Die Vorbereitungen im Exotenhaus laufen. Wie aus einer Pressemeldung der Stadt hervorgeht, wurden am Donnerstag, 12. März, die sechs Becken und Aquarium für die neuen Bewohner mit Wasser befüllt, Fassungsvermögen zwischen 5.000 und 9.000 Litern. Das Exotenhaus öffnet im Juni. 

Pfeilgiftfrösche sind Premiere für Karlsruhe

Im Wirtschaftshof des Zoos sind derweil in der Quarantänestation die ersten vier Tierarten für Terrarien der Amphibienstation angekommen - drei Rotkopf-Plattschildkröten und drei Arten von Pfeilgiftfröschen. "Der Karlsruher Zoo hat noch nie Pfeilgiftfrösche gehalten, jede Ankunft eines neuen Tieres ist da faszinierend", freut sich Clemens Becker. Anfang Februar sind aus dem Zoo Halle mit den fünf Maranon-Baumsteigern, die mit ihren hellen Punkten auf schokoladenbrauner Haut auch Schokoladenbaumsteiger heißen, die ersten Pfeilgiftfrösche eingetroffen.

Wie auch die vor wenigen Tagen eingetroffenen drei Para Baumsteiger und die fünf Exemplare des gelbgebänderten Pfeilgiftfroschs sind die Winzlinge in der Natur ziemlich giftig. "Unsere Tiere sind aber harmlos", erläutert Michaela Gaum, die Leiterin des Exotenhauses.

Australienlandschaft mit Lungenfisch und Wasserwarane

Mit dem Vivarium des Naturkundemuseums Karlsruhe hat der Zoo die Tierliste abgestimmt, denn beide Einrichtungen sollen jeweils unterschiedliche Arten zeigen. Im großen Karibik-Becken werden bis zu einem Meter lange Knochenhechte und Kahlhechte schwimmen. Nebenan im Schwarzwasserbecken werden unter anderem die aus dem Zoo Leipzig kommenden Diskusfische eingessetzt. Im Ostafrika-Becken sind etwa Kongosalmler zu sehen, im Malawisee-Becken werden die Malawiseebarsche einziehen, die bislang im Elefantenhaus lebten, zudem gelbe Maulbrüter. Ihr Aquarium bietet mit einer Felsmauer im Wasser viele Rückzugsmöglichkeiten, damit sich die revierbildenden Barsche untereinander abgrenzen können.

Bei der Australienlandschaft müssen noch letzte Arbeiten an der Grundstruktur des Geheges erledigt werden. In diesem Terrarium werden Wasserwarane und Wasseragame gezeigt, zudem Schlangenarten, Schildkröten, Regenbogenfische. Und Lungenfische, freut sich Michaela Gaum, Leiterin des Exotenhauses, über diese selten gezeigten Tiere. Sonnenralle und Dajaldrossel übernehmen den Erstbezug Beim Gehege der Riesenschildkröten soll noch eine leicht wellige Landschaft entstehen. Einziehen werden hier zwei 15 und 18 Jahre alte Tiere, die beschlagnahmt wurden. Die 70 bis 80 Zentimeter großen Tiere leben derzeit im Zoo Zürich.

Vögel sind die ersten Bewohner

"Manchmal muss man jahrelang auf Tiere warten", wissen Becker und Gaum um die Schwierigkeit, bestimmte Tiere zu bekommen. Die Erstbewohner des Exotenhauses sind daher nicht selten noch junge Tiere. "Unsere Tiere wachsen ins Exotenhaus hinein. Wie wir auch - von Tag zu Tag ein Stückchen mehr", so Gaum. Die Seychellen-Riesenschildkröten werden sich das Gehege mit den Strahlenschildkröten teilen.

Im Außenbereich haben auch griechische Landschildkröten ein Heim. Ihr Gehege bekommt ein Häuschen, das auch Überwinterungsquartier sein wird. Die ersten Tiere, die direkt ins Exotenhaus, allerdings hinter den Kulissen, einziehen, sind vier Vogelarten aus dem Zoo Leipzig. Sonnenralle, Dajaldrossel, Rotschopfturako und eine Gruppe Madagaskarweber werden Ende März erwartet.