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Karlsruhe Abriss der Lammstraßenbrücke: Kälte macht auch Material zu schaffen

Seit dem Wochenende hat sich das Bild der Kriegsstraße in Karlsruhe für immer verändert: Die letzte Brücke über die wichtige innerstädtische Achse wurde abgerissen. Dabei machte nicht nur die Kälte den Sägen zu schaffen.

Nach über 50 Jahren musste die Brücke über die Kriegsstraße nun weichen, der Fußgängerüberweg in Höhe der Lammstraße ist nun Geschichte. Zwischen Samstagabend und Montag früh wurde das Bauwerk abgerissen. Stück für Stück wurde sie zersägt und die Einzelteile in "handlicher" Größe zerkleinert und abtransportiert. Dafür musste auch die Kriegsstraße in dem Bereich komplett gesperrt werden. Mit den Abrissarbeiten ist man bei der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) zufrieden. "Es lief alles gut, das wichtigste war, dass wir den Zeitplan einhalten", sagt Achim Winkel, Pressesprecher der Kasig, im Gespräch mit ka-news. 

Doch die eisigen Temperaturen haben nicht nur den Bauarbeitern zu schaffen gemacht. "Auch das Material hat gelitten, phasenweise ist das Wasser, das die Sägen kühlen soll, gefroren - obwohl mit Salz gearbeitet wurde", so Winkel weiter. Um den Zeitplan auch einhalten zu können, kam extra eine weitere Säge zum Einsatz. "Eine Säge ist uns auch kaputtgegangen, aber die Firma war dafür bestens vorbereitet. Und zeitlich gibt es immer einen Puffer, den sich die Firma gesetzt hat!" Gegen 2 Uhr in der Nacht auf Montag konnte die Kriegsstraße dann wieder für den Verkehr freigegeben werden: "Früher als geplant", so Achim Winkel weiter. 

 

Wiedersehen mit dem Brückenbeton?

Nachdem die Brückenteile mittlerweile abtransportiert wurden, werden sie sozusagen recycelt. Da die Lammstraßenbrücke aus einem Verbund von Stahl und Beton bestand, werden in einem ersten Schritt die beiden Materialien voneinander getrennt. "Der Stahl kann wieder eingeschmolzen werden und findet so eine neue Aufgabe. Der Beton wird derweil zerkleinert und könnte als Schüttmaterial die Grundlage von Straßen bilden", erklärt Achim Winkel. Vielleicht kommt es ja im Zuge der Bauarbeiten zum Tunnel unter der Kriegsstraße zu einem Wiedersehen mit dem Beton - wenn auch unsichtbar unter der Straße. 

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  •   ManuM
    (5 Beiträge)

    26.02.2018 20:36 Uhr
    Nicht für Fahrräder geeignet?
    Dafür sind viele Fahrräder täglich über die Brücke gefahren. Geschoben wurde nur sehr selten.
    Die Überquerung der Kriegstraße war durch die Brücken ideal, da die Unfallgefahr mit Autos nicht gegeben war. Die jetzige Ampelüberquerung an der Ritterstraße ist eine Zumutung für Fußgänger und Radfahrer.
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  •   mueck
    (9571 Beiträge)

    27.02.2018 12:53 Uhr
    !
    Nur weil da viele Radler unterwegs waren, heißt das nicht, dass die Brücke dafür geeignet war.
    Fast alle Radler sind auf Infrastruktur unterwegs, die zum Radfahren nicht geeignet sind.
    Hat ja schon seinen Grund, warum das Unfallrisiko auf Radwegen 3x höher ist als auf der Fahrbahn (FDF Nr. 173 ganz unten).
    Auf den Brücken stieß man zwar selten mit Autos zusammen, für die war's dort oben zu holprig ... zwinkern
    Dafür war die Brücke zu steil und die fahrbare Gasse am Rand zu schmal für Gegenverkehr und zu gefährlich durch die nahen Stufen und durch Fußgänger etc. Und nicht zuletzt Gefahren FÜR Fußgänger.
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  •   Berty87
    (326 Beiträge)

    26.02.2018 19:10 Uhr
    Dann
    Muss man eben schneller arbeiten das dass Wasser nicht in der Säge gefriert oder Frostschutz dazu geben.

    Und wie soll Salz in der Säge dagegen helfen
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  •   likeka
    (285 Beiträge)

    27.02.2018 13:27 Uhr
    Salz
    führt dazu, dass Wasser weniger schnell gefriert. Man streut ja auch Salz, wenn Straßen zufrieren ...
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  •   Berty87
    (326 Beiträge)

    27.02.2018 17:11 Uhr
    Was
    Eigentlich verboten ist für den Privaten Hausherr aber von Komunen durchgeführt wird.
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  •   betablocker
    (2477 Beiträge)

    26.02.2018 23:04 Uhr
    Vielleicht
    solltest du den unfähigen Konstrukteuren der Firma die solche Maschinen seit wahrscheinlich 100 Jahren herstellt einfach beratend zur Seite stehen, dass sie mal sehen wie man sowas macht.

    Und schlag mich bitte nicht gleich wieder!
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  •   cc91
    (221 Beiträge)

    26.02.2018 18:09 Uhr
    "musste weichen"
    Aber nur weil der Stadt/Kasig Fußgänger und Radfahrer am A... vorbei gehen. Die Alternative zur Querung ist das Letzte und vollkommen ungeeignet. Hauptsache den Autofahren wird der Sch... gewienert,
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  •   likeka
    (285 Beiträge)

    26.02.2018 19:13 Uhr
    Der Kriegsstraßenumbau
    hat im Wesentlichen zwei große Ziele:
    a) das städtebauliche Ziel, die Trennwirkung aufzuheben, und dafür eine (teils) zehnspurige "Stadtautobahn" durch einen ansehnlichen städtischen Boulevard mit viel Grün zu ersetzen.
    b) die Abkehr von der "Autogerechten Stadt", hin zu einer gleichbehandlung von Radfahrern, Fußgängern und Autos. Dass dafür in der Umbauzeit jeder mit Einschränkungen leben muss, ist unvermeidlich.
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  •   betablocker
    (2477 Beiträge)

    26.02.2018 23:39 Uhr
    Diese
    faktisch 10 Spuren sind zwar korrekt gezählt, hören sich aber in Verbindung mit 'Stadtautobahn' doch sehr nach amerikanischer oder chinesischer Millionenmetropole an.
    Also vier Spuren plus die beidseitigen Zufahrtsspuren haben die Autobahn gebildet, die anderen vier waren (und sind noch) Erschliessungsspuren und Auffächerungen im Kreuzungsbereich.

    Wenn der Tunnel fertig ist und die Bahn drauf fährt, gibts dann eigentlich nur noch eine Fahrspur pro Richtung?
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  •   likeka
    (285 Beiträge)

    27.02.2018 13:29 Uhr
    Es gibt dann
    2 Fahrspuren je Fahrbahn oben, im Tunnel je eine.
    Hier kann man die Pläne sehen.
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