"In der Brunnenstraße soll nunmehr der Radverkehr gleichberechtigt neben dem Geschlechtsverkehr erlaubt sein - auch für den heute schon vorhandenen Reitverkehr soll sich die Straße am Durlacher Tor meines Erachtens weiter öffnen", so Stadtrat Max Braun.

"Freuen wir uns, dass es ab jetzt möglich sein wird, auch auf dem Rad zu kommen."

Allerdings ist die Partei der Meinung, dass die Auflagen der Verwaltung - die Radfahrenden haben dort entsprechende Vorsicht walten zu lassen - um einen weiteren, wichtigen Punkt ergänzt werden müssen: Eine  Schrittgeschwindigkeit - insbesondere für männliche Radfahrer - sei unbedingt notwendig. Denn: "Durch ein zu schnelles Durchqueren der Brunnenstraße kommt es infolgedessen zu einer nicht unerheblichen Geschäftsschädigung der dort angesiedelten Dienstleistungsbetriebe aufgrund der Nicht-Beachtung der dort dargebotenen Auslagen", so Braun.

Beinahe ernsthaft beendete der Stadtrat seine Rede mit Zustimmung zum Grünen-Antrag und sorgte für einige Lacher im Saal: "Wir erachten es als äußerst sinnvoll, den Radverkehr an dieser Stelle aus der Illegalität zu holen, zumal er in der Praxis bereits seit längerer Zeit von allen Seiten anerkannt wird: Die Brunnenstraße war schließlich noch nie ein verkehrsberuhigter Bereich. Daher freuen wir uns, dass es ab jetzt möglich sein wird, auch auf dem Rad zu kommen."

Der Antrag wurde mehrheitlich vom Gemeinderat angenommen - lediglich einige CDU-Stadträte sprachen sich gegen die Freigabe der Brunnenstraße aus. ""Wir sind nicht damit einverstanden, die Brunnenstraße für den Radverkehr freizugeben. Aus unserer Sicht gibt es ein hohes Konfliktpotenzial zwischen Fußgängern und Radfahrern in diesem Bereich, da die Fußgänger zu sehr abgelenkt sind", so Jan Döring.

ka-news Hintergrund:

Das Radverbot in der Brunnenstraße beruht auf einer Satzung über Sondernutzungen der Fußgängerzonen datiert ursprünglich vom 6. Oktober 1987, "also aus einer Zeit, in welcher der Radverkehr noch nicht den Stellenwert von heute hatte", so die Grünen in ihrem Antrag an die Stadtverwaltung. Die einschlägigen Gründe für das Radverbot in der Brunnenstraße könnten nicht mehr nachvollzogen werden.

Die Stadt sieht das ebenfalls so: "Nach Auffassung der Verwaltung liegt ein entsprechender Grund nicht mehr vor." Die Vielzahl der heute schon die Brunnenstraße - verbotswidrig - nutzenden Radfahrenden zeige, dass hier Bedarf an einer Änderung bestünde. In ihrer Stellungnahme empfiehlt sie, die rein formellen Gründe zu beseitigen.

Hier finden Sie die Beschlussvorlage der Stadt im Wortlaut (Link führt zu PDF auf Internetpräsenz der Stadt Karlsruhe)

Mehr zum Thema

Fahrradstadt Karlsruhe: Das könnte sich bald für Radler ändern

113 Brennpunkte: So will Karlsruhe Fahrradunfälle verringern

"Draistag" in Karlsruhe: Lastenräder - eine Alternative zum Auto?

Karlsruhe prüft Ausweitung: Hier gibt es bald weitere Fahrradstraßen!