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Karlsruhe Auf zum Kakaomeer! Wie man den inneren Schweinehund befastet

Die Narrenkappe liegt in der Ecke, das Piratenkostüm in allen Einzelteilen auf dem Boden verteilt. Auf dem Frühstückstisch gesellen sich Rollmops und vor fett triefender Speck zu Aspirin im Glas. Richtig, es ist Aschermittwoch. Fasching ist vorbei, die Fastenzeit steht vor der Tür. Kein Handy, ein Leben ohne Internet oder doch lieber ohne Alkohol? Fasten - eine aussichtslose Mission für Felix Brenner?

Fasten. Ich? Als bekennender Essens- und vor allem Nachtisch- und Süßigkeitenfreak kann ich mir das nur ganz schwer vorstellen. Eineinhalb Monate bis Ostern sind eine ganz schön lange Zeit. Unvorstellbar bis dahin kein Eis, keine Schokolade oder andere heißgeliebte Gerichte zu verputzen - dafür bin ich zu schwach. Aber irgendwie wollte ich da ja auch mal dabei sein, bei diesem Fasten. Dann, am Abend des Faschingsdienstags kam mir die Erleuchtung: Ich befaste das Internet.

Heute morgen, als der Wecker klingelte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich arbeite bei einem Online-Nachrichtenportal. Internetfasten - nix da! Nach einem Urlaub bis Ostern brauch ich beim Chef nämlich gar nicht erst zu fragen, um das World Wide Web hinter mir zu lassen. "Vielleicht also doch Süßigkeiten weglassen", denke ich mir, als ich in der Redaktion sitze und die Kollegin mit köstlich duftenden und noch lauwarmen Muffins hereinkommt. Blackout: Nur wenige Sekunden später beiße ich in den Schokomuffin. Ich fühle mich wie Homer Simpson: "Nein!"

Ein neuer Ansatz muss also her: Ich verzichte auf Kommunikation mittels eines Telefons. Aber ohne Handy oder Telefon ist ein Journalist ebenfalls so gut wie aufgeschmissen. Spätestens, als dann kurz nach diesem Gedanken das Telefon klingelte, bemerkte ich meinen schwächlichen Fauxpas. Noch nicht einmal auf Kaffee oder die Zigarette kann ich verzichten, da ich beides nicht für mein Überleben brauche. Als unreligiöser Journalist hat man es ganz schön schwer, den süßen Verführungen des Lebens zu widerstehen.

Aber irgendetwas muss es doch geben... Vielleicht sollte ich einfach die Überwindung meines inneren Schweinehunds befasten, alle Dämme brechen lassen. Liebe Leser, falls Sie Ähnliches vorhaben, finden Sie mich im Schlaraffenland am Kakaomeer bei den Muffinbergen, gleich neben der Schnitzelfarm. Und wenn ich dann schon dort bin, befaste ich eben doch die Arbeit - und Auberginen.

Kleinigkeiten abseits des Tagesgeschäfts, Kuriositäten und was uns sonst noch durch den Kopf geht: Die ka-news-Kolumne erscheint immer am Mittwochnachmittag. Autoren sind im Wechsel die ka-news-Redakteure Felix Neubüser, Tabea Rueß, Moritz Damm, Felix Brenner und Marie Wehrhahn.

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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    13.02.2013 21:24 Uhr
    Die Umstellung
    auf Fasten bringt enormen Stress für Körper und Geist und ist daher als höchstgefährlich kategorisch abzulehnen.

    Esoterischer Blödsinn.
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