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Karlsruhe Autotunnel Kriegsstraße: Könnte er auch länger werden?

Ende April fiel der Startschuss für den zweiten Teil der Kombilösung. Seither laufen die Arbeiten für den Bau des 1,6 Kilometer langen Autotunnels unter der Kriegsstraße. Könnte der Tunnel auch darüber hinaus verlängert werden? Denkbar wäre es - zumindest grundsätzlich.

Der Autotunnel reicht vom westlichen Ende der Ludwig-Erhard-Allee bis zur Kreuzung Kriegs- und Karlstraße. Wieso nicht länger - über die Kreuzung mit der Reinhold-Frank-Straße hinaus? Diese Frage kam bei einer Diskussionsrunde von Einzelhändlern mit Vertretern städtischer Behörden, der Polizei und der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) auf. Veranstaltet wird die Runde von Lars E. Dragmanli und Petra Lorenz, Laden-Besitzerin und Initiatorin der Einzelhändler-Interessengemeinschaft "Für Karlsruhe", von den Freien Wählern.

Grundsätzlich könne man Tunnel verlängern

Vor allem die Kreuzung der Reinhold-Frank-Straße mit der Kriegsstraße sei problematisch, merkte der Vertreter eines Karlsruher Hotels in der Diskussionsrunde kritisch an. Dort seien immer wieder chaotische Szenen zu beobachten, so der junge Mann. "Warum wurde denn der Autotunnel in der Kriegsstraße nicht bis dorthin verlängert?", will er von den anwesenden Verantwortlichen wissen.

Grundsätzlich könnte man den Tunnel natürlich verlängern, so die Verantwortlichen - allerdings müsste die Stadt die Kosten aus der eigenen Tasche zahlen. Denn: Die Entscheidung, wie der Autotunnel in der Kriegsstraße aussehen wird, fiel bereits vor vielen Jahren und ist gekoppelt an den Willen der Bürger. 

Autotunnel würde Förderung verlieren

Nach dem positiven Bürgerentscheid von 2002 hatte die Kasig einen Antrag auf Förderung und eine Planung erstellt. 2004 landete der Antrag beim Innenministerium von Baden-Württemberg. Nach einem Ergänzungsantrag 2010 wurde das Teilprojekt Kriegsstraßentunnel 2013 dann endgültig in das Bundesprogramm des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) aufgenommen.

Damit erhält das Bauprojekt finanzielle Unterstützung von Bund und Land. Beide tragen 80 Prozent der Baukosten für das insgesamt 230 Millionen Euro teure Tunnel-Projekt. Eine Verlängerung hätte damals in die Planungen aufgenommen werden können, hätte allerdings die Wahrscheinlichkeit verringert, Fördermittel auch für den zweiten Teil der Kombilösung zu erhalten. Denn mit der aktuellen Planung der "Kombilösung" ist der Autotunnel an die oberirdische Bahntrasse gekoppelt - und diese endet am Karlstor.

Verlängerung des Tunnels ist mögliche Option in Zukunft

Bei einer Verlängerung des Autotunnels sei der zweite Teil der Kombilösung nicht mehr förderungsfähig, erklärt Kasig-Chef Uwe Konrath. Soll heißen: Würde man den Autotunnel einfach verlängern, müssten die Kasig und die Stadt die Kosten hierfür komplett aus eigener Tasche zahlen.

Aus diesem Grund ist laut Konrath aktuell keine Änderung geplant. Der Kasig-Chef schließt bei der Diskussion allerdings nicht aus, dass der Autotunnel in der Kriegsstraße in der Zukunft weiter verlängert werden könnte - zumindest in der Theorie. Die Entscheidung liege dann aber bei der Stadt. 

 

Fahrplan für den Kriegsstraßen-Tunnel:

Lange hatten die Verantwortlichen um den Bau des Autotunnels bangen müssen, seit Ende April laufen die Bauarbeiten in der Kriegsstraße: In neun Bauabschnitten entsteht hier für 230 Millionen Euro ein insgesamt 1,6 Kilometer langer, durchgängiger Autotunnel mit zwei Röhren.
  • April 2017: Baubeginn für den Tunnelrohbau
  • November 2019: Baubeginn des Straßen- und Gleisbaus
  • November 2020: Baubeginn Tunnelausstattung wie z.B. Rettungseinrichtungen und Lüftungen für den Brandschutz
  • Mai 2021: Fertigstellung des Tunnelrohbaus
  • September 2021: Inbetriebnahme des Tunnels
  • Dezember 2021: Passend zum Fahrplanwechsel Inbetriebnahme der Straßenbahn
Wie sieht es derzeit auf den Baustellen der Kombilösung aus? Hier geht es zu unseren Webcams!
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Kommentare (10)
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  •   LJ_Skinny
    (161 Beiträge)

    18.05.2017 14:01 Uhr
    Sagt ja schon alles
    Im Prinzip sagt das ja alles. Prinzipiell kann man es verlängern.... Kostet die Stadt aber zu viel Geld und wird es so nie geben.
    Der Tunnel konnte ja nur über den Beschiss mit der Kopplung der U-Strab gebaut werden.

    Im Grunde ist der Tunnel wichtiger als der U-Strab. Da dieser wirklich die Leute schneller in Zentrum bringen kann.
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  •   denis_g_v
    (68 Beiträge)

    15.05.2017 18:59 Uhr
    Einfach...
    Turbokreisverkehr auf die Kreuzung Reinhold-Frank-/ Kriegsstraße bauen. Platz gibt's genug, Verkehrsfluss wäre deutlich besser. Aber Kreisverkehr und Karlsruhe... geht gar nicht grinsen
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  •   chris
    (340 Beiträge)

    15.05.2017 18:51 Uhr
    Kriegsstrassentunnel quert Rheinhold-Frankstraße
    Der Vorteil der Verlängerung des Kriegsstraßentunnels über die Rheinhold-Frankstraße hinaus liegt auf der Hand. Das Nadelöhr Kreuzung Kriegsstrasse und Rheinhold-Frankstrasse würde extrem entlastet werden. Damit könnte auch der Verkehr vom Mühlburger-Tor kommend schneller abfließen.
    Langfristig sollte die Stadt diesen Plan daher im Auge behalten. Von der Waldstraße bis über die Rheinhold-Frankstraße sind es auch max 800 m. Das Kriegstraßentunnel käme also kurz nach der Kreuzung in der Nähe der Allianz-Niederlassung wieder ans Tageslicht. Noch toller wäre freilich die Fortführung des Tunnels bis zum Kühlen Krug. Technisch wird das aber wohl nicht machbar und auch nicht finanzierbar sein.
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  •   LJ_Skinny
    (161 Beiträge)

    18.05.2017 13:58 Uhr
    Verlängerung
    Den Tunnel über die komplette westliche Kriegsstrasse hätten in der Tat einen riesen Sinn gemacht. Denn der Zubringer in die Stadt ist regelmäßig verstopft und alle wollen dort mehr oder weniger ins ZENTRUM. Die Kreuzung Rheinholdfrankstrasse ist wirklich optimierungsbedürftig. Gerade der Rückstau AUF der Kreuzung...
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    15.05.2017 14:03 Uhr
    Könnte er auch länger werden?
    Tritt mal zurück , er könnte auch länger werden grinsen

    Ganz ehrlich - das ist doch schon alles vom Tisch. Als wenn man da jetzt über nacht noch umentscheiden könnte.
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    15.05.2017 14:30 Uhr
    Und selbst wenn
    würde die endgültige Entscheidungsfindung, Planung und Durchführung sowieso auch wieder 25 Jahre dauern....ob sich das für einen Kilometer lohnt sei dahingestellt.
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  •   ralf
    (3531 Beiträge)

    15.05.2017 11:54 Uhr
    Abzweig Brauerstraße
    Ein beachtlicher Teil des vom Rüppurrer Tor kommenden Verkehrs fährt wohl nicht weiter Richtung Kühler Krug, sondern biegt auf die Brauerstraße ab. Ich denke, ein Abzweig würde zu komplex werden.
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  •   mueck
    (9082 Beiträge)

    15.05.2017 11:32 Uhr
    !
    Eine Verlängerung auf der Trasse der Kriegsstr. wäre technisch schwierig, weil's enger wird und dadurch ohne Ausfahrten bis zum Kühlen Krug ziemlich lang würde.
    Realistischer wäre es, eine kürzere tiefergelegte Linksabbiegemöglichkeit in die Brauerstr. zu schaffen, damit wäre der Knoten schon stark entlastet und man könnte über die großzügiger ausgebaute Brauerstr. zur Südtangente und weiter in die Pfalz ...

    Zur Finanzierung: Man könnte es so finanzieren, wie man den Kriegsstraßenteil der Kombi hätte finanzieren wollen, wenn der Diebstahl für den Autofahrernutzen aus dem ÖV-Topf nicht funktioniert hätte (was ja dank Bundesrechnungshof beinahe doch noch schief gegangen wäre ...)
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  •   MichaelObert
    (157 Beiträge)

    15.05.2017 11:54 Uhr
    Die Untertunnelung der Brauer- bzw. Renhold-Frank-Str.
    wurde schon seit Jahrzehnten diskutiert und aus technischen Gründen verworfen. Wie Sie richtig sagen, wäre ein Geradeaustunnel in die Kriegsstraße technisch schwer möglich, hätte in jedem Fall wegen der Enge der Straße eine problematische Rampe zur Folge. Er hätte aber auch keinen Sinn, weil die Hauptfahrtrichtung von der Kriegsstraße in die Brauerstraße geht. Ein abknickender Tunnel wäre nun aber wiederum technisch sehr problematisch bei einem eher geringen Entlastungseffekt für die Kreuzung. Ich hätte eigentlich erwartet, dass dies auf der Veranstaltung zur Sprache gekommen wäre.
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  •   mueck
    (9082 Beiträge)

    15.05.2017 12:39 Uhr
    !
    Ich war nicht dabei, weiß also nicht, ob das da angesprochen wurde.
    Linksabbieger sind eigentlich das störendste bei einer Knotenkapazität. Den Hauptverkehrsstrom wegzukriegen, täte m.E. durchaus was bringen. Wenn man erst nach der Gartenstr. wieder auftaucht, sollte Platz genug da sein im Grünstreifen auf Kosten des Boulevardcharakters. Evtl. muss man die Ausfahrt aus der TG anders organisieren.
    Besser wäre natürlich eine Lösung mit weniger Autoverkehr insgesamt, In der Ettlinger Str. und westl. Durlacher Allee hat die Verkehrsberuhigung ja auch ganz prima funktioniert ... zwinkern
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