Zu kurz, zu lang, zu breit, zu schmal: "Bei Kondomen kommt es unbedingt auf die richtige Größe an - liegt es falsch an oder passt nicht, kann's schnell mal in die Hose gehen", erklärt Harald Reichle, Diplom-Sozialarbeiter und Mitarbeiter von profamilia, den Karlsruher Jugendlichen am Donnerstag.

Plüsch-Spermien-Weitwurf, Baby-Simulator und Penis-Messgerät

Viele Sex-Anfänger wüssten leider nicht, dass man beim Kondom-Kauf auch auf Form und Größe achten sollte. Denn oft könne eine falsche Nutzung verheerende Folgen haben. "Ein großes Problem ist, dass Drogeriemärkte oft nur die Standard-Gummi-Größen führen - diejenigen für Penisse im Wachstum werden nicht geführt", so Reichle. Das müsse sich unbedingt ändern - Dialoge würden zu diesem Thema schon auf Landesebene geführt. Den Jungs gibt er an diesem Tag so genannte "Penis-Messgeräte" mit, die die richtige Kondomgröße bestimmen sollen. Das komme gut an - viele der kostenlosen Kondome in verschiedenen Ausführungen seien schon an den (jungen) Mann gegangen.

Auch Max Giesinger wollte es wissen: Der Voice-of-Germany-Star aus Karlsruhe übernahm dieses Jahr die Schirmherrschaft für die Karlsruher Jugend-Filmtage. "Das Thema Aufklärung ist super wichtig - mir ist es ein Anliegen, dass die Kids verantwortungsvoll in Sachen Liebe und Sexualität handeln", so Max. Plüschspermien-Weitwerfen, Baby-Simulator, "Du weißt schon was" malen: Gemeinsam mit den Schülern duellierte er sich bei den Mitmach-Aktionen verschiedener Karlsruher Einrichtungen, darunter Kinderbüro, Gesundheitsamt und Diakonisches Werk.

Aufklärungs-Kino mit Max Giesinger

Dabei war das eigentliche Highlight der vierten Karlsruher Jugend-Filmtage ein ganz anderes: Gezeigt wurden den 63 Schulklassen die Alternativ-Filme "Tomboy" und "same same but different", die jeweils ansteckende Krankheiten, Liebe und Sex thematisieren und später im Unterricht nachbereitet werden sollen. "Die Schüler fanden die Filme - obwohl es sich nicht um Blockbuster oder Actionthriller handelte - toll und waren gerührt", betonte Kulturamtsleiterin Susanne Asche im Gespräch mit ka-news. Einige hätten den Kinosaal sogar mit einer Träne in den Augen verlassen - ob das nicht auch an dem Überraschungs-Auftritt von Max Giesinger lag? Dieser performte bei der Eröffnung drei seiner neuen Songs und plauderte aus dem Nähkästchen seiner Jugend.

Mit dem Festival im Filmpalast am ZKM wollen die Initiatoren, sowie die Unterstützer Oberbürgermeister Frank Mentrup und Landrat Christoph Schnaudigel Präventivarbeit leisten: "Es ist uns wichtig, dass dies nicht als einmalige Aktion wahrgenommen wird und dass die Jugendlichen die Scheu verlieren, sich Erwachsenen zu öffnen, wenn ihnen etwas auf dem Herzen liegt", betonte Asche. In Karlsruhe sei man da auf einem guten Weg - "wir haben ein super funktionierendes Netzwerk zwischen den Beratungsstellen, Lehrern und Eltern aufgebaut."

 
Mehr zum Thema sex-in-karlsruhe: Let's talk about Sex - in Karlsruhe