Studien beweisen: zwischen zehn und zwanzig Prozent der Minderjährigen in Europa werden im Laufe ihres Lebens sexuell missbraucht, so Daniel Caspary in einer Pressemitteilung. Er findet, solche Zahlen könne man nicht hinnehmen. In einer verabschiedeten Entschließung drängt das Europäische Parlament auf ein umfassendes Konzept gegen den Missbrauch von Kindern.

Steigender Missbrauch im Internet

Die Entschließung fordert beispielsweise auf, rechtswidrige Inhalte sofort aus dem Netz zu löschen, Strafverfolgungsbehörden mit den erforderlichen Finanzmitteln, Personal, sowie technischen und rechtlichen Ermittlungsmöglichkeiten auszustatten und die Einrichtung von Notrufstellen, über die Kinder anonym Missbrauch melden können, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Auch sollen Präventionsmaßnahmen getroffen werden, mit denen Kinder über die Risiken der Verwendung ihrer Daten aufgeklärt werden sollen. Vor allem der steigende Missbrauch im Internet sei Anlass für diese Forderungen, denn die Anonymität des Internets vereinfache den Tätern ihre Verbrechen.

"Sexueller Missbrauch hitnerlässt insbesondere bei Kindern langfristige Schäden", meint Caspary. "Auch deshalb müssen endlich wirksamere Maßnahmen unternommen werden", so der Abgeordnete weiter. Das EU-Parlament soll jetzt die Mitgliedsstaaten außerdem dazu aufrufen, die bereits im Oktober 2011 beschlossenen Richtlinien zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern sowie der Kinderpornografie in nationales Recht umzusetzen.