Karlsruhe Baugrube am Ettlinger Tor wird immer tiefer und Gleisbau geht voran: Das passiert gerade auf der Kombi-Baustelle

Die Karlsruher Kombilösung: Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Bahnen wohl erst ein halbes Jahr später als geplant durch den Tunnel unter der Innenstadt hindurch fahren werden. Dennoch geht es auf der Baustelle unter der Fächerstadt voran: Stück für Stück werden die Gleise vom Marktplatz zum Mühlburger Tor verlegt.

Auch wenn bis zur Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels unter der Kaiserstraße noch Zeit ins Land zieht - der Gleisstrang wächst derzeit Meter für Meter: Seit Anfang April sind die Gleisbauer im Abschnitt zwischen Marktplatz und der Rampe Mühlburger Tor unterwegs.

Kombi-News 10. Mai 2019
Richtung Westen läuft unter der Kaiserstraße der Gleisbau wie hier im Gleisdreieck. | Bild: Kasig

In den sechs Wochen haben sie Unterschottermatten auf den Sohlenbeton in den Haltestellen und den Tunnelabschnitten dazwischen gelegt, die die Übertragung des Körperschalls der fahrenden Bahnen auf die Betonkonstruktion und damit auch auf das Erdreich und die angrenzenden Gebäude unterbinden werden. Das gibt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in einer Pressemeldung bekannt.

Süd-Ast muss am längsten auf Gleise warten

Danach folgten viele Lkw-Ladungen mit Schotter, der planiert und verdichtet wurde. Inzwischen sind die Arbeiter dabei, die bereits zuvor nach "unten" transportierten Gleise mit den Schwellen zu verschrauben und das Gleis auf den Schotter zu legen.

Bis etwa Ende Juni werden die Arbeiten auf dem West-Ast dauern - genau so lange wie zuvor im Ost-Ast zwischen Gleisdreieck und der Rampe in der Durlacher Allee. Zum Schluss folgt dann der Einbau der Gleise zwischen Juli und September auf dem Südabzweig.

Kombi-News 10. Mai 2019
Nach oben wird dieser Fahrstuhl in der Haltestelle Europaplatz nach der Montage fahren. | Bild: Kasig

Gleichzeitig zum Gleisbau ist noch eine andere Gruppe von Arbeitern mit schweren Lasten unterwegs: In der Haltestelle Europaplatz und in der größten künftigen unterirdischen Haltestelle Marktplatz werden die Betonsteine auf die Bahnsteigoberflächen und an die Haltestellenwände montiert. Zur Montage auf den Bahnsteigen gehört auch das exakte Einsetzen der "Randsteine" an der Bahnsteigkante sowie der Einbau der taktilen Leitstreifen für sehgeschädigte Fahrgäste.

Haltestellen bekommen Löschwasser-Rohre

Aber auch auf die Installateure wartet in den Haltestellen viel Arbeit: Einerseits werden überall und sprichwörtlich "am laufenden Meter" Löschwasserrohre eingebaut. Die Kollegen vom Elektrohandwerk ziehen ihre Leitungen in den dafür vorgesehenen Leerrohren oder auf den Kabelpritschen. In den künftigen unterirdischen Betriebsräumen werden diese Leitungen schließlich in Schaltschränke geführt.

Kombi-News 10. Mai 2019
Nach oben wird dieser Fahrstuhl in der Haltestelle Europaplatz nach der Montage fahren. | Bild: Kasig

Immer wieder ist auch das Einheben der Rolltreppen-Elemente und der Einbau von Aufzügen zu beobachten. Die Rolltreppen, die von der Oberfläche zur Zwischenebene hinunter führen, werden von "oben", also vom öffentlichen Straßenraum aus, montiert. Die Rolltreppen, die von der Zwischenebene hinunter zu den Bahnsteigen führen, werden zunächst in den Haltestellen angeliefert und von dort aus in Millimeterarbeit an Ort und Stelle gebracht.

Kombi-News 10. Mai 2019
Nach Osten zum bereits hergestellten Tunneleingang läuft der Tunnelbau im Bereich Mendelssohnplatz. | Bild: Kasig

Tunnelbau "pur" ist beim Umbau der Kriegsstraße im Bereich des Mendelssohnplatzes und zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor zu sehen: In beiden Baufeldern entstehen die Tunnelsohlen, die in einzelnen Abschnitten bewehrt und anschließend betoniert werden, die Tunnelaußenwände und die Tunnel-Mittelwand. Kaum ist ein Abschnitt mit den zentimeterdicken Stahlstäben bewehrt, rücken die Betonlaster an - während der nächste Abschnitt bereits wieder bewehrt wird.

Baugrube beim Ettlinger Tor wird tiefer und tiefer

Westlich des Ettlinger Tors steht der Abbruch des Deckels der früheren Unterführung der Kriegsstraße auf dem Bauprogramm. Auf der anderen, der östlichen Seite der Kreuzung Ettlinger Tor, wächst die Baugrube bereits in die Tiefe. 

Kombi-News 10. Mai 2019
Nach unten graben sich Abbruchbagger und Schaufelbagger am Ettlinger Tor, um den Tunnelbau vorzubereiten. | Bild: Kasig

Am Karlstor, östlich der Kreuzung zur Kriegsstraße, werden Bohrpfähle, die als Baugrubenverbau dienen und bis zu 20 Meter Tiefe reichen, hergestellt. Daneben werden die Vorbereitungen für den Einsatz des Schlitzwandgreifers, der samt Servicebagger, Mischanlage und Silos hierher verlegt wird, getroffen: Leitwände, die dem Greifer seinen Weg in die Tiefe vorgeben, und Fundamente für die Vorratssilos werden hergestellt.

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