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Stuttgart Schulöffnungen in Baden-Württemberg: Kein Mindestabstand für Klassen 5 und 6?

Auf Abstand, wenn möglich: Eisenmann präzisiert nach Protesten von Opposition und Lehrerverbänden die Regeln für die Rückkehr der Fünft- und Sechstklässler. Nun müssen die Schulen sehen, wie sie das umsetzen.

Bei der Wiedereröffnung der Schulen mit den Klassen 5 und 6 nach dem wochenlangen Corona-Lockdown müssen die Schüler nun doch nicht unbedingt den Abstand von eineinhalb Meter einhalten. Das hat das Kultusministerium am Montag in Stuttgart auf Anfrage klargestellt.

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf dem Tisch einer Schülerin.
Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf dem Tisch einer Schülerin. | Bild: Uli Deck/dpa/Symbolbild

"Wie bereits bislang im Präsenzunterricht bei den Abschlussklassen wird ab dem 15. März auch für die Klassenstufen 5 und 6 kein förmliches Abstandsgebot gelten", teilte eine Ministeriumssprecherin mit. Allerdings solle "im Rahmen der personellen und räumlichen Ressourcen ein Abstand auch zu und zwischen den Schülern gewährleistet werden."

Zuletzt hatten Opposition und Lehrerverbände kritisiert, es sei unklar, wie die Schulen den Präsenzunterricht ganzer Klassen mit Abstandsgebot bewerkstelligen sollen. Grund für die Kritik war vor allem ein Brief von Eisenmann an die Schulen vom vergangenen Freitag, in dem zum Start der Unterstufe stand:

"Wichtig ist dabei, dass Abstands- und Hygieneregeln sowie die Pflicht zum Tragen einer nicht-medizinischen Alltagsmaske oder einer vergleichbaren Mund-Nasen-Bedeckung auf den Begegnungsflächen und im Unterricht beachtet werden."

Unterricht soll "ungeschmälert" stattfinden

Ein Sprecher von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verwies am Montag darauf, dass sich der Regierungschef und Eisenmann auf eine Soll-Bestimmung geeinigt hätten. In der Pressemitteilung der beiden vom vergangenen Donnerstag hieß es:

"Die Klassen 5 und 6 kehren ebenfalls in den Präsenzunterricht zurück. Alle Schüler kommen ins Schulgebäude und sollen unter Berücksichtigung der AHA-Regeln unterrichtet werden."

Susanne Eisenmann, CDU-Spitzenkandidatin und Kultusministerin von Baden-Württemberg, spricht während eines Interviews.
Susanne Eisenmann, CDU-Spitzenkandidatin und Kultusministerin von Baden-Württemberg, spricht während eines Interviews. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Die Sprecherin von Eisenmann erklärte am Montag, der Abstand könne eingehalten werden, indem die Schulen größere Räume nutzen oder die Klasse auf zwei Unterrichtsräume aufteilen, wenn das personell machbar ist. "Hier könnten zum Beispiel ergänzend auch Sportlehrkräfte als weitere Aufsichtspersonen eingesetzt werden."

Für das Kultusministerium sei es von großer Bedeutung, "die bisher ineffektive Aufteilung der Ressourcen auf Präsenzunterricht, Fernunterricht und die Notbetreuung für die Klassenstufen 5 und 6 ebenso wie für die Grundschulen zu überwinden."

(Symbolbild) | Bild: https://pixabay.com@Bru-nO

Das grundsätzliche Ziel sei, den stundenplanmäßigen Unterricht ungeschmälert in Präsenz anzubieten. "Sofern dies aufgrund der begrenzten Ressourcen nicht möglich ist, soll dennoch der Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie in den Fremdsprachen vollständig angeboten werden", erläuterte die Sprecherin.

 

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  •   Krisenjunkie
    (9 Beiträge)

    09.03.2021 12:18 Uhr
    Aufsichtspersonen
    "Hier könnten zum Beispiel ergänzend auch Sportlehrkräfte als weitere Aufsichtspersonen eingesetzt werden."
    Das ist wohl der Tenor: "Aufsichtspersonen".
    Nach einen guten Jahr erfolgreichen Homeschooling soll ich meine Kinder jetzt in eine Schule schicken, wo es keine Maskenpflicht gibt, niemand ernsthaft auf Abstand achtet und sie beaufsichtigt werden statt unterrichtet...das ist lächerlich!
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  •   bingobongo
    (501 Beiträge)

    09.03.2021 11:10 Uhr
    Weder Eltern noch Lehrer
    Dürften jetzt Frau Eisenmann noch zur Ministerpräsidentin wählen wollen. Sie kann jetzt einfach machen was sie will, sie macht es niemandem recht.
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  •   melotronix
    (3396 Beiträge)

    09.03.2021 13:33 Uhr
    Frau Eisenmann hat es...
    nicht erst heute mit ihren seltsamen Entscheidungen verk....!

    Im Grunde genommen braucht sie zur Wahl gar nicht antreten.
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  •   Motorhead
    (192 Beiträge)

    09.03.2021 17:12 Uhr
    Unwählbar
    Zumal gestern im Radio Wahlwerbung vor den Nachrichten kam. Dachte zuerst das wäre für die AfD...dann irgendwann hat sie die Kurve gekriegt und kam doch bei CDU an. Furchtbar.
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  •   Prof.Baerlapp
    (767 Beiträge)

    09.03.2021 10:00 Uhr
    Für die steigenden Zahlen
    wird man dann wieder das "unvernünftige Verhalten" der Bürger verantwortlich machen. Oder den Einzelhandel. Dass man hier in den Schulen politisch gewollte Infektionsquellen schafft, wird natürlich ausgeblendet.

    Ich verstehe durchaus die Entscheidung. Denn der dauerhafte Fernunterricht, das "Homeschooling", ist keine Lösung. Aber die Politik muss dann auch offen kommunizieren, dass diese Öffnungen sich auf das Infektionsgeschehen auswirken werden. Man kann nicht so tun, als wären immer nur die anderen Bereiche des öffentlichen Lebens schuld.
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  •   tom1966
    (1281 Beiträge)

    10.03.2021 08:50 Uhr
    Schulen und Geschäfte
    Ich kann durchaus verstehen, dass Schulen wieder aufmachen sollen, ein Fern- ode Home-Shooling ist nun mal kein vollwertiger Ersatz für Präsenzuntericht und die heutige Schülergeneration soll ja nicht zuviele Nachteile aus der Pandemie mitnehmen. Zu überlegen wäre, die Schulzeit um einen gewissen Zeitraum zu verlängern, um das Versäumte nachzuholen, so dass die Abschlüsse wieder mit denen anderer Jahrgänge vergleichbar sind.

    Auf der anderen Seite gehe ich davon aus, dass die Schulöffnungen einen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben werden.
    Da aktuell nahezu zeitgleich die Schulen UND die Geschäfte wieder öffnen, wird man steigende Infektionszahlen nicht an dem einen oder anderen festmachen können. Beides hat Auswirkungen.
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  •   barheine
    (550 Beiträge)

    09.03.2021 09:43 Uhr
    Und liebe Eltern, gebt fein Acht. Ich habe Euch aus der Schule Corona mitgebracht. Wenn es nicht so traurig wäre,...
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  •   JustMy2cts
    (39 Beiträge)

    09.03.2021 09:19 Uhr
    Bei ausreichenden Resourcen?
    Seit Jahren wird Lehrermangel beklagt, schon vor Corona gabs hier und da probleme Klassen mit genug Lehrkräften auszustatten. Da konnte man dann Fächer wie Spanisch "dieses Jahr leider nicht anbieten, weil wir momentan keinen Lehrer dafür haben".
    Dazu fällt ein nicht geringer Anteil der Lehrer in die Rubrik Risikogruppe und plötzlich ist Abstand nur noch eine "Option"? Jeden Tag schallt es aus dem Radio, wie empört man ist, dass Lehrer priorisiert geimpft werden sollen und das man das sofort stoppen müsse.
    Diesen Mist kann doch keiner mehr glauben...
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