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Karlsruhe Bänke, Lampen, Pflanzen: Der Marktplatz wird "möbliert" - und die Bürger können probesitzen

Der Karlsruher Marktplatz wird derzeit umgestaltet: Er soll zu einem Ort werden, an dem man sich gerne aufhält. Vor der Pyramide wird ein in den Boden eingelassener Brunnen entstehen und an den Seiten sollen Bänke, Pflanzenkübel und Leuchten zum Verweilen einladen. Ob die Bänke auch gemütlich sind, das können die Karlsruher Bürger bald selbst testen - und mitentscheiden.

Ende 2020 soll es so weit sein: Wo derzeit noch Bagger rund um die Karlsruher Pyramide unterwegs sind, soll in Zukunft ein Platz entstehen, der mitten in der Fächerstadt zum Verweilen einlädt. Neben einem Wasserspiel und einem nigelnagelneuen, weißen Granitbelag werden künftig Bänke, Leuchten und Pflanzenkübel auf dem Marktplatz zu finden sein - er wird "möbliert". 

Marktplatz Umgestaltung
So soll der Marktplatz nach seiner Umgestaltung aussehen. | Bild: Stadtplanungsamt Karlsruhe/Mettler Landschaftsarchitekten

Wie es auch beim privaten Möbelkauf oft der Fall ist: Die Auswahl ist schwer. "Bei den Bänken sind - bezogen auf die unterschiedlichen Standorte auf dem Marktplatz und in der Kaiserstraße - drei unterschiedliche Typen vorgesehen", teilt die Stadt Karlsruhe mit.

Bürger werden in die Entscheidung mit eingebunden

Bei so viel Auswahl wünscht sich die Fraktion der Grünen nun, dass die Karlsruher einen Anteil an der Entscheidung der Sitzmöglichkeiten haben, sie fordern von der Stadt eine "breite Bürgerbeteiligung zu organisieren". "Bei der Wahl der Bänke sind besonders die Bedürfnisse der älteren Generation und die der Menschen mit körperlichen Einschränkungen wichtig", so die Fraktion in ihrer Anfrage weiter. Zum Ausruhen oder Baby stillen: Je nach Alter oder Geschlecht müssten die Bänke unterschiedliche Funktionen erfüllen. 

Bürger können probesitzen: Ist die Bank bequem? 

Eine Bürgerbeteiligung ist von Seiten der Stadt schon geplant: Im Herbst 2019, bevor die Bänke, Pflanzenkübel und Lampen auf dem Marktplatz ihren Platz finden, werden diese drei "Einrichtungs-Elemente" in der Kaiserstraße präsentiert. Dann können die Karlsruhe Bürger ihr Feedback geben. "Anregungen können per Mail eingesandt werden, diese werden gesammelt und von der Verwaltung ausgewertet", so die Stadt Karlsruhe.

Neugestaltung Marktplatz
Wasserspiel, Bänke und hohe Leuchten: Der Marktplatz nach dem Umbau. | Bild: Mettler Landschaftsarchitektur/Stadt Karlsruhe

Eine persönliche Lieblingsbank aus verschiedenen Bänken aussuchen - das dürfen sie Bürger allerdings nicht. "Eine Auswahl unterschiedlich gestalteter Produkte, aus der man sich dann nach eigener Vorstellung einzelne Elemente auswählen kann, ist nicht vorgesehen", schreibt die Stadt in ihrer Stellungnahme. 

Die "Möbel" sind schon vorausgewählt, denn: Auch zum Rest der "guten Stube" - der neu gestalteten Kaiserstraße mitsamt Marktplatz - müssen die Elemente passen. Sie sollen alle aus einer ähnlichen Produktfamilie stammen, um gestalterisch ein einheitliches Bild zu erzeugen. Das Planungsbüro Mettler Landschaftsachitektur, das das Konzept für die Karlsruher Innenstadt entworfen hat, wurde ebenfalls mit eingebunden. 

Marktplatz-Umbau im Juni
Auf dem Marktplatz geht es voran: Die ersten weißen Granitsteine werden verlegt. | Bild: Thomas Riedel

Die Bauarbeiten am Marktplatz sind gerade erst gestartet: Im April hob Oberbürgermeister Frank Mentrup die symbolische erste Schaufel Kies aus. Rund eineinhalb Jahre wird dort nun gebaut. Im Moment werden die ersten weißen Bodenplatten verlegt, während - rund um die gut geschützte Pyramide - noch die Bagger unterwegs sind.

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  •   Zausel
    (7 Beiträge)

    22.06.2019 00:44 Uhr
    Blendend weißer Marmor
    Ein Blick auf die bislang nur kleine Fläche der bereits verlegten Bodenplatten lässt mich Schlimmes vermuten: pure Blendung für die Augen! Das wird vermutlich höchst unangenehm für die Augen, im gleißenden Sonnenlicht eines Tages über die große, fertige Fläche mit dem schönen weißen Marmor zu laufen - mal ganz abgesehen von der Sommerhitze, die diese riesige Steinfläche speichern wird.

    Wie Städtebauer in heutigen Zeiten des Klimawandels so an der Wirklichkeit vorbeiplanen und dabei Steuergelder sinnlos verschwenden können, ist mir ein Rätsel. Wenn auch die Ursprünge der Planung Jahrzehnte zurückliegen mögen, gebietet es der Intellekt - den ich doch dem einen oder anderen Verantwortlichen nicht absprechen möchte -, Fehler einzugestehen und zu korrigieren, solange es noch geht.

    Nicht vergessen: Die Stadt wird für ihre Bewohner ge- und/oder umgebaut, nicht für einige Politiker, deren Interessen mit denen der Karlsruher Bevölkerung nicht mehr viel gemein zu habe scheinen.
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  •   Zausel
    (7 Beiträge)

    22.06.2019 00:41 Uhr
    Dreimal..
    .. gepostet - Sorry. Die Redaktion hat zweimal das Posten verweigert. Mir war nicht klar, warum..
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  •   Zausel
    (7 Beiträge)

    22.06.2019 00:38 Uhr
    Blendend weißer Marmor
    Ein Blick auf die bislang nur kleine Fläche der bereits verlegten Bodenplatten lässt mich Schlimmes vermuten: pure Blendung für die Augen! Das wird vermutlich höchst unangenehm für die Augen, im gleißenden Sonnenlicht eines Tages über die große, fertige Fläche mit dem schönen weißen Marmor zu laufen - mal ganz abgesehen von der Sommerhitze, die diese riesige Steinfläche speichern wird.

    Wie Städtebauer in heutigen Zeiten des Klimawandels so an der Wirklichkeit vorbeiplanen und dabei Steuergelder sinnlos verschwenden können, ist mir ein Rätsel. Wenn auch die Ursprünge der Planung Jahrzehnte zurückliegen mögen, gebietet es der Intellekt - den ich doch dem einen oder anderen Verantwortlichen nicht absprechen möchte -, Fehler einzugestehen und zu korrigieren, solange es noch geht.

    Nicht vergessen: Die Stadt wird für ihre Bewohner ge- und/oder umgebaut, nicht für einige Politiker, deren Interessen mit denen der Karlsruher Bevölkerung nicht mehr viel gemein zu habe scheinen.
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  •   Zausel
    (7 Beiträge)

    22.06.2019 00:38 Uhr
    Zu hell!
    Ein Blick auf die bislang nur kleine Fläche der bereits verlegten Bodenplatten lässt mich Schlimmes vermuten: pure Blendung für die Augen! Das wird vermutlich höchst unangenehm für die Augen, im gleißenden Sonnenlicht eines Tages über die große, fertige Fläche mit dem schönen weißen Marmor zu laufen - mal ganz abgesehen von der Sommerhitze, die diese riesige Steinfläche speichern wird.

    Wie Städtebauer in heutigen Zeiten des Klimawandels so an der Wirklichkeit vorbeiplanen und dabei Steuergelder sinnlos verschwenden können, ist mir ein Rätsel. Wenn auch die Ursprünge der Planung Jahrzehnte zurückliegen mögen, gebietet es der Intellekt - den ich doch dem einen oder anderen Verantwortlichen nicht absprechen möchte -, Fehler einzugestehen und zu korrigieren, solange es noch geht.

    Nicht vergessen: Die Stadt wird für ihre Bewohner ge- und/oder umgebaut, nicht für einige Politiker, deren Interessen mit denen der Karlsruher Bevölkerung nicht mehr viel gemein zu habe scheinen.
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  •   Zausel
    (7 Beiträge)

    22.06.2019 00:37 Uhr
    Blendend weißer Marmor
    Ein Blick auf die bislang nur kleine Fläche der bereits verlegten Bodenplatten lässt mich Schlimmes vermuten: pure Blendung für die Augen! Das wird vermutlich höchst unangenehm für die Augen, im gleißenden Sonnenlicht eines Tages über die große, fertige Fläche mit dem schönen weißen Marmor zu laufen - mal ganz abgesehen von der Sommerhitze, die diese riesige Steinfläche speichern wird.

    Wie Städtebauer in heutigen Zeiten des Klimawandels so an der Wirklichkeit vorbeiplanen und dabei Steuergelder sinnlos verschwenden können, ist mir ein Rätsel. Wenn auch die Ursprünge der Planung Jahrzehnte zurückliegen mögen, gebietet es der Intellekt - den ich doch dem einen oder anderen Verantwortlichen nicht absprechen möchte -, Fehler einzugestehen und zu korrigieren, solange es noch geht.

    Nicht vergessen: Die Stadt wird für ihre Bewohner ge- und/oder umgebaut, nicht für einige Politiker, deren Interessen mit denen der Karlsruher Bevölkerung nicht mehr viel gemein zu habe scheinen.
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  •   IchKA
    (738 Beiträge)

    21.06.2019 22:08 Uhr
    Die Sonne scheint immer noch von Norden auf den Marktplatz
    beim Bild "Marktplatz" nach dem Umbau. Wie wunderbar, dass die Bürger jetzt in die Entscheidungen eingebunden werden, zumindest was die Sitzgelegenheiten anbetrifft. Wie sieht es mit den anderen (Fehl-) Entscheidungen? aus?. Vierarmige Schinkeleuchten am klassischen Marktplatz ? Fehlanzeige. Stattdessen flächige Lichtstelen als Stadionbeleuchtung nachdem schon das Lichtkonzept vor dem Schloss völlig daneben gestaltet ist. Die Abgänge der kleinsten U-Bahn der Welt haben immer noch die wuchtige Betonumfassungen statt filigrane sich öffnende Kunstschmidearbeiten. Viele Städte reißen ihre Steinplatten raus und bauen jetzt stimmungsvolles wertiges Kopfsteinpflaster ein. In KA reißt man es raus. Dass die Wasserspiele den Hitzesommern entgegenwirken sollen ist der Nachverdichtungswitz des Jahres. Man kann sich nur wundern was Rathaus und Co fabriziert und dann, wenn alles gelaufen und durchgedrückt ist, die Bürger ein bisschen mitbestimmen lassen. Bei den Sitzgelegenheiten. Na toll.
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  •   Waterman
    (6364 Beiträge)

    21.06.2019 21:25 Uhr
    Das wahre Problem bleibt unerwähnt
    Da die meiste Zeit des Jahres der Aufenthalt auf dem neuen Marktplatz wohl wegen Hitzebildung und unerträglichen Temperaturen nicht möglich sein wird, reichen ein paar Bäume und ein Wasserspiel nicht.

    Man sollte man an die Wurzel des Übels gehen:

    Da die vorherrschende Windrichtung von Westen ist, steht das Rathaus und die angrenzenden Gebäude einer Entlüftung des Marktplatzes entgegen. Diese müssen unbedingt abgerissen werden und eine Schneise für die Frischluftzufuhr geschlagen werden. (Vielleicht auch noch die Kirche auf der anderen Seite)

    Die Temperaturen in Karlsruhe können nur auf diese Weise ein erträgliches Flanieren für den kritischen Bürger erlauben und ein Auskühlen der Granitsteine auf erträgliche Temperaturen ermöglichen.

    Anonsten ist selbst in den moderaten Monaten wie Januar, Februar, März, April, Mai, September, Oktober, November und Dezember kaum ein Aufenthalt in dieser Steinwüste möglich.
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  •   olafb
    (280 Beiträge)

    21.06.2019 20:42 Uhr
    Kein großer
    Unterschied zum alten Marktplatz. Die störenden Strabas sind zwar weg, aber dafür ist der Marktplatz nun ein Hitzefänger mit viel Beton und Granitplatten. Man fragt sich als gemeiner Bürger dieser Stadt, wie so ein Architekturentwurf gewinnen konnte.
    Flanieren macht da sicher kein Spass. Da hätte man das mit der U-Strab grad bleiben lassen können.
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  •   teflon
    (2715 Beiträge)

    21.06.2019 19:41 Uhr
    Das Ganze sieht nach einem
    steril, praktischen Exerzierplatz aus und verwandelt sich an Sommertagen zum nicht abkühlenden Backofen. In Summe hat das eher den Geschmack von Schickelgrubers Germaniaentwurf denn von einem innenstädtischen Mitelpunkt, wo man sich gern aufhält.Bin mal gespannt, wann das den grünen Klimaneurotikern auffällt. Allerdings ist der Platz perfekt für die Schülerdemos geeignet -nur nicht im Juli und August, weil da das Protestpersonal mit Mami & Papi auf Malle, in er Türkei oder in der Dom-Rep weilt und es ausserdem zu heiss zum demonstrieren ist.
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  •   Holzbierebub
    (295 Beiträge)

    21.06.2019 20:27 Uhr
    Immerhin war unser Marktplatz mal
    eine Zeit lang nach ihm benannt.

    Zitat von teflon In Summe hat das eher den Geschmack von Schickelgrubers Germaniaentwurf


    Ach, hätte der Alois doch lieber in die Donau ge######. grinsen
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