"Die Baustelle am Marktplatz geht gut voran. Derzeit werden einige Vorarbeiten geleistet, ehe es in den kommenden Wochen an das Betonieren geht", erläutert Peter Müller vom Ingenieurbüro. Rund 30 Interessierte sind gekommen, um Müllers Schilderungen zu lauschen. Der Experte macht die besondere Bedeutung des Marktplatzes für den Kombi-Bau deutlich: "Richtung Süden wird der etwa 250 Meter lange Tunnel in der Karl-Friedrich-Straße in bergmännischer Bauweise gefertigt. Aus östlicher Richtung kommt der Tunnelbohrer hinzu."

"Mehrwert für Karlsruhe größer als Mehrkosten"

Angesichts dieser Vielzahl an Baumaßnahmen rund um den Platz im Herzen der Fächerstadt ist das Interesse der Besucher am Zustand der Pyramide groß. Doch Müller beruhigt: "Die Pyramide wird vom Bau nicht betroffen. Auch der Boden unter ihr wird nicht angefasst." Die schwarzen Schutzwände, die rund um die Ruhestätte des Markgrafen Karl Wilhelm angebracht sind, dienten lediglich dem Schutz vor Dreck und dem Eindringen von Bodenmaterial, versichert Müller.

Die Pyramide bleibt also unberührt - doch um sie herum wird sich künftig einiges verändern. Müller erklärt: "Die Bahnen fahren nach der Fertigstellung unterirdisch westlich an der Pyramide vorbei, und nicht wie bislang östlich." Hinzu komme eine Besonderheit durch den Tunnel in der Karl-Friedrich-Straße: "Im Abschnitt zwischen der Pyramide und dem Polizeipräsidium am Marktplatz werden künftig unter der Erde drei Gleise liegen." Das zusätzliche Gleis auf diesem kurzen Abschnitt solle später zum Rangieren dienen, so Müller.

Dieter Thomann, Vorsitzender der Bürgerinitiative "Ja zur Kombilösung", freut sich ob dieser konkreten Pläne: "Ich habe den Eindruck, dass die Baustellen der Kombilösung immer besser angenommen werden." Angesprochen auf die gestiegenen Kosten des Karlsruher Mega-Projekts sagt Thomann: "Natürlich ist das nicht schön. Aber über einen so langen Zeitraum ist eine solche Steigerung noch im Rahmen. Außerdem wird der Mehrwert der Kombilösung die erhöhten Kosten bei weitem übersteigen."

Zwar wird es noch einige Zeit dauern, bis neben der Pyramide tatsächlich Bahnen unter Tage rollen, doch die bis zu 20 Meter tiefe Baugrube wird schon bald verschwinden: "Bis Mai nächsten Jahres soll der Marktplatz wieder ebenerdig und damit zu Fuß zu überqueren sein." Doch jetzt, ergänzt Müller schmunzelnd, stehe auch für die Arbeiter der Kombilösung erst einmal der Weihnachtsurlaub vor der Tür.

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