinkt. Sie alle benötigen bestimmt ein einiges MEHR als nur Sitzplätze und dass die Polizei an einigen Plätzen Präsenz zeigt. Da muß die Stadt weiterhin Geld in die Hand nehmen.
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  •   DonHasi
    (1012 Beiträge)

    22.07.2018 15:26 Uhr
    Traurig aber wahr
    Mehr Sicherheit geht halt nur mit mehr Personal bei Polizei, KOD und Sicherheitsdiensten.
    Und Polizeibeamte sachlich besser auszustatten und mehr rechtsstaatliche Kompetenzen zu geben, daran kann er alleine nichts ändern.
    Und warum sollte sich jemand der 1. in ein paar Jahren eh nicht mehr gewählt wird und
    2.für alles seine privaten "Helferlein" hat sich um die Sicherheit des einfachen "Pöbels" Gedanken machen ?
    "Nach mir die Sintflut" und dann ab nach Berlin, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.....
    Da ist es doch viel einfacher im grün-roten "Lummerland" ein bisschen "Symbolpolitik" zu betreiben und gut ist. Es könnte nur schwierig werden mit der politischen Karriere, wenn die SPD an der "5 % Hürde scheitert"
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    22.07.2018 10:25 Uhr
    Apropos Europaplatz
    Der Euro wird weiterhin oberirdisch von Bahnen befahren werden, leider. Irgendwann in 50 Jahren kommt dann mal ein U-Strab-Abzweig in die Karlstraße, das würde nochmals enorme Entwicklungschancen für die Stadt mit sich bringen (Ludwigsplatz und Stephanienplatz könnten verschmelzen) Der Euro wäre ein Platz aus einem Guss, eine neue Shoppingmeile "Karlstraße mit Fußgängerzone" - gandiose Neuerungen wären das! Es gab mal einen Entwurf des Euro mit riesigen Steinplatte, das sah toll aus. Gerade beim Euro muss man mehr Sitzgelegenheiten schaffen, mindestens 8x mehr, da es hier viel mehr Sitzbedarf gibt als beim Marktplatz. Nachts muss der Platz viel heller werden, Betonung auf heller! Ein Lichtkonzept muss her. Ein klassischer Brunnen (Narrenbrunnen vom Kronenlatz von Lüpertz hierher! Oder etwas Neues).Die Postgalerie leidet weiterhin unter fehlenden Rolltreppen im Atrium - eigentlich unfassbar. Es fehlt ein einheitliches Lichtkonzept an der Häuserreihe gegenüber der Postgalerie.
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  •   mueck
    (12140 Beiträge)

    22.07.2018 10:55 Uhr
    !
    Ein U-Strab-Abzweig am Euro ist baulich nicht mehr möglich.
    Der "Platzverschmelzung" ist in erster Linie der Autoverkehr im Weg.
    Ohne Autos hätten wir nördlich des Euros quasi noch einen neuen 4. Platz gewonnen (Mein "Arbeitstitel" wäre dafür "Münzplatz")
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    22.07.2018 11:08 Uhr
    Autoverkehr
    Der Autoverkehr fließt in der Tat von der Karlstraße in eine Richtung, nämlich in Richtung Münze. M.E. sollte man den Autoverkehr hier verbannen. Zufahrten sind andere möglich, via Amalienstrasse, bis zu den rückwärtigen Parkhäusern am Ludwigs und Stepanienplatz. Die Karlstrasse würde bis zur Kriegsstrasse eine Fußgängerzone werden, auch der Euro ein einheitlicher Platz, Ludwigsplatz und Stephanienplatz würden verschmelzen. Ich fände es grandios.
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    22.07.2018 10:16 Uhr
    Positiv überrascht...
    Die Palmen mit Sitzgelegenheit finde ich ansprechend. Die Idee, anstatt Betonabgänge solche mit Kunstschmiedeeisen zu versehen und Schinkelleuchten zu installieren würde dem historischen Stadtbild entgegenkommen. Würde ich auch begrüßen. Warum da kein "U-Bahn-Schild" hängen soll, ist mir schleierhaft. Kleine U-Bahn hin oder her...es ist ne U-Bahn und das Schild wir auch von vielen sofort richtig interpretiert. Kübel mit großen Pflanzen passen zudem viel besser zu dem Platz als die Idee mit etwaigen Bäumen. Schließlich wird der Platz vielfältig genutzt. Viele Umbauten usw. da sind diese Megakübel einfach praktischer, weil variabler. Das Pfalster ist mir persönlich zu dörflich, man sollte größere Pflastersteine verwenden, das wird der zweitgrößten Stadt im SW-Staat gerechter. Anstatt zusätlich ein Wegeplaster mit groben Steinen zu pflastern (das den Platz optisch kleiner macht), sollte man im Boden LED-Strahler in rot-gelb versenken, die nachts ein tolles Ambiente schaffen.
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