28  

Karlsruhe Das Herzstück für die Bahnen kommt: Im Stadtbahntunnel werden nun Gleise verlegt, Umleitung auf der Kriegsstraße

Neues Jahr, neue Arbeiten an der Kombilösung. Acht Jahre nach Baubeginn werden nun im U-Strab-Tunnel die Gleise verlegt. Der Anfang wird zwischen dem Durlacher Tor und dem Marktplatz gemacht. Das berichtet die Kasig, die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft, in ihrem wöchentlichen Update.

Der Tunnel für die Stadtbahnen und Straßenbahnen erhält ab sofort auch Gleise: Seit dieser Woche laufen die ersten Arbeiten im Abschnitt zwischen dem Gleisdreieck unter dem Marktplatz und der Rampe in der Durlacher Allee.

Zunächst wird in den Tunnelabschnitten und auch in den Haltestellen auf einer unterirdischen Fahrweghälfte eine Unterschottermatte auf die Betonsohle aufgebracht. Die Unterschottermatte verhindert die Übertragung von Körperschallwellen der durchfahrenden Bahnen auf den Tunnel- und Haltestellenbeton und damit auch auf die angrenzende Bebauung.

Kombi-News 11. Januar 2019
Los geht’s: Die Gleise werden im Ostteil des Bahntunnels unter der Kaiserstraße angeliefert. | Bild: Kasig

Das Aufschütten der Schotterschicht auf die zuvor verlegte Unterschottermatte erfolgt ebenfalls zunächst in Längsrichtung auf einer Hälfte des Fahrwegs - bis dann schließlich in einem dritten Arbeitsgang Schwellen und Gleise auf das Schotterbett gelegt werden. In gleicher Arbeitsfolge erfolgt schließlich auf der anderen, noch freien Fahrweghälfte der Gleisbau.

Kein Schotter für die Haltestelle Marktplatz

Für die Arbeiten im östlichen Ast des Tunnels sind drei Monate veranschlagt. Unmittelbar darauf folgt der westliche Ast zwischen Gleisdreieck unter dem Marktplatz und der Rampe Mühlburger Tor. In einem dritten Arbeitsgang ist dann der Südabzweig zwischen Gleisdreieck Marktplatz und der Rampe in der Ettlinger Straße auf Höhe der Augartenstraße an der Reihe.

Eine Ausnahme vom Schottergleisbett gibt es lediglich im Bereich des Gleisdreiecks: Hier werden die Schwellen in eine so genannte "feste Fahrbahn" gelegt - sie werden einbetoniert. Damit wird eine auch noch so minimale seitliche Bewegung der Gleise im Kurvenbereich des Gleisdreiecks vermieden.

Herbst 2019 liegen alle Gleise

Auch für den West- und den Südast des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels sind jeweils etwa drei Monate Gleisbauzeit veranschlagt: Mit Ende des dritten Quartals dieses Jahres sind dann die unterirdischen Gleise verlegt.

Kombi-News 11. Januar 2019
Stein für Stein: In der Haltestelle Kronenplatz werden die Wände mit Betonwerksteinen verkleidet. | Bild: Kasig

Parallel dazu laufen seit Anfang der Woche natürlich die übrigen Arbeiten am Innenausbau dieses Teilprojekts der Kombilösung weiter: Handwerker sind damit beschäftigt, die Verkleidung der Haltestellen mit den hellen Betonwerksteinen in den beiden Haltestellen Durlacher Tor und Kronenplatz anzubringen und in der Haltestelle Lammstraße die zum Befestigen der Betonwerksteine notwendige Unterkonstruktion mit Bohrungen auf dem Beton anzubringen.

In die Leerrohre eingezogen werden die Kabel für den elektrischen Strom an beiden Seiten verschiedener Tunnelabschnitte sowie unter den Bahnsteigen. Aufzüge werden montiert im Durlacher Tor und in der Haltestelle Kongresszentrum, in den Haltestellen Kronenplatz und Lammstraße sind die die Fahrtreppen an der Reihe.

Kombi-News 11. Januar 2019
Steht: Die Mundhäuser – das sind die oberen Enden der Aufzüge – in der Lammstraße wurden geliefert und montiert. | Bild: Kasig

Die glatten Rohbaubetonwände müssen nur noch auf einigen wenigen Restflächen in den Haltestellen Kronenplatz, Durlacher Tor und Lammstraße aufgeraut werden. Dann haben alle Treppenabgängen und Zwischenebenen ihr "gestocktes" Aussehen erreicht und sehen so aus, wie sie der Fahrgast nach Inbetriebnahme sehen wird.

Beim zweiten Teilprojekt der Kombilösung, dem Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse oben und einem Autotunnel darunter, ist der Startschuss am äußersten westlichen Ende des Baufelds erfolgt: Im Baufeld W 1 zwischen Ritterstraße und Karlstor wurden auf der Südseite Platanen gefällt.

Kriegsstraße teilweise gesperrt

Seit Freitag wird die oberirdische Nordfahrbahn der Kriegsstraße - also jene vor dem Bundesgerichtshof - zwischen Ritterstraße und Karlstraße für den Autoverkehr gesperrt, um in einem Teilbereich Kanalbauarbeiten vornehmen zu können.

Kombi-News 11. Januar 2019
Startschuss: Die beiden oberen Fahrstreifen der Kriegsstraße in Fahrtrichtung Westen (rechts) vor dem Bundesgerichtshof sind ab heute gesperrt. | Bild: Kasig

Die Sperrung sorgt dafür, dass einerseits von Osten kommend aus der Kriegsstraße heraus kein Rechts- oder Linksabbiegen in die Karlstraße möglich ist. Deshalb ist ab sofort für den nach Süden strömenden Verkehr die Kreuzung in der Kriegsstraße auf Höhe der Ritterstraße im teilweisen Betrieb.

Kreuzung Kriegsstraße/Karlstraße
(Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

Autofahrer können jetzt statt am Karlstor bereits hier nach links in die Südweststadt abbiegen und im übrigen auch aus der nördlichen Ritterstraße kommend die Kriegsstraße auf direktem Weg zur südlichen Ritterstraße queren. Die Kreuzung auf Höhe der Ritterstraße ersetzt dann auch den Wender am Karlstor, der durch die Sperrung der Nordfahrbahn zwischen Ritterstraße und Karlstraße ebenfalls nicht mehr erreichbar sein wird. 

Umleitung wegen Sperrung

Andererseits ist für Autofahrer, die von der Kriegsstraße aus nach Norden in die Innenstadt wollen, eine Umleitung ausgeschildert; zunächst geradeaus unter der Karlstraße hindurch bis zur Reinhold-Frank-Straße, dann nach rechts bis zum Mühlburger Tor und von dort erneut nach rechts in die Amalienstraße bis zur Karlstraße. Für Autofahrer mit dem Ziel Bundesgerichtshof (BGH) wird eine Umleitung ab der neuen Kreuzung an der Ritterstraße beginnend über die südliche Ritterstraße, die Mathystraße und die Karlstraße zum Karlstor beziehungsweise zur Herrenstraße ausgeschildert.

Kreuzung Kriegsstraße/Karlstraße
(Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

In den übrigen Baufeldern der Kriegsstraße werden die im Dezember unterbrochenen Arbeiten fortgesetzt: Im Baufeld W 3 zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße steht die Injektion der Weichgelsohle im Mittelpunkt der Arbeiten, um die Baugrube von unten gegen das Eindringen von Grundwasser zu schützen.

Suche nach Kampfmitteln wird fortgesetzt

Im Baufeld O 4 zwischen Ettlinger Tor und der Meidinger Straße und im Baufeld O 3 zwischen Meidinger Straße und Mendelssohnplatz sind Großbohrgeräte im Einsatz. Zudem beginnt in einem anderen Bereich des Baufelds das Herstellen der Leitwand, mit dessen Hilfe der Schlitzwandgreifer exakt senkrecht bis zu 20 Meter tief ins Erdreich gräbt. Fortgesetzt wird die Suche nach möglicherweise im Boden verbliebenen Kampfmitteln.

Östlich und westlich vom Mendelssohnplatz im Baufeld O 2 erfolgt im östlichen Teil des Baufelds der Aushub von Erdreich bis zur ersten Ankerlage und damit bis zur Arbeitsebene, von der aus die Weichgel-Injektionen ausgeführt werden. Im Westen beginnt nach erfolgreicher Dichtigkeitsprüfung der bereits erfolgten Injektionen in der nächsten Woche der Aushub der Baugrube bis hinunter zur zweiten Ankerlage.

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (28)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   BMWFahrer
    (189 Beiträge)

    14.01.2019 21:27 Uhr
    Diese "gestockten" Oberflächen
    machen es bestimmt nicht leicht, Graffity oder Kaugummi zu entfernen. Oder einfach nur Staub.

    Alle mir bekannten U-Bahn Stationen (London, Paris, Ruhrgebiet, München, ...) haben geflieste Oberflächen, an denen sich kein Schmutz festsetzen kann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   malerdoerfler
    (5059 Beiträge)

    13.01.2019 23:42 Uhr
    Es geht voran........
    .....ob ich die Eröffnung noch erleben darf?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bergdoerfler
    (1620 Beiträge)

    12.01.2019 18:30 Uhr
    Weiße Farbe?
    werden die Gleise wie in Italien mit weißer Farbe angestrichen?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Beobachter
    (46 Beiträge)

    12.01.2019 12:55 Uhr
    Kann ich helfen?
    Deutschland Hightechland mit mit angeblich höchster Kompetenz auf allen Gebieten?
    Keine großen Ausführungen. Nur ein kleiner Vergleich.
    Gotthard-Basistunnel: 157 Km Tunnelröhren, Bauzeit 17 Jahre!!
    U-Strab KA, bei Inbetriebnahme 2022: 2 Km 10 Jahre Bauzeit!!!!!!!
    Diese Leistung wird in jedem Entwicklungsland selbst noch mit der Spitzhacke unterboten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   NeoTiger
    (643 Beiträge)

    12.01.2019 18:26 Uhr
    Und wieviele ...
    .... Haltestellen in Beckelbauweise mitten in einer belebten Innenstadt hat man denn für den Gotthard Tunnel anlegen müssen, Sie Held der Arbeit? Musste der Gotthardtunnel außerdem durch Grundwasser-Kies gebohrt werden?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (5146 Beiträge)

    14.01.2019 16:03 Uhr
    Lieber Neo Tiger.....
    …. wahrscheinlich kennst du die Karlsruher Situation nicht.
    Die Haltestellen wurden in Deckelbauweise , also bis zum anstehenden Grundwasser offen unter Strababetrieb gebaut, mit ständigem Verschwenken der Gleise. Das hat jedes mal viel Zeit -ich schätze mal- insgesamt ein Jahr und den Fahrgästen viele Nerven gekostet. Als bei der Haltestelle Herrenstrasse der Tunnel eingebrochen war, gabs keine Stabas 14 Tage lang durch die Kaiserstrasse !
    Schnelleres Bauen wäre möglich gewesen, wenn die Kriegstrasse zuerst gebaut worden wäre, ohne Strabas in der Kaiserstrasse, dann hätte es immer eine Citynahe Ersatzstrecke gegeben und es wären gut 100 (!) Mio für die Gleisprovisorien gespart worden. Aber Tunnelheinz (CDU) und die SPD hatten Angst, dass bei Kriegsstrasse zuerst , erkannt worden wäre, dass der Tunnel nicht gebraucht werden würde. Damit wären uns Steuerzahlern eine Milliarde erspart geblieben. Der Knaller ist, dass schon 2015 die Bahnen schneller
    durch die City fahren sollten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   schoenix
    (105 Beiträge)

    14.01.2019 10:27 Uhr
    Richtig
    Zumal das Tunnelbohren selbst ja nicht sehr lange gedauert hat und wenn ich mich nicht ganz irre die Tunnelbohrer sowohl beim Gotthard als auch bei der Kombilösung beide von der Firma Herrenknecht kamen.

    Ach ja, Kampfmittel musste man beim Gotthard vermutlich auch nicht suchen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   stoersender
    (1238 Beiträge)

    12.01.2019 13:51 Uhr
    Hightechland
    Das war einmal... heute: abgewirtschaftet und abgehängt in jeder Hinsicht. Einzig die Sozialleistungsindustrie blüht auf.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (5146 Beiträge)

    14.01.2019 15:09 Uhr
    ..... Und die Profite....
    ….von Grossindustrie , Dienstleistern und Managergehälter explodieren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Eckfaehnchen
    (2597 Beiträge)

    12.01.2019 15:56 Uhr
    Die blüht
    und solange uns von der Obrigkeit die schwarze Null vorgegaukelt wird, regt sich auch kein Widerstand.
    Ich bin mir sicher, dass in spätestens zwei oder drei Jahren bei uns auf der Strasse die Gelben Westen zu sehen sind. Aber die Hauptverursacherin ist dann ja nicht mehr im Amt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: