Der Pfad in der Regenwaldlandschaft führt an einem moosbewachsenen Flußufer vorbei an meterhohen Bäumen mit Affen und Vögeln sowie einem Piranhabecken - so der Plan. Derzeit ist eine grobe Landschaft ohne viel Grün zu sehen.

In diesen Tagen ändert sich das: 30 bis zu acht Meter hohe Bäume werden aus den Niederlanden geliefert und eingepflanzt. In den nächsten Wochen sollen dann kleine Pflanzen und Moos folgen, wie die Verantwortlichen am Mittwoch im Rahmen eines Vor-Ort-Termins erklären.

Viel Styropor und Beton im Regenwald des Exotenhauses

In ihren Töpfen wiegen die Bäume bis zu einer Tonne. "Echte Knochenarbeit, bis die aufgestellt sind", findet Clemens Becker, kommissarischer Leiter des Zoos. "Zunächst werden die Wurzeln geschnitten, quasi beschädigt, um sie zu weiterem Wachstum anzuregen", erklärt er. Die Kulisse entsteht zudem durch eine riesige Styroporlandschaft. Das Styropor ist überzogen mit einer Betonschicht, welche wiederum mit natürlichen Farben besprüht wurde und so das Bild eines Regenwaldes abrundet.

Etwa zwölf verschiedene Baumarten wird es im Exotenhaus geben, berichtet der projektverantwortliche Landschaftsarchitekt Georg Heinemann. Darunter sind Kautschuk-, Kaugummi- und Breiapfelbäume, aber das Highlight sei der "Dicksonia antarctica". Der tasmanische Baumfarn sehe aus wie eine Palme, habe aber oben Farn - "das sieht spektakulär aus", sagt Heinemann.

Leichter Kostenanstieg: Projekt zehn Prozent teurer als geplant

Heinemann ist davon überzeugt, dass die Umpflanzung keine Probleme mit sich bringe: "Die Pflanzen sind Lebewesen und keine Steine, die man so hinsetzt. Aber wir haben vorher Messungen durchgeführt, es sollte funktionieren." Die Pflege der Bäume werde zunächst das Gartenbauamt übernehmen, erklärt Zoochef Becker. Langfristig seien aber feste Pflegestellen eingeplant, denn dies sei der wichtigste Faktor. Die Schädlinge könne man in der natürlichen Landschaft nicht einfach mit chemischen Mitteln bekämpfen, sondern müsse auch auf natürliche Feinde wie Insekten zurückgreifen.

Die Kosten für das 18,5 Millionen Euro teure Projekt seien leicht gestiegen, bestätigt Angela Götzmann vom Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft. Etwa zehn Prozent betrage der Anstieg wegen der nötigen Asbest- und Betonsanierung. Die Suche nach einem Pächter für den Gastronomiebereich des Exotenhauses hat sich indes konkretisiert: Zwei starke Interessenten hätten sich unter 20 Bewerbern hervorgetan, so Zooleiter Becker. Bis Ende des Jahres wolle man eine Zusammenarbeit fixieren.

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