Karlsruhe Bevor die Bagger anrücken: Am Karlstor steht die Dichtigkeitsprüfung an

Der Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen oberirdischen Gleistrasse und einem darunterliegenden Autotunnel geht nun auch am Karlstor in eine ganz entscheidende Phase: In einem Teil des Baufelds W 1 steht in den nächsten Tagen die Dichtigkeitsprüfung an. Mehr vom aktuellen Baufortschritt gibt es wie immer wöchentlich von der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig).

Die Dichtigkeitsprüfung gibt Auskunft darüber, ob das Baufeld durch die zuvor erfolgte Herstellung der Weichgelsohle nach unten dicht gegen eindringendes Grundwasser ist. Geht der Test positiv aus, können nun auch hier wieder die Bagger anrücken und das Baufeld bis zur Endtiefe ausheben, damit daraufhin der Ingenieurbau - also der Bau der Tunnelsohle, der Tunnelwände und der Tunneldecke starten kann. 

Im zweiten (westlichen) Teil des Baufelds läuft aktuell noch die Herstellung der Weichgelsohle. Zwei Baufelder weiter nach Osten, im "W 3" zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor, sieht die Sache dagegen bereits ganz anders aus: Hier befindet sich der Ingenieurbau auf der Zielgeraden, sprich: Vor dem Einkaufszentrum werden Tunnelsohlen, Tunnelaußen- und -mittelwände sowie Tunneldecken betoniert.

Erdaushub bis zur endgültigen Tiefe

Noch etwas weiter östlich, auf der westlichen Seite direkt an die Kreuzung Ettlinger Tor angrenzend im Baufeld W 4, wird die Baugrube immer tiefer: Der Erdaushub bis zur endgültigen Tiefe der Baugrube läuft gleichzeitig mit dem Abbruch der alten Stahlbetonwände der Unterführung der Kriegsstraße unter der Ettlinger Straße. 

Baustellenspaziergang zur Kombilösung, Kriegsstraße
Bild: Paul Needham

Weiter nach Osten, vom Ettlinger Tor bis zur Meidinger Straße, erstreckt sich das Baufeld O 4: Während im westlichen Teilbereich des Baufelds noch an der Herstellung der Weichgelsohle gearbeitet wird, ist im östlichen Bereich der Erdaushub bereits ganz unten angekommen: Hier steht das Herstellen des "Planums" - der direkt unter der späteren Tunnelsohle liegenden, geglätteten Bodenschicht - sowie das Aufbringen von Spritzbeton auf die Bohrpfahl- und Dichtwände, damit diese seitlichen Baugrubenverbauwände als Schalung für die Tunnelwände dienen können, auf dem Programm.

Am Mendelssohnplatz wird an den Tunneldecken gebaut

Zwischen Meidinger Straße und Mendelssohnplatz im Baufeld O 3 ist der Erdaushub bis zur ersten Ankerlage beendet. Jetzt steht neben dem Spannen der Anker des Baugrubenverbaus - die Herstellung der Weichgelsohle an. Ist diese dicht, geht der Erdaushub auch unterhalb des Grundwasserspiegels weiter.

Am Mendelssohnplatz geht es sowohl auf dem Platz selbst wie auch östlich daneben geschäftig zu: Östlich des Platzes wird an den Tunneldecken gebaut, so dass die wenigen Meter Lücke zum in der Ludwig-Erhard-Allee im Baufeld O 1 bereits hergestellten Tunnelabschnitt bald geschlossen sein werden.

Tunnelrundgang Kombilösung
Baustellenbesichtigung auf der Ludwig-Erhard-Allee zum Baustand der Kombilösung. Gesonderte Verkehrsführung um die Baustelle herum. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

An der endgültigen Oberfläche wird auf der Kreuzung Mendelssohnplatz gebaut: Hier entsteht die künftige Gleiskreuzung, die ab 26. Oktober von den Stadtbahnen und Straßenbahnen in Nord-Süd-Richtung beziehungsweise umgekehrt befahren werden wird sowie die künftige Straßenkreuzung.

Ausbau der Gleisbrücken am Mendelssohnplatz
Ausbau der Gleisbrücken | Bild: Hammer Photographie

Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße bis zur Augartenstraße sind Handwerker in vielen Einzelgewerken unterwegs: Der Gleisbau ist im Süd-Ast zwischen Gleisdreieck unter dem Marktplatz und der Rampe in der Ettlinger Straße weitgehend abgeschlossen.

Elektriker verlegen Meter für Meter Kabel

An den Bahnsteigen und den Wänden der beiden Haltestellen Ettlinger Tor und Kongresszentrum arbeiten noch die Monteure, die dort die hellweißen Betonwerksteine auf den Böden verlegen und in die Unterkonstruktion an den Wänden einhängen.

In den in allen Haltestellen vorhandenen Betriebsräumen arbeiten sich die Elektriker Kabelmeter um Kabelmeter vor: Die bereits eingebauten Fahrtreppen und Aufzüge müssen miteinander verschaltet werden, und auch die Technik zum Betrieb der Stadtbahnen und Straßenbahnen will installiert sein.

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