Dass man nach Auffassung der Veranstalter seine Daten auf jeden Fall verschlüsseln sollte, wird bereits zu Beginn des Abends deutlich. Margret Mergen, die Erste Bürgermeisterin, und Dirk Fox, der Geschäftsführer des Unternehmens "secorvo" begrüßen die rund 450 Zuhörer im ZKM und erläutern nochmals die Relevanz der Verschlüsselung. Kurz gesagt: Wer nicht verschlüsselt nimmt in Kauf, dass sämtliche Online-Aktivitäten mitverfolgt werden könnte. Das Interesse ist groß: Der Saal ist voll, sehr voll sogar. Die Sitzplätze sind praktisch restlos belegt, etliche im Saal müssen stehen.

GPGKeys, Threema und was ein Browser mit Zwiebeln ("Onion") zu tun hat

Dann beginnen die Vorträge, immer zehnminütige Blöcke, die auf Fragen wie "Wie erzeuge ich meinen Schlüssel", "Wie greife ich sicher auf mein E-Mail-Postfach zu?" bis hin zu "Wie baue ich mir meine sichere Cloud?" Antwort geben. Da ist von "GPGkeys" die Rede, ein Vortragender stellt "Threema" als die sichere Alternative zu WhatsApp vor. Im letzten Vortrag geht der Referent Jörg Völker darauf ein, wie man mithilfe des "Onion-Browsers" sicherstellen kann, dass man im Internet anonym unterwegs ist.

Über die Möglichkeiten des Datenschutzes aufgeklärt wird allerdings nicht nur in Vorträgen, sondern auch an den zwölf Ständen. Hier konnte man sich zum Beispiel zeigen lassen, wie einfach der Datenverkehr eines Nutzers in einem öffentlichen W-Lan-Netzwerk mitgeschnitten werden kann. Google-Anfragen, Webseitenaufrufe: Alles sofort sichtbar. "Der ganze W-Lan-Verkehr geht hier durch einen Rechner von uns, der alles aufzeichnet. Damit zeigen wir, dass man genau nachvollziehen kann, was der Benutzer hier tut", sagt Dirk Achenbach vom KIT.

"Wir waren den Schlapphüten gegenüber schon vor 50 Jahren misstrauisch"

Wie man sein E-Mail-Programm so konfiguiert, dass eine sichere Kommunikation stattfinden kann, erklärte Thomas King von audriga. In seinem Kurzvortrag geht er darauf ein, wie man mit wenigen Mausklicks seine E-Mail-Programme so konfigurieren kann, dass die Datenübertragung sicher stattfindet.

Bei den Besuchern kommt der Abend offenbar gut an. Heinrich Kampa, ein Besucher, der selbst in der IT-Branche arbeitet, glaubt, dass die Veranstaltung für so manchen zu einem großen Erkenntnisgewinn führen dürfte und meint: "Das war ein Abend, der aufklärt". Werner Schick, ebenfalls ein Besucher glaubt, dass die Angst vor der Überwachung nicht neu sei: "Ich bin ein Kind der 70er-Jahre. Wir waren den Schlapphüten gegenüber schon vor 50 Jahren misstrauisch, und das bin ich auch heute noch. Ich glaube aber dennoch, dass man zum Teil einfach zu seinem Dienstleister ein gewisses Vertrauen haben muss.“

Der Geschäftsführer von „secorvo“ und Mitinitiator der Karlsruher-IT-Sicherheitsinitiative Dirk Fox erläutert gegenüber ka-news: "Wir haben nach den Snowden-Enthüllungen als Karlsruher-Sicherheitsinitiative beschlossen, eine große Veranstaltung zu machen, die das Interesse in Karlsruhe befeuert, sich mit diesen Themen zu beschäftigen." Mit der Veranstaltung wolle man zeigen, dass das Know-How in Karlsruhe vorhanden ist. "Ich bin relativ sicher, dass jeder etwas mitgenommen hat, und sagt: 'Und das ändere ich jetzt', denn wir haben viele Bereiche, in denen wir uns schützen müssen."

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