Grundsätzlich sehe Oberbürgermeister Frank Mentrup die Situation optimistisch, wie er im Rahmen einer Pressekonferenz verkündet: "Die Analyse des Abwassers ergab, dass die Infektionszahlen in Karlsruhe rückläufig sind und auch die Belastung der Normal- und Intensivstationen am städtischen Klinikum hat deutlich abgenommen", wie er erklärt. "Dennoch steigen die Inzidenzen dank der Omikron-Mutante weiter und weiter."

Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup.
Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup. | Bild: Carsten Kitter

Da die Hospitalisierungsinzidenz nun aber über längere Zeit unter dem Schwellwert von 6,0 und die Intensivbettenanzahl für Coronapatienten unter 390 lagen, sei das trotzdem ein Anlass, die Alarmstufe II herunterzufahren. "Zwar hat die Landesregierung die Alarmstufe II vernünftigerweise bis zum 1. Februar verlängert, doch anschließend kehren wir zur Warnstufe zurück. Das ist beschlossene Sache", so Mentrup. Die warnende Funktion dieser Stufe sei dabei aber ernst zu nehmen.

Mentrup befürwortet die Impfpflicht

Nach wie vor seien nämlich einige Ausbrüche innerhalb Karlsruhes bekannt, die ein nicht zu unterschätzendes Infektionsrisiko böten. Ein Risiko, für dessen Bekämpfung der OB nicht immer die optimalen Maßnahmen beobachte: "In manchen Schulen bei denen Infektionsketten festgestellt wurden, mussten mehrere Klassen geschlossen werden", sagt der OB. 

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"Und, während man die infizierten ohne Frage in Quarantäne schicken sollte, bleibt doch zu klären, ob man allen negativ getesteten Schülern den Präsenzunterricht vorenthalten muss oder ob man das Problem nicht doch von der falschen Seite angegangen ist." Eine bessere Lösung sei für Mentrup nämlich noch immer das flächendeckende Impfen, weshalb er sowohl eine berufsbezogene, als auch eine allgemeine Impfpflicht befürworte. 

"An einer Impfung hängen Menschenleben"

"Es gibt immer noch einige Zweifler an der Notwendigkeit einer flächendeckenden Impfung - besonders, da die Omikron-Variante oft von weniger schweren Verläufen begleitet ist. Lassen Sie mich dahingehend ein Beispiel nennen: In Karlsruhe gibt es über 40 Pflegeheime, in denen in den letzten Wochen Ausbruchsgeschehen nachgewiesen wurden. Dabei entstanden genau drei schwere Verläufe bei den Corona Patienten", wie Mentrup berichtet.

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"In einem Pflegeheim in Mannheim gab es einen vergleichbaren Ausbruch, bei dem 13 Todesfälle beklagt werden mussten. Der Unterschied liegt darin, dass in diesem Pflegeheim die Durchimpfung sehr rückständig war. In den 40 Heimen in Karlsruhe gibt es kaum noch ungeimpfte Bewohner. Ja, die Impfung bietet keine Garantie gegen eine Infektion oder Übertragung und sie ist auch weniger effektiv gegen die derzeitig vorherrschende Variante - aber sie vermindert das Infektionsrisiko und den Verlauf immerhin deutlich", meint der OB.

"Ich kann mich also nur wiederholen, dass ich darauf hoffe, dass der Bund eine allgemeine Impfpflicht bewilligt und kann nur davor warnen, die Notwendigkeit der Impfung anzuzweifeln. Auch bei Omikron hängen Menschenleben an einer flächendeckenden Immunisierung", wie Mentrup schließt.

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