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Karlsruhe "Frollegen" und "Arbeits-Ehe": Zweckturtelei und Leidenssolidarität

In guten wie in schweren Tagen, in Teammeetings und Mittagspausen, bis dass die Kündigung uns scheidet. Durch dick und dünn begleitet uns der Lebensgefährte, immer ein offenes Ohr hat der (schwule) beste Freund. Doch wer ist zwischen 9 und 18 Uhr für uns da - und das täglich, in den schwersten Stunden unserer Woche? Der Arbeits-Ehepartner! Marie Wehrhahn scheint, als hätten auch ihre Kollegen die Vorteile von Büro-Zweckverhältnissen erkannt.

Bei uns muss man anklopfen, bevor man die Redaktions-Küche betritt. Das liegt vor allem daran, dass diese so eng ist, dass man bei unangekündigtem Eintreten Gefahr läuft, den Kollegen mit der Tür zu erschlagen. Zwei auf einen Streich erwischt man, wenn die Mitarbeiter sich mal wieder zum gemeinsamen Kaffeeholen verabredet haben.

Motivation im Job durch Büro-Ehe

"Arbeits-Ehen" bestehen aus zwei Mitarbeitern, die sich aus Sympathie zueinander zu Leidensgenossenschaften zusammenschließen. Wenn der Chef meckert, der Tee des Sitznachbarn komisch riecht oder der Stresspegel nicht auszuhalten ist, kann man beim Büro-Liebhaber getrost Dampf ablassen - und das schon morgens um 9 Uhr, wenn der echte Lebensgefährte höchstens per Kurznachricht zu erreichen ist.

Wir verbringen den größten Teil unseres Lebens (zumindest von Montag bis Freitag) mit unseren Kollegen. Nicht verwunderlich, dass diese oft zu Freunden und Vertrauten werden, mit denen man auch ab und zu privat Zeit verbringt. Als neutraler Beobachter kann uns der Arbeitskollege in vielen Problemfällen mit Rat und Tat bei Seite stehen und ergreift nicht voreilig Partei. Außerdem erleichtern Büro-Ehen den Arbeitsalltag, so verdanken wir ihnen sogar ab und zu eine positive Einstellung und ein motiviertes Lächeln auf dem Weg zur Arbeit.

Ohne Koffein und Büro-Clique: :-(

An alle "echten" Beziehungspartner: Keine Sorge. Auch wenn der ledige Mitarbeiter aus dem Rechnungswesen als Lieblingsmitarbeiter Ihrer Frau Sie auf die Palme bringt, oder die Minirock-Assistentin Ihres Mannes Sie vor Eifersucht erröten lässt - hierbei handelt es sich lediglich um "Frollegen" (eine Mischung aus Freunden und Kollegen), die sich im tristen Alltag beistehen. Auch Sie profitieren: Solange das Wohlbefinden auf der Arbeit anhält, überträgt es sich auch auf den Feierabend und Sie können entspannt gemeinsam abschalten.

Der Profit der "Arbeits-Ehe" geht auch an den ka-news-Mitarbeitern nicht vorbei: So bekochen sich die Kollegen regelmäßig gegenseitig in der Mittagspause, bei anderen haben sich die Kaffee-Pausen eingebürgert.  Alles in allem muss ich feststellen: Mit "Büro-Cliquen" verhält es sich ähnlich wie mit dem Koffein-Konsum - ohne können sich die Mundwinkel ganz schnell nach ganz weit unten verziehen.

Kleinigkeiten abseits des Tagesgeschäfts, Kuriositäten und was uns sonst noch durch den Kopf geht: Die ka-news-Kolumne erscheint immer am Mittwochnachmittag. Autoren sind im Wechsel die ka-news-Redakteure Felix Neubüser, Tabea Rueß, Moritz Damm und die ka-news-Volontäre Felix Brenner und Marie Wehrhahn. Hier gibt's früherer Kolumnen!

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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    20.02.2013 20:52 Uhr
    Soso,
    Bei uns muss man anklopfen, bevor man die Redaktions-Küche betritt. Das liegt vor allem daran, dass diese so eng ist, dass man bei unangekündigtem Eintreten Gefahr läuft, den Kollegen mit der Tür zu erschlagen. Zwei auf einen Streich erwischt man, wenn die Mitarbeiter sich mal wieder zum gemeinsamen Kaffeeholen verabredet haben.

    Mensch Mädle, bist Du naiv. Die wollen sich den sauren Arbeitsalltag einfach mit süßem Schlecken&Schnäbeln verschönern, und Du platzt da rein wie in einen Porzelanladen.

    Vielleicht solltet ihr mal im Archiv oder in der Abstellkammer ein nettes Plätzchen zum zweisamen "Kaffeetrinken" einrichten.
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