Er sieht verführerisch aus -  süß und schmackhaft. Aber er ist eine bösartig Falle im Büroalltag: Der Berliner - auch Krapfen genannt.

Ersatzbluse im Schrank: Eine Überlegung wert

Da liegt er also - neben Apfeltaschen und Plunderstückchen - in der Mitte unseres ka-news-Redaktionstisches - der Kollege hatte Geburtstag und wollte den Mitarbeitern traditionsgemäß etwas Gutes tun. Tat er nicht. Einen beherzten Biss in den "Apfel des Garten Edens" konnte sich der ein oder andere nicht verkneifen und schwuppdiwupp war das weiße Oberteil rot gefärbt mit Kirschkonfitüre. Wie will man so dem Interview-Partner am Nachmittag seriös entgegentreten?

Wechsel-Sachen sind nicht vorhanden, obwohl es manch einen geben soll, der Krawatten, Unterhemden und Zahnbürsten im Büro bunkert. So gut vorbereitet ist allerdings kaum jemand - auch der Großteil der ka-news-Kollegen nicht. Da kann sich schon mal ein alter Kaugummi im Rock verfangen, wenn man sich auf den falschen Platz in der Straßenbahn setzt - die klebrige Masse weigert sich dann vehement, sich vom Stoff entfernen zu lassen. Der Tag ist dann gelaufen.

Chili Con Carne zum Mittag: Ein No-Go!

Allgemein gelten ungeschriebene Nahrungsrichtlinien von 9 bis 18 Uhr - besonders für Arbeitnehmer, die einen Geschäftstermin im Kalender stehen haben (aber auch für solche, die Rücksicht auf ihre geruchsempfindlichen Kollegen nehmen): Auch wenn das Bistro um die Ecke auf der Mittagskarte Spaghetti al Pesto, Döner oder Fischbrötchen anbietet und das den Heißhunger mit Sicherheit stillen würde - eine bessere Wahl wäre ein Gericht, das nicht ständiges Zahnstochern oder die gefürchtete Knoblauchfahne hervorruft. Chili con Carne oder Linsencurry sind beispielsweise besonders gefürchtete Mittagsspeisen. Gefährlich sind des Weiteren Gratins, die dazu verleiten schnell zuzuschlagen - eine verbrannte Zunge kann peinliches Lispeln für den Rest des Tages verursachen. Auf Mohnbrötchen bei Terminen sollte im Zweifelsfall auch verzichtet werden.

Und was kann man nun noch unbekümmert essen? Eigentlich nichts: Suppe könnte vom Löffel spritzen, beim Salat könnte die Gabel abrutschen und der Hamburger könnte schlecht in der Hand liegen. Am besten man schmiert sich ein Butterbrot mit kräuterfreiem Frischkäse und isst eine Scheibe Gurke dazu. Fazit: Ein schmackhaftes Mittagessen gehört zur Auszeit vom Arbeitsalltag dazu - man sollte sich in der Regel nicht von gemeinen Essensfallen unterkriegen lassen. Die perfekte Lösung des Problems ist also doch das Bunkern von Wechselsachen und Zahnbürsten. In diesem Sinne: Guten Appetit!

Kleinigkeiten abseits des Tagesgeschäfts, Kuriositäten und was uns sonst noch durch den Kopf geht: Die ka-news-Kolumne erscheint immer am Mittwochnachmittag. Autoren sind im Wechsel die ka-news-Redakteure Felix Neubüser, Tabea Rueß, Moritz Damm und die ka-news-Volontäre Felix Brenner und Marie Wehrhahn. Hier gibt's früherer Kolumnen!

 
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