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Karlsruhe Dr. Jekyll und Mr. Hyde oder: das Telefon-Ich

Ich habe zwei Stimmen. Das sagen jedenfalls die Kollegen. Eine ganz normale - und eine fürs Telefon. Letztere ist angeblich tiefer als meine normale Stimme. Selbst ist mir das bisher noch nie aufgefallen. Es könnte allerdings etwas dran sein. Wenn man nämlich den Kollegen beim Telefonieren zuhört, wird schnell klar: ich bin nicht der einzige, der mit dem Hörer in der Hand zum anderen Menschen mutiert.

Zuckersüß, routiniert und einen Tick zu freundlich - im Grunde genommen könnte man schon nach der Begrüßungsfloskel wieder auflegen. Wer sich mit dieser Stimmlage am Telefon meldet, ruft immer im Namen einer PR-Agentur an - und das Thema ist in höchstens einem von hundert Fällen für ka-news interessant.

In der Regel geht es um unbekannte Künstler, die in Stuttgart auftreten, was doch "irgendwie in der Nähe von Karlsruhe" sei, in Hamburg ansässige Firmen, deren Produkt es "aber bestimmt auch in Karlsruhe zu kaufen gibt" oder neue Online-Vergleichsportale, bei denen auch auf mehrfache Nachfrage nie wirklich klar wird, was sie eigentlich vergleichen. Gekrönt wird das Telefonat gerne mit der Frage, wie oft in der Woche ka-news denn erscheinen würde.

"Wie oft in der Woche erscheint ka-news denn?"

Ich nehme das den freundlichen PR-Frauen (es sind tatsächlich meist Frauen) nicht übel. Ich bin sogar sicher, die meisten von ihnen sind sehr nette Menschen, wenn sie den Telefonhörer aus der Hand legen. Schließlich pflegt auch hier bei ka-news so mancher Kollege eine Zweitidentität, die immer nur dann aktiv ist, wenn er oder sie gerade telefoniert.

Eine Kollegin etwa wechselt am Telefon - und zwar ausschließlich dort - vom Badischen ins Hochdeutsche. Für mich als Zugezogenem immer wieder ein Phänomen. Einzige Ausnahme: das Gegenüber spricht selbst Dialekt - dann verfällt auch sie in breitestes Badisch. Bei einem anderen Kollegen wiederum scheint der Telefonhörer wie ein "lauter"-Knopf zu funktionieren. Spricht er sonst eher mit Zimmerlautstärke, artikuliert er sich am Telefon mit mindestens fünf, sechs Dezibel mehr. Er ist damit das exakte Gegenstück zu einer anderen Kollegin, die ihren Namen nicht selten zwei oder drei Mal sagen muss, weil sie am Telefon aus unerfindlichen Gründen zum Flüstern tendiert - zumindest bis sie sich das erste Mal geräuspert hat.

Das Telefon klingelt - kein Grund zum Weinen

Ein weiterer Baustein unseres kleinen Telefon-Zoos steuert ein Kollege aus einer anderen Abteilung bei. Wenn er einen Anrufer in die Redaktion durchstellt, hört es sich an, als würde er weinen. Seine Stimme klingt dann - und nur dann! - gut eine Oktave höher als normal und bekommt einen ganz eigenen, traurigen Unterton. Am Anfang dachte ich noch, es hätte mit dem durchzustellenden Anrufer zu tun, etwa dass dieser besonders schlechte Nachrichten für uns hätte. Inzwischen weiß ich: Unterton und Oktavensprung sind schlicht Teil der Telefon-Durchstell-Stimme. Kein Grund zur Besorgnis also.

Kleinigkeiten abseits des Tagesgeschäfts, Kuriositäten und was uns sonst noch durch den Kopf geht: Die ka-news-Kolumne erscheint immer am Mittwochnachmittag. Autoren sind im Wechsel die ka-news-Redakteure Felix Neubüser, Tabea Rueß, Moritz Damm und die ka-news-Volontäre Felix Brenner und Marie Wehrhahn. Hier gibt's früherer Kolumnen!

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  •   Zillatron
    (131 Beiträge)

    27.02.2013 20:54 Uhr
    Eine extreme Form gespaltener Telefonpersönlichkeit
    zeigt Buddy Ogün
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  •   Birke
    (234 Beiträge)

    27.02.2013 18:31 Uhr
    Muss wahnsinnig
    wenig zu tun sein, wenn man ständig aus der Redaktion berichtet...
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    27.02.2013 17:34 Uhr
    Manche
    sprechen normal wenn der Gesprächspartner ein paar Strassen weiter sitzt, aber wenn ein Anruf aus USA kommt schreien sie wie die Irren.

    Allerdings logisch, USA ist ja auch sauweit weg. grinsen
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