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Karlsruhe Baustart für Autotunnel: Kriegsstraße wird zur Großbaustelle

2017 heißt es für den zweiten Teil der Karlsruher Kombilösung: Baustart! Ab April werden die Arbeiten entlang der Kriegsstraße für den unterirdischen Autotunnel und die oberirdische Bahntrasse beginnen. Bereits im Februar werden erste vorbereitende Maßnahmen getroffen.

Die ersten Bauzäune für den zweiten Teil der Kombilösung werden im Bereich der Ritterstraße aufgestellt. Voraussichtlich ab Februar wird das Bauwerk nicht mehr passierbar sein und die ersten Abbrucharbeiten beginnen. Große Maschinen sollen im April folgen.

Umbau startet im April

Die Bauarbeiten erstrecken sich insgesamt von der Unterführung am Karlstor bis zum Knotenpunkt Ostendstraße in der Ludwig-Erhard-Allee. Gebaut wird der 1,6 kilometerlange Tunnel in neun Bauabschnitten - Stück für Stück. Gestartet wird im Westen im Abschnitt zwischen der Ritter- und der Badenwerkstraße am Festplatz und im Osten in der Ludwig-Erhard-Allee zwischen der Henriette-Obermüller- und Kapellenstraße. Die genauen Bauabschnitte haben wir in einem weiteren Artikel für Sie in der Übersicht!

Brücke Ritterstraße
Die Brücke an der Ritterstraße wird bereits im Februar gesperrt. | Bild: Ricarda Schäfer

Warum wird gerade in diesen beiden Abschnitten zuerst gebaut? "Das ergibt aus Sicht der Planungsingenieure baulich am meisten Sinn", so Sprecher Achim Winkel von der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig), "die zeitliche Abfolge der Bauabschnitte ist das Ergebnis von Überlegungen, die Bauzeit möglichst kurz und die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten." Ziel war es, eine der größten Verkehrsachsen der Stadt weiterhin ohne große Einschränkungen passierbar zu halten.

Immer zwei Fahrspuren pro Richtung

Der grundsätzliche Bauablauf ist in allen Abschnitten gleich: Gebaut wird in offener Bauweise, wie bereits in der Ettlinger Straße. Technisch ist der Bau weniger anspruchsvoll als in der Kaiserstraße, wo mit Tunnelvortrieb gearbeitet wurde. Als erster Schritt werden die Schlitzwände von Baggern gesetzt werden - diese brauchen Platz und werden ihn in der Mitte zwischen den Fahrbahnen finden. Falls noch nicht geschehen, werden die Fahrspuren links und rechts der Mitte verschwenkt.

Während der gesamten Bauzeit werden immer je zwei Spuren stadtein- und stadtauswärts zur Verfügung stehen. Wie das aussehen wird, kann heute schon streckenweise betrachtet werden; beispielsweise im Bereich vor und hinter dem Ettlinger Tor sowie auf der Ludwig-Erhard-Allee im Bereich des Einkaufszentrums am Mendelsohnplatz.

Größere Umleitungen erst 2018

Einschränkungen kommen auf die Verkehrsteilnehmer im größeren Ausmaße erst 2018 zu: An der Kreuzung  Mendelssohnplatz stehen im nächsten Jahr Umleitungen für Auto- und Gleisverkehr an. 2020 folgt die Kreuzung am Karlstor. Die alte Unterführung wird abgebrochen, im Anschluss wird der neue Tunnel gebaut. Der umstrittene Abluftkamin am Karlstor ist vorerst vom Tisch: Im Rohbau des Tunnels werden entsprechende Luftkanäle vorbereitet. Ein Jahr lang sollen die Luftwerte gemessen werden - dann soll eine Entscheidung fallen.

Die Verkehre werden ähnlich der lang gezogenen Kurve am Ettlinger Tor um die Baufelder an den Kreuzungen geleitet. Die Bahnen werden für den Zeitraum der Bauarbeiten vermutlich die Südostlinie oder über die Baumeisterstraße fahren - oder auch unter der Straße. "Eventuell ist 2020 bereits der unterirdische Südabzweig in der Ettlinger Straße in Betrieb", so Winkel. Radfahrer dürfen während der Bauzeit die Fahrbahnen nutzen - die Kasig empfiehlt jedoch die Cityrouten und die Parallelstraßen zu nutzen.

Wie sieht es derzeit auf den Baustellen der Kombilösung aus? Hier geht es zu unseren Webcams!

So wird der Tunnel gebaut

Der Autotunnel in der Kriegsstraße wird in offener Bauweise hergestellt: Zunächst werden Schlitzwände oder Bohrpfähle ins Erdreich eingebracht, dann folgt die Sohle. In dem dann U-förmigen "Kasten" erfolgt schließlich der Aushub des Erdreichs, der Einbau der Bodenplatte, der Wände und zu guter Letzt das "Aufsetzen des Deckels".

Der Aushub umfasst laut Kasig 300.000 Kubikmeter, eingebaut werden 98.000 Kubikmeter Beton und 22.800 Tonnen Stahl. Insgesamt müssen 47.000 Quadratmeter Schlitzwände und 18.500 Quadratmeter Bohrpfahlwände hergestellt werden. 90 Kilometer Anker sorgen zusätzlich für die Stabilität der Baugruben. Im Tunnel entstehen für die Autos 24.000 Quadratmeter Verkehrsfläche.

Der Autotunnel mit darüber liegenden Gleisen ist der zweite Teil der Kombilösung: Für das Zusammentreffen der beiden Teilprojekte steht seit Jahren symbolisch der Infopavillon "K." am Ettlinger Tor. Derzeit wird dort das Kombi-Bauwerk fertiggestellt.

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  •   Propagandahilfskraft
    (1104 Beiträge)

    09.01.2017 12:50 Uhr
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