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Karlsruhe Europabad Karlsruhe: "In den nächsten zwei Jahren steht die schwarze Null"

Die Bibbertemperaturen der letzten Wochen haben den Karlsruher Bädern keine Sorgen bereitet. Das versicherte Bäderchef Oliver Sternagel am Montag. Wegen der niedrigen Temperaturen sei es zu keinen Engpässen bei Heizung und warmem Wasser gekommen. Jedoch gestaltete es sich schwierig, das Sonnenbad fit für seine Eröffnung am Mittwoch, 15. Februar, zu machen. Sternagel jedenfalls zog eine positive Bilanz aus dem vergangenen Geschäftsjahr, aus dem vor allem das Europabad als großer Sieger hervorgegangen sei.

Kai der Hai hat gut lachen. Das Makottchen des Karlsruher Europabads ist gleichzeitig das Maskottchen des erfolgreichsten Karlsruher Bades im vergangenen Jahr. Über 400.000 Badegäste verzeichnete das Bad 2011. Insgesamt sprangen rund 1,4 Millionen Menschen in den Karlsruher Frei- und Hallenbädern ins kühle Nass oder kamen ordentlich ins Schwitzen.

Europabad als Gewinner von 2011

Ein leichter Rückgang und doch ist Oliver Sternagel, Chef der Karlsruher Bäderbetrebe und der Karlsruher Bädergesellschaft, sichtlich zufrieden. Um das insgesamt gute Ergebnisse zu verkünden, hatte er die Karlsruher Presse in die Gastronomie des Sauna-Bereichs im Europabad eingeladen - voll angezogen versteht sich.

"Wir gehen davon aus, dass beim Europabad in den nächsten zwei Jahren die schwarze Null stehen wird", zeigte sich Sternagel positiv. Und Bäder-Dezernent Martin Lenz betonte: "Die Karlsruher nehmen ihr Bad sehr gut an." Nach anfänglichen Startschwierigkeiten habe es sich mittlerweile auch in der Region sehr gut etabliert - und das bis ins benachbarte Ausland. An manchen Tagen kämen sogar rund die Hälfte der Bade- und Saunagäste aus Frankreich.

Von einem Defizit von rund 5,5 Millionen Euro gehen die Bäderbetriebe für das vergangene Jahr aus. "Wir sind zufrieden, wenn es zwischen fünf und sechs Millionen Euro liegt", bewertete Martin Lenz diese Summe. Das könne sich die Stadt noch leisten. Das Geschäft mit den Bädern sei traditionell defizitär. "Wenn man mit Wasser Geld verdienen möchte, muss man es in Flaschen abfüllen", zitierte der Bürgermeister den Bäderchef.

Neuinvestitionen von 1,2 Millionen Euro geplant

Für das Jahr 2012 plane die Bädergesellschaft weitere nachhaltige Investitionen, um die Attraktivität der Bäderlandschaft zu steigern - allen voran für den Publikumsmagneten Europabad. Insgesamt 1,2 Millionen Euro sollen investiert werden. 400.000 Euro lassen sich die Bäderbetriebe eine Raketenrutsche kosten. Dort werden die Badegäste zu den Klängen von "Spiel mir das Lied vom Tod" durch einen Schacht quasi im freien Fall in die Tiefe geschickt.

Oliver Sternagel freut sich auf das nach eigenen Aussagen "Highlight im süddeutschen Raum", da er weiß, was auf die Badegäste zukommt. "Ich habe eine solche Rutsche auch schon ausprobiert." Noch vor den Sommerferien soll die neue Attraktion fertig sein. Derzeit warte man nur noch auf die Baugenehmigung. Auch die Saunalandschaft soll auf der Freiluftfläche ergänzt werden. Für 800.000 Euro sollen dort eine Blockhütten-Sauna für 60 bis 70 Leute, eine Minisauna für besondere Saunarituale und ein Erlebnisbecken entstehen.

Aufwärtstrend der Karlsruher Bäder geht weiter

Der Aufwärtstrend aller Karlsruher Bäder, der bereits 2010 eingesetzt habe, setzte sich auch im vergangenen Jahr fort, freute sich Sternagel. Auch Bürgermeister Lenz, der sich selbst als Sauna-Fan outete, sieht darin einen Beweis dafür, dassdas Bäderkonzept 2010, über das der Karlsruher Gemeinderat erst im September 2011 abgestimmt hatte, in seiner Form für die Zukunft der Bäderlandschaft sinnvoll sei.

Einen Wermutstropfen für das Badejahr 2012 könnte das Sonnenbad sein. Das soll am Mittwoch als erstes Freibad Deutschlands die Freiluftbadesaison einleuten. Bis kurz vor Weihnachten hätten Fliesenleger Fliesen im Schwimmerbecken, die sich gelöst hatten, wieder angebracht. Wegen der kalten Witterung seien sie nun wieder abgeplatzt, berichtete Sternagel. Zwar seien sie mittlerweile geklebt, doch bleibe abzuwarten, ob das Material jetzt die Temperaturunterschiede zwischen Wasser und Außenwände aushalte.

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Kommentare (16)
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    19.02.2012 13:16 Uhr
    Erfreuliche Nachrichten...
    Es sollte jeden Badegast freuen, wenn neue Attraktionen entstehen. Zusätzliche Sauna-Angebote sind für das Europabad sicherlich eine gute Investition, die sich auch rechnen kann. Eine neue Looping-Rutsche ist wohl zumindest anfangs werbewirksam. Ob sie die Zahlen nachhaltibg verbessert, bleibt abzuwarten. Skeptisch darf man bei der Aussage zu den schwarzen Zahlen sein, denn das hat bislang noch nie ein kommunales Sport- und Freizeitbad geschafft. Es ist aber auf jeden Fall sinnvoller, den Betrieb von Bädern zu subventionieren, als das Kultur-Vergnügen einiger Reicher (Opern, Kunst, Empfänge etc.) oder auch die Reisen von Politikern zu finanzieren. Die meisten Theater und Opern brauchen jährlich Zuschüsse in zweistelliger Millionenhöhe und auch der Reise- und Veranstaltungs-Etat des Bundespräsidenten liegt bei 20 Mio. Euro jährlich. Die Zuschüsse für Bäder, die jedermann zugute kommmen (Volkssport Nr. 1 ist das SCHWIMMEN, nicht der Fußball), nehmen sich dagegen sehr bescheiden aus...
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  • unbekannt
    (2476 Beiträge)

    14.02.2012 11:28 Uhr
    in zwei Jahren positive Zahlen???
    Da hoff ich mal, daß sie dann in zwei Jahren die Eintrittspreise senken!
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  • unbekannt
    (2 Beiträge)

    14.02.2012 10:25 Uhr
    Tolle Sache, wenn man nicht drauf aus ist sich aufzuregen
    Ich verstehe gar nicht, warum sich hier so viele aufregen. Alle städtischen Einrichtungen werden doch durch die Kommunen finanziert. Zoo, Stadthallen, Events,... bei allen geht es doch darum den Bürgern was Attraktives zu bieten. Daher finde ich es gut, dass es bald ne Blockhütten-Sauna geben soll und ne Raketenrutsche. Ist doch besser als die städtischen Gelder in zuviel Bürokratie zu stecken oder sonst wie so auszugeben, dass der Bürger nichts davon hat.
    Ich selbst finde es super, dass Karlsruhe mit dem Europabad ein richtiges Freizeitbad hat. Wer auf Action oder Erlebnissaunieren nicht steht, der kann ja in die einfachen Hallenbäder gehen und braucht sich so auch nicht aufzuregen, wenn er keine Lust hat auf freien Fall!
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    14.02.2012 01:14 Uhr
    Grundsätzlich
    finde ich die Idee gut ein wirkliches Schwimmbecken - wenn auch nur 25 Meter - und einen Well-nass-Bereich in ein Bad zu integrieren. Da kann man nach der sportlichen Betätigung noch etwas Gammeln.

    Aber die Duschen sind mir etwas zu schlicht. Bei aller Liebe zum modernen reduzierten Design; fest eingestellte Temparatur und dröppelndes statt brausendes Wasser, dazu in manchen Duschen völliges Fehlern von Ablagemöglichkeiten, das gehört in die 50er.

    Trotzdem kommt das Europabad gut an. Ich war schon zu den unterschiedlichsten Zeiten dort und ein Grund nicht mehr bzw. in ein anderes Bad zu gehen wäre, dass es eher zu voll ist, nicht unbedingt in den Becken, aber Anstehen in Dusche und Umkleide nervt.

    Hoppala, damit habe ich einer Preiserhöhung das Wort geredet. Nunja, wenn man mit dem Eintritt ins Fächerbad vergleicht oder mit anderen reinen Well-näss-Tempeln und wenn die besagten Mängel abgestellt werden, dann ist das Europabad in der Tat auffällig günstig.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    14.02.2012 00:49 Uhr
    Fließen?
    Wasn das?
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  •   genter
    (469 Beiträge)

    13.02.2012 23:11 Uhr
    Von Anfang an Fehlplanung
    manchmal ist mehr eben doch mehr

    Von Anfang an hätte das Europabad ein Sprungturmbecken gebraucht. Ich vermisse halt den beinahe 10m Turm eines Tullabads. Ein solches Becken wäre ein Publikumsmagnet gewesen, mehr als der langweilige Stromkanal, der aus Sicherheitsgründen auch noch für Unterwassergymnastik geeignet ist.
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  •   EULALI
    (301 Beiträge)

    13.02.2012 22:59 Uhr
    rückläufige Zahlen der Badegäste - als Zukunftsmusik das Lied vom Tod
    Kann es nach diesem aussagekräftigen Konzept noch eine Steigerung geben?
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  •   kampion
    (1268 Beiträge)

    13.02.2012 22:50 Uhr
    wie kann man
    sich nur mit so einem Fehlprojekt rühmen und noch weiterhin Geld investieren während man beim Sport #1 in D, dem Fußball, so stagniert?? aber in Karlsruhe ist alles möglich, bzw. anders als in der restl Republik...
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  •   todi01
    (1078 Beiträge)

    13.02.2012 22:02 Uhr
    1,2 Mio. für einen solchen Blödsinn?
    Gehts noch?? Was würde es den Herstellen von solchen Symbolen spätrömischer Dekadenz schlecht gehen, wenn nicht jedes Jahr wieder kommunale Heinis das Geld fremder Leute mit vollen Händen aus dem Fenster werfen könnten, um ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. Was ist denn aus dem ach so tollen Erlebnisparcour mitten im Schwimmerbecken geworden? War wohl auch eher eine Schnapsidee, oder?
    Auf der einen Seite wird rumgenölt, weil die städtischen Kassen angeblich leer sind, auf der anderen Seite "investiert" man 1,2 Mio. um vielleicht - wenn alles optimal läuft - eventuell in einigen Jahren keine VERLUSTE mehr zu machen. Die ganze Bädergesellschaft ist doch ein Fall für den Rechnungshof! Tja, Frau Mergen, das wäre doch mal eine Möglichkeit, Verantwortung für die kommunalen Finanzen zu demonstrieren.
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  •   fritzi
    (933 Beiträge)

    13.02.2012 21:15 Uhr
    schwarze Null ?
    seit wann kann man mit Bädern Geld verdienen ? Fassen wir doch mal zusammen.Letztes, dieses und nächstes Jahr sind jeweils zwischen 5 und 6 Mio. Minus eingeplant, wobei noch mal 1,2 Mio investiert werden sollen. Das sind etwa 20 Mio. minus zusätzlich, zu wie viel eigentlich ? Ahja .... so macht man also ein Geschäft. Wollen die mich versemmeln ?
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