Browserpush
63  

Karlsruhe Alpine-Pleite: Mentrup hat jetzt ein Glaubwürdigkeitsproblem

"Wir brauchen keinen Plan B", erklärte Oberbürgermeister Frank Mentrup noch vor wenigen Monaten auf die Nachfrage von ka-news, was denn im Falle einer Pleite von Alpine oder eines anderen an der Kombilösung beteiligten Unternehmens passieren würde. Nun wurde er von der Realität eingeholt - und hat damit ein ernstes Glaubwürdigkeitsproblem. Ein Kommentar von Felix Neubüser.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf, besagt eine Redensart. Die galt offenbar auch vor drei Monaten, als der damals noch frisch gebackene Oberbürgermeister Frank Mentrup die Alpine-Führung zum Rapport nach Karlsruhe einbestellte. Keinen Grund zur Sorge, so der Tenor der im Anschluss abgehaltenen Pressekonferenz - Alpine ist über den Berg. Die Firma, deren Logo an praktisch allen Kombilösungsbaustellen prangt, ist gerettet.

Öl im Feuer der Kombi-Gegner

Zu früh gefreut. Am Dienstagabend wurde genau das Realität, was doch eigentlich nicht sein darf. Zugegeben: Selbst wenn die Stadt und ihr OB diese Möglichkeit damals schon offen in Betracht gezogen hätten, an der Situation heute hätte das vermutlich nicht viel geändert. Vermieden hätte man damit allerdings das Glaubwürdigkeitsproblem, das alle Beteiligten inklusive dem Oberbürgermeister nun haben - und das ist Öl im Feuer der Kombi-Gegner.

In Zukunft müssen Mentrup und Co. damit rechnen, dass jede Aussage zu Kosten, Bauzeit oder Baufortschritt um so kritischer hinterfragt wird. Das Beispiel Alpine hat schließlich bewiesen: Was heute nicht sein darf, kann schon morgen Realität sein - egal was man gestern gesagt hat.

Weitere Kommentare und Meinungsbeiträge bei ka-news

Mehr speziell zum Thema Alpine und Kombilösung:

Alpine-Pleite: Kombilösung geht weiter - Zeitverlust droht

Alpine steht vor der Pleite - wie geht es mit der Kombilösung weiter?

Österreichische Alpine Bau GmbH hat Insolvenz angemeldet

Kombilösung: Alpine will zurück in den Zeitplan

Kombilösung: OB Mentrup bestellt Alpine zum Rapport

Kommentar: Kombilösung: Kein Plan B bei Firmenpleite? Hoffen reicht nicht!

Kombilösung und Alpine Bau: "Arbeiten werden vertragsgemäß umgesetzt"

Kombilösung: Entspannung am Durlacher Tor - hoffen auf Alpine Bau

Pleite-Szenario bei Kombilösung - Land hilft nicht unbedingt

Kombilösung: Alpine Bau mit "erheblichen Verlusten" - wer zahlt bei Pleite?

Kombilösung: Alpine-Finanzprobleme haben auch Kasig überrascht

Kombilösung: Alpine Bau in Zahlungsschwierigkeiten?

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (63)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    20.06.2013 17:25 Uhr
    Ja...
    Zitat von ha551 Noch Fragen hierzu?


    Wie war das nochmal mit der Arroganz-Arena München, der Alpine und dem Wildmoser? Und warum hat man damals nur den '60er Wildmoser erwischt, obwohl doch zwei Vereine Bauherren waren?

    Zur Kombilösung ist schließlich schon alles gesagt, was man nach dem derzeitigen Sachstand sagen kann - alles weitere kommt erst nach Amtsantritt des Insolvenzverwalters...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (10983 Beiträge)

    20.06.2013 20:18 Uhr
    nur weil da einmal ...
    Alpine Bau
    Ob es stimmt weiß ich nicht, weil es nur dem Kommentarbereich entnommen ist:
    Im zweiten Korruptionsprozess um den Bau der Münchner Allianz Arena ist der Chef des österreichischen Baukonzerns Alpine, Dietmar Aluta-Oltyan, zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 1,8 Millionen Euro Geldbuße verurteilt worden…. Der mitangeklagte Alpine-Finanzchef wurde zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und 450 000 Euro Bewährungsauflage verurteilt.

    ... warum waren dann die Konstruktionen mit Scheinrechnungen notwendig?

    Aber hier in Karlsruhe mogelt keiner!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (278 Beiträge)

    20.06.2013 16:36 Uhr
    So jetzt reichts mit dem Lügen,
    was kann der neue OB dazu, wenn diese Firma Pleite geht ? der ist erst seit 100 Tagen im Amt und wird so nieder geknüppelt. Fragt doch mal den Casazza und die Mergen, die waren doch an vorderster Front, als es um die Pleitefirma Alpina ging. Wir haben in Deutschland genug Spezialfirmen, die so etwas ausführen können. Aber nein,es muss eine Firma von dem Ort sein, wo Casazza wohnt. Noch Fragen hierzu? Die kann, wenn er etwas dabei denkt, selber beantworten. Die Mergen soll doch einmal Hand anlegen, damit dier Tunnel schneller fertig wird. Auf gehts, nur nich nach lassen. Dem neuen OB wünsche ich nur viel Glück und Durchsetzungsvermögen gegen die Hinterlistigen und Besserwisser.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Waterman
    (6735 Beiträge)

    20.06.2013 09:21 Uhr
    Plan B
    Dies ist ein Begriff, der in Krimis oder in der Fiktion vorkommt.

    Die Stadt Karlsruhe und Alpine haben einen Vertrag geschlossen, der, solange er von beiden Seiten erfüllt wird, nicht oder nur in gegenseitigem Einvernehmen geändert werden kann.

    Probleme sind aufgrund dieses Vertrags zu regeln.

    Offensichtlich ist Alpine in Problemen und muss, um ein kriminelles Verhalten nicht zu provozieren, Insolvenz anmelden. Der Insolvenzverwalter muss nun die vorhandene Masse prüfen, dazu gehören auch die Tochterunternehmen, um zu sehen, ob überhaupt ein Insolvenzverfahren eröffnet wird. Wird es eröffnet, gehen alle Arbeiten erst mal weiter und der Insolvenzverwalter versucht, für die Gläubiger, zu retten, was zu retten ist. Dazu kann auch eine Sanierung unter Verzicht von Forderungen gehören oder Verkauf von Teilen.

    Das sind gesetzlich geregelte Vorgänge und, wie es einige hier fordern, einfach alles einzustellen und eine "Plan B" zu machen, ist Quatsch und, wie erwähnt, etwas für Rambo-Filme
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (12316 Beiträge)

    20.06.2013 11:15 Uhr
    !
    Hinzu kommt, dass Vertragspartner wohl nicht eine einzelne Alpine-Gesellschaft zu sein scheint, sondern eine Arge aus 4 Gesellschaften aus dem Alpine-FCC-Kuddelmuddel und wenn die Verträge vernünftig geschlossen wurden, haften die gesamtschuldnerisch, d.h. Plan B ist erst nötig, wenn alle 4 Pleite wären incl. der spanischen Alpine-Mutter FCC, die da auch mit drin hängt. Insofern hat man vorrangig auf Alpine-Seite ein Problem, aber derzeit noch nicht unbedingt auf KASIG-Seite ...

    Wie gesund ist denn die spanische FCC?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (10983 Beiträge)

    20.06.2013 12:42 Uhr
    wie gesund?
    sehr gesund, weil sie ja nur 246 Milionen einschießen. zwinkern

    2012 übernahm die spanische FCC die restlichen Anteile von Aluta-Oltyans und besitzt somit 100 Prozent der Alpine Holding Die Gläubiger – rund 50 österreichische und ausländische Banken – stimmten einem Forderungsverzicht in Höhe von 150 Millionen Euro zu und der spanische Mutterkonzern FCC schießt insgesamt 246 Millionen Euro in seine Tochter ein.

    Wo stecken jetzt eigentlich die fehlenden Milliarden?
    Loch buddeln, alte Peseten rein, Loch zu? Ach so, Währung kann ja verfallen und sich ändern. Also steckt es vll in der goldenen Stadt? Haben die dort unterirdische Strabse? Niemals! Dort wird es also auch nicht stecken. grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kscgrufti
    (3735 Beiträge)

    20.06.2013 09:44 Uhr
    Die Arbeiten
    gehen aber keinesfalls bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens automatisch weiter, sondern nur nach eingehender Prüfung der Wirtschaftlichkeit durch den Insolvenzverwalter. Sollte das Insolvenzverfahren aber mangels Masse abgelehnt werden, dann ist definitiv Schicht im Schacht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Waterman
    (6735 Beiträge)

    20.06.2013 09:03 Uhr
    Etwas Praxis
    In der Regel gibt es nach einem Vertragsschluss eine Vorauszahlung gegen eine Bankbürgschaft, damit der Unternehmer mobilisiert und die Arbeiten startet. Ebenfalls muss der Unternehmer eine Ausführungsbürgschaft in Höhe von 10% des Auftragswerts leisten.

    Danach wird monatlich eine Rechnung nach Aufmaß von geleisteten Arbeiten erstellt und nach Prüfung durch die Bauaufsicht innerhalb einer vereinbarten Zeit bezahlt. Die Anzahlung wird von der Rechnung pro rata abgezogen. Zugleich erfolgt noch ein Einbehalt von 5-10%, der erst nach Vollendung der Arbeiten bzw. der Gewährleistung bezahlt wird.

    Wird ein Subunternehmer nicht durch den Hauptunternehmer bezahlt, kann der Bauherr eine direkte Bezahlung des Subunternehmers vornehmen.

    So ist das bei internationalen Verträgen gemäß FIDIC, die ich kenne, bei der VOBist es wohl ähnlich.

    Jedes Projekt ist einzigartig mit seinen Problemen aber lösbar.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (106 Beiträge)

    20.06.2013 08:36 Uhr
    Plan B
    Das Glaubwürdigkeitsproblem hat in meinen Augen nicht Herr Mentrup, sondern Alpine. Wenn die Stadt mehrfach die Info von Alpine (von deren Management, nicht von der Pressestelle) bekommt, dass alles auf gutem Weg ist, kann man dem natürlich misstrauen. Aber was hätte man tun sollen? Selbst bezahlte Wirtschaftsprüfer losschicken und den wahren finanziellen Zustand von Alpine ermitteln lassen? Öffentlich die Kreditwürdigkeit in Frage stellen? Es trägt nicht unbedingt zu einer guten Zusammenarbeit bei, wenn man die Aussagen aller beauftragten Firmen anzweifelt und ihnen prophylaktisch unabhängige Wirtschaftsprüfer auf den Hals hetzt.
    Wer sagt denn, dass die Stadt nicht doch einen Plan B hat, der eben aus bestimmten Gründen nicht kommuniziert wurde?
    Herr Mentrup hätte ein Glaubwürdigkeitsproblem, wenn er wissentlich etwas Falsches kommuniziert hätte. Aber woher hätte er zuverlässigere Infos über Alpines Zustand bekommen sollen?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (10983 Beiträge)

    20.06.2013 09:16 Uhr
    sehe ich ähnlich
    Nicht derjenige der mit Vertrauensvorschuss an eine aAgelegenheit geht hat ein Galubwürdigkeitsproblem, sondern (falls es denn überhaupt so war) derjenige, der bewusst das entgegengebrachte Vertrauen missbraucht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 7 (7 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen