Während andere Tannenbäume mit Lametta schmücken oder die Kerzen am Adventskranz anzünden, sorgt Thorsten Grüger mit einem weihnachtlichen Lichterspektakel für Aufsehen. Dabei fing Grügers Weihnachtshaus Neureut ganz harmlos an: "Anfänglich waren es nur normale Lichterketten - dann habe ich ein Video der Christmas Light Show von Matt Johnson gesehen und mir gedacht, das versuchst du auch", sagt Grüger.

Gesagt, getan: Grügers Haus zeigt inzwischen mit über 30.000 kleinen LED-Lichtpunkten eine ausgefeilte Performence, die abgestimmt zur Musik ist. "Mit den LED-Pixel kann man jede einzelne der jetzt etwa 30.000 Pixel ansteuern und in jeder Farbe leuchten lassen, denn ein Pixel besteht aus drei LEDs und einem kleinen Mikrochip", so Grüger.

 

Die Arbeit dahinter

Die Steuerung erfolgt über einen gängigen Windowsrechner. "Ich nutze ein Programm aus den USA namens "Xlights", das wird von genauso Verrückten wie ich dort kostenlos programmiert, weiterentwickelt und zur Verfügung gestellt. Die Steuersignale gehen über das LAN-Netzwerk zu zwei Controllern über ein DMX-Protokoll (wie auf großen Bühnen auch) und wird dort in Signale umgewandelt die der Chip im Pixel versteht", erklärt Grüger den technischen Ablauf seiner Lichtershow.

Doch wie viel Arbeit steckt hinter dem Projekt? "Sehr viel", lacht Grüger - denn so ein komplettes Sortiment gibt es in dieser Form nicht auf dem Markt zu kaufen. Aus diesem Grund betreibt Grüger inzwischen sogar einen  kleinen Onlineshop über den man sehr viele Teile beziehen kann. "Nächstes Jahr wird es dort eigens von mir entwickelte Teile geben", so Grüger, der bereits selbst schon mehrere tausend Euro in sein Hobby investiert hat.

Die zusätzlichen Stromkosten belaufen sich, so Grüger, auf schätzungsweise 150 Euro. | Bild: Weihnachtshaus Neureut

Highlight "Mega Tree"

Highlight in diesem Jahr ist der "Mega Tree". "Letztes Jahr hatte ich schon einen kleinen LED-Baum (Mega Tree oder Pixel Tree genannt). Der Baum hatte 2.400 Pixel und war etwa drei Meter hoch. Dieses Jahr habe ich den "Mega Tree" auf 14.400 Pixel und sechs Meter erweitert", erklärt Grüger. Allein im "Mega Tree" stecken etwa 180 Arbeitsstunden und viel Leidenschaft. "Die Halterung an der Spitze ist aus sechs Millimeter Alu und mit einer Fräse selbst hergestellt. Der Baum wurde, dank der Hilfe von Freunden, erst kurz vor der "Einschaltparty", fertig", so Grüger.

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Spenden für guten Zweck

Der gesamte Aufbau der LED-Lichtershow zieht sich ab September über jedes Wochenende, bis zur großen "Einschaltparty", die immer am ersten Advent stattfindet. "Viele Freunde, Bekannte und Interessierte kommen an diesem Abend vorbei, es gibt Glühwein und ich sammle Spenden", erklärt Grüger. In diesem Jahr sammelte Grüger rund 300 Euro, die er, wie die beiden letzten Jahre schon, zu 100 Prozent an den Karlsruher Kinderhospizdienst spendet. "Es kommt immer etwas zusammen, manchmal habe ich auch Umschläge mit Geld im Briefkasten, von Leuten denen das Weihnachtshaus gefällt und die wissen das ich für den Kinderhospizdienst spende", sagt Grüger.

Noch bis Silvester leuchtet das Weihnachtshaus täglich von 17 bis 22 Uhr in der Georg-Büchner-Straße in Neureut. Nach Neujahr folgt dann der Abbau - den schafft Grüger allerdings innerhalb eines Tages.