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Karlsruhe 1,5 Jahre erneut Baustelle: Marktplatz-Umbau ist gestartet und soll Ende 2020 fertig sein

Jahrelang war sein Aussehen von den Bauarbeiten der Kombilösung gezeichnet, jetzt soll er endgültig sein neues Gesicht erhalten: Der Karlsruher Marktplatz. Doch bis dahin stehen der "guten Stube" der Stadt, wie er im Volksmund heißt, noch einige Baustellenmonate bevor. Wie wird der Platz künftig aussehen wird und was ansässige Gastronomen zu der Baustelle sagen - ka-news hat nachgefragt.

Kaum war der Platz von den Bauzäunen der unterirdischen Haltestelle befreit, war er schon erneut in Baugerüste gekleidet: Nun geht es an die finale Gestaltung des Platzes rund um die stadtbekannte Pyramide. Ende 2020 - wenn die Bahnen durch die unterirdischen Tunnel der Kombilösung rollen - soll auch der Marktplatz in neuem Glanz erstrahlen.

Baggerbiss Marktplatz
Oberbürgermeister Frank Mentrup beim Baggerbiss am Marktplatz. | Bild: Hammer Photographie

Am Montag, 8. April, gingen die Bauarbeiten offiziell an den Start. Oberbürgermeister Frank Metrup stieg beim öffentlichen Baggerbiss selbst in die Führerkabine um die symbolische ersten Schaufel Kies auszuheben.

Baggerbiss Marktplatz
Oberbürgermeister Frank Metrup im Bagger. | Bild: Hammer Photographie

"Wir wollen den Marktplatz so herrichten, dass die Innenstadt zum Verweilen und Flanieren einlädt", so Mentrup in seiner Ansprache an die Gäste. "Ich glaube, dass wir hier in Zukunft eine völlig ungeahnte Aufenthaltsqualität erleben werden." 

"Vereinzelt werden wir auch Schließtage haben"

Doch bis es so weit ist, haben es vor allem die ansässigen Gastronomen mit der Baustelle vor der Türe nicht ganz so leicht. "Für uns ist es schon auch eine Durststrecke, denn bei Lärm und Staub frühstückt es sich nicht so gut - vereinzelt werden wir auch Schließtage haben", sagt Sebastian Böckeler vom Café Böckeler im Gespräch mit ka-news. 

Die Freiflächen für die Außenbestuhlung des Cafés bleiben während der Bauarbeiten zwar erhalten, liegen allerdings unmittelbar an der Baustelle. Ausgleichszahlungen für die nun bevorstehende Bauphase erhalte das Café nach Aussage Böckelers nicht. "Dennoch sind wir der Meinung, dass es notwendig ist, dass der Platz neu gestaltet wird und wir als Café freuen uns auf die Fertigstellung", so der Betreiber gegenüber ka-news weiter. 

Baggerbiss Marktplatz
Baggerbiss am Marktplatz. | Bild: Hammer Photographie

Bis es allerdings so weit ist, müssen die Gastronomen am Marktplatz noch einige Zeit ausharren: Zirka eineinhalb Jahre sollen die Bauarbeiten rund um die Pyramide dauern. 3.000 Quadratmeter Asphalt werden in einem ersten Schritt aufgerissen um den darunter liegenden Schotter rund einen Meter tief auszuheben. "Dann werden Strom und Wasserkabel verlegt und anschließend die Baugrube wieder aufgefüllt", erklärt Projektleiter Tobias Drexler vom Tiefbauamt Karlsruhe gegenüber ka-news.

Wie wird der Marktplatz künftig aussehen?

Daraufhin kann mit der Oberflächengestaltung des Platzes begonnen werden. Die Neugestaltung erfolgt nach einem Entwurf des Büros "Mettler Landschaftsarchitektur": Der neue Boden des Marktplatzes wird aus großen, weißen Granitsteinen bestehen, an den Seiten wird ein Ornament aus farbigen Natursteinen den Boden zieren. Dafür wurden in den vergangenen Jahren testweise zwei Musterflächen in der Nähe der Kaiserstraße verlegt.

OB Mentrup 2013 beim Verlegen einer Test-Musterfläche auf der Kaiserstraße. (Archiv) | Bild: (mm/feb)

Ein besonderes Highlight stellt ein rund 180 Quadratmeter großes und in den Boden eingelassenes Wasserspiel vor der Pyramide dar. "Da auf dem Platz keine Bäume stehen werden, ist das Wasserspiel mit seiner Verdunstungskälte eine gute Möglichkeit im Sommer für etwas Abkühlung zu sorgen", so Georg Gerardi vom Stadtplanungsamt gegenüber ka-news.

Marktplatz Umgestaltung
So soll der Marktplatz nach seiner Umgestaltung aussehen. | Bild: Stadtplanungsamt Karlsruhe/Mettler Landschaftsarchitekten

Baukosten belaufen sich auf rund neun Millionen Euro

Der neue Bodenbelag des Marktplatzes birgt noch eine weitere Besonderheit: Die kleeblattförmigen Umrisse der Konkordienkirche werden als Muster in den Steinen rund um die Pyramide zu sehen sein. Denn bei den Bauarbeiten der Kombilösung ist im Jahr 2014 ein Stück Stadtgeschichte ans Tageslicht gekommen als am Marktplatz Reste der alten Stadtkirche - in der einst Stadtgünder Karl Wilhelm begraben war - gefunden wurden.

Neugestaltung Marktplatz
So oder so ähnlich soll der Marktplatz künftig aussehen. | Bild: Mettler Landschaftsarchitektur/Stadt Karlsruhe

Rund neun Millionen Euro soll der Umbau laut Oberbürgermeister Mentrup insgesamt kosten. Bis der Marktplatz in neuem Gewand erstrahlen wird, müssen sich Karlsruher sowie Gastronomen aber noch gut eineinhalb Jahre gedulden.

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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  •   schmidmi
    (1929 Beiträge)

    09.04.2019 11:31 Uhr
    Eben
    Es soll doch jeder von den enormen Kosten auch profitieren....
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  •   357.Magnum
    (80 Beiträge)

    09.04.2019 10:19 Uhr
    Steinwüste
    ein fürchterliches Bauwerk, damit heizt man die Innenstadt noch mehr auf, die paar Springbrunnen sind nur Alibi.
    Für so einen Platz auch noch 9 Millionen € auszugeben ist völlig verrückt.
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  •   dipfele
    (5497 Beiträge)

    10.04.2019 20:39 Uhr
    Es stellt sich auch die Frage....
    .... wer von den Flaneurinnen und Flaneuren sich auf den Marktplatz zukünftig verirrt. Jetzt laufen da nur Passanten zwischen Haltestelle Kaiserstrasse und ECE. Die werden zukünftig unten bleiben, getreu dem Motto "2015 schneller durch die City" . Und die Rathäusler kommen sowieso hinten herum.
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  •   moggy
    (73 Beiträge)

    09.04.2019 08:52 Uhr
    Im Zuge von Kimaerwärmung
    ist Schatten das A und O.
    UND: Radioaktivität braucht kein Mensch - auch nicht im zulässigen Bereich...

    Meine Meinung.
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  •   Willnicht
    (114 Beiträge)

    09.04.2019 08:31 Uhr
    Hauptsache ist doch
    dass es keine Stolperfallen wie in Durlach gibt, mit diesen kleinen Pflastersteinen.
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  •   barheine
    (139 Beiträge)

    09.04.2019 07:43 Uhr
    Reisst mich nicht vom Hocker
    Sieht mir eher nach verpassten Chancen und 08/15 aus. Aber schauen wir mal, was tatsächlich am Ende dabei herauskommt.
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  •   melotronix
    (2861 Beiträge)

    09.04.2019 07:17 Uhr
    Hauptsache mal wieder dagegen...
    es wurde zu diesem Thema schon einmal ähnlich kommentiert. Viele grosse und bekannte Plätze dieser Erde sind sogenannte "Steinwüsten". Auf dem Petersplatz im Vatikan z.B. gab es meines Wissens noch kein spektakuläres Hitzeopfer. So ist es halt ...einer fängt an...die Herde blöckt hinterher.
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  •   dipfele
    (5497 Beiträge)

    10.04.2019 20:30 Uhr
    Auf dem Petersplatz....
    ... müssen auch einige Zehntausend Gläubige Platz haben. In KA ist das etwas anders, hier gibt es nur eine Hand voll.
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  •   silberahorn
    (9878 Beiträge)

    09.04.2019 07:44 Uhr
    Manche Argumente
    sind aber einfach auch daneben.
    Wenn ständig davon gesprochen wird, dass Weinbrenner keine Bäume vorgesehen hatte, dann stimmt das zwar, aber bei genauer Betrachtung siehe Plan von Weinbrenner hat er im vorderen Bereich kleine Häuschen (Marktstände?) vorgesehen und dieser Teilbereich war dadurch kleiner und sogar fast umschlossen.
    Ich persönlich habe gar nichts gegen größere Plätze und der jeweiligen Zeit angepasste Baumaßnahmen.
    Palladio, der größte erste Berufsarchitekt, hat auch nur Heizungslösungen der damaligen Zeit gemäß vorgesehen.
    Also: Wenn in Rom noch keine Person durch Hitzetod bekannt wurde, dann kann es dafür viele Gründe geben.

    Mir persönlich gefällt der Plan vom Marktplatz mit seiner Schlichtheit, wenn etwas dazukommt wie in Valetta.
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  •   reinhardo48
    (20 Beiträge)

    10.04.2019 09:32 Uhr
    Interessant
    Ihre Hinweise bzw. Links auf den PLAN VON WEINBRENNER , den AFRIKAMARKT VON SANTA CRUZ und
    OFFENE VERKAUFSFLÄCHEN finde ich sehr interessant ! ... Danke dafür ...!
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