Laut Sachstandsbericht, der dem Gemeinderat zu seiner Sitzung am Dienstag vorgelegt wurde, wurden seit Baubeginn etwa 6,4 Millionen Euro für Entschädigungen ausgezahlt. Damit sei das vorgesehene Budget bereits jetzt ausgeschöpft - bis zum Bauende 2019 werden nach Einschätzung der Geschäftsführung der Karlsruher Schienen- und Infrastrukturgesellschaft (Kasig) jedoch weiterhin jährlich rund 600.000 Euro benötigt.

"Jeder, der einen Anspruch hat, wird auch entschädigt"

Eine Lücke, die künftig zum Engpass wird? "Nein", versichert ein Sprecher der Kasig auf Nachfrage von ka-news: "Das Geld, das zusätzlich gebraucht wird, wird zur Verfügung gestellt. Es gehört zu den Gesamtkosten der Kombilösung dazu", so der Sprecher.

Die angedachten 600.000 Euro jährlich sind aus seiner Sicht eine realistische Größe: "Noch mehr ist eher nicht zu erwarten, da sich die oberirdischen Arbeiten in der Kaiserstraße mit Einzelhandel und Dienstleistern derzeit reduzieren." In der Kriegsstraße soll sich dieses Problem nicht ergeben, da kaum Geschäfte links und rechts der Straße angesiedelt sind.

Schon in der Vergangenheit musste das Budget nach oben korrigiert werden. Der Sprecher erinnert: "Zum Baubeginn ging man von drei Millionen Euro für Entschädigungen aus." Dass mittlerweile mehr als doppelt so viel fällig wurde, bedeute aber keinesfalls ein anderes Vorgehen bei neuen Anträgen: "Die Entschädigungen werden jetzt nicht anders behandelt als zuvor. Jeder, der einen Anspruch hat, wird auch entschädigt."

Insgesamt wurden laut Bericht bis Ende November insgesamt 511 Anträge auf Entschädigung gestellt: "Hiervon sind 183 Anträge von Gewerbetreibenden wegen Gewinneinbußen, 39 Anträge von Grundstückseigentümern wegen Mietausfällen sowie 289 Anträge von Anliegern wegen Lärmbelästigung in Bezug auf verschiedene Zeiträume gestellt worden", heißt es im Bericht. Abgelehnt wurden bislang 60 Anträge.

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