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Karlsruhe Elefanten im Karlsruher Zoo: Neues Winterhaus nach Zoobrand

Der erste Abschnitt des neuen Winterhauses für die Elefanten im Karlsruher Zoo ist fertiggestellt. Die vier Elefanten können dieses nun während der kalten Witterungsperiode bewohnen. Bei einem Pressetermin am Freitag, 21. Dezember, wurde das neue Gehege vorgestellt. Dabei übergaben die Vorsitzende der Zoofreunde Karlsruhe, Gisela Fischer, sowie weitere Vertreter des Vereins Zoochefin Gisela von Hegel eine Spende von 60.000 Euro.

Nach dem Brand im Karlsruher Zoo im November 2010 plante die Stadt zusammen mit der Zoo-Geschäftsführung den vier Elefanten aus Asien ein neues Zuhause zu schaffen. Mit den Versicherungsgeldern und Spenden sollte das alte Elefantenhaus durch einen Anbau erweitert werden. Dieser wurde nun mit den Gesamtkosten von etwa 880.000 Euro fertiggestellt. Ein komplett neues Gehege mit großzügiger Fläche werde nach 2015 in Angriff genommen, erklärte Bürgermeister Michael Obert am Freitag.

Mit der Renovierung einher gehen Verbesserungen in der Haltung der Tiere: Zum einen sollen Heizrohre in einer Betonwand für subtropische Wärme sorgen, zum anderen soll eine dicke Sandschicht als optimale Schlafunterlage dienen. Nach dem Feuer in ihrem Gehege hatten es die Tiere vermieden auf dem harten Boden zu schlafen. Ein lichtdurchlässiges Dach wurde eingebaut, um natürliche Helligkeit im Elefantenhaus zu sichern und den Stoffwechsel der Tiere anzutreiben.

104 Quadratmeter Bewegungsfläche

Der neue Anbau soll den Dickhäutern 104 Quadratmetern Bewegungsfläche bieten.  Bis im Frühjahr die Trennwand zwischen dem alten Winterquartier und dem neuen Stall durchbrochen werden kann, verweilen die Elefanten weiterhin in ihren Innen-Boxen. "Wenn alles fertig ist, müssen sich die Tiere erstmal an ihr neues Heim gewöhnen. Das kann zirka zwei Wochen dauern", erklärt Zoochefin Gisela von Hegel.

"Die neue Fensterwand an der Ostseite des Gebäudes gibt Fußgängern und Besuchern die Möglichkeit die Elefanten sowohl tagsüber zu beobachten, als auch abends, wenn sie abgeduscht werden", so von Hegel. Jeden Tag müssen die Tiere gewaschen werden - hierbei verursachten bisher abgespülte Feststoffe für eine Verstopfung beim Abfließen. Ein neuer Freispiegelabfluss soll das Sand im Wasser herausfiltern und dem Energieschutz dienen. An der Außenfassade des Hauses entsteht nach Fertigstellung eine mit dem Gemeinderat geplante, gärtnerisch gestaltete Wand.

Flusspferde ziehen ins alte Elefantenheim

Auch neu konstruierte Absperrpfosten im Anbau sollen für mehr Sicherheit der Pfleger sorgen. "Der Beruf des Elefantenpflegers ist nicht ungefährlich. Das Team kümmert sich sehr gut um die Tiere,nur deswegen haben diese den Brand so gut überstanden", lobt Hegel ihre Mitarbeiter. In das alte Heim der Dickhäuter sollen später Flusspferde einziehen, denn diese brauchen laut Hegel mehr Platz als sie zur Zeit haben.

Zum Abschluss wies Bürgermeister Obert noch darauf hin, dass es auch zu Verzögerungen im Bauablauf kommen könne: "Wenn man unter lebenden Tieren baut, ist dies schwieriger als wenn man das eigene Haus renoviert." Bisher hätten die Elefanten den Bau jedoch gut verkraftet.

Immer wieder aufkommende Kritik von Tierschutzorganisationen, dass Elefanten in Zoos nicht artgerecht gehalten werden könnnen, weist der stellvertretende Zoochef Clemens Becker zurück: "Zwei von ihnen sind 58 Jahre alt." Das neue Gehege soll außerdem den modernen europäischen Richtlinien für tiergerechte Zoo-Haltung entsprechen. "Sie haben dort sehr viel Platz und wohnen sehr komfortabel", so auch Zoochefin von Hegel.

Auch im Dezember 2011 erhielt der Karlsruher Zoo eine Spende für das neue Elefantengehege.

Über das neue Elefantenhaus wurde auch im Gemeinderat diskutiert.

Nach dem Brand im Zoo öffnete das Elefantenhaus wieder im März 2011.

26 Tiere starben beim Großbrand im Karlsruher Zoo im November 2010.

 

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Kommentare (8)
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  •   ALFPFIN
    (5714 Beiträge)

    22.12.2012 18:10 Uhr
    So ist es,
    gerade habe ich wieder gelesen, dass in Afrika große Tierbestände
    getötet wurden, auf Bestellung, wegen diverser "Heilmittel" für die Japaner.

    Ich bin froh, dass die Baufirma Alpine d, Dr. C. nicht den Bauauftrag bekommen hat, sonst wären unsere Elefanten längst friedlich in den "Elefantenhimmel" eingegangen, bevor auch nur eine Schaufel Sand bewegt worden wäre. grinsen
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  • unbekannt
    (446 Beiträge)

    22.12.2012 15:18 Uhr
    Tierquälerei
    Ich frage mich wieso die Tierquäler vom Karlsruher Zoo nicht aus dem Brand gelernt haben. Tiere gehören nicht eingesperrt, solange sie nicht hilfsbedürftig sind. Nur Freiheit ist artgerecht. Jeder der einen solchen Show-Zoo betreibt oder unterstützt (besucht) sollte sich seines ethischen und moralischen Versagens bewusst sein.
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  •   joka
    (9833 Beiträge)

    22.12.2012 15:40 Uhr
    Besser im Zoo...
    als abgepackt bei Aldi!
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  •   Laetschebachschorsch
    (2843 Beiträge)

    22.12.2012 17:47 Uhr
    Wieso bei Aldi?
    Gibt es dort Elefantenschinken oder geschnitztes Elfenbein?

    In einigen Jahren können diese Tiere vielleicht nur noch im Zoo oder im Museum betrachtet werden, denn in Ihrer Heimat, wo sie sich, wie oben gefordert, frei bewegen können, werden sie frei abgeschlachtet.
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  •   joka
    (9833 Beiträge)

    23.12.2012 17:40 Uhr
    Elefantensülze...
    noch nie Elefantensülze gegessen?
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  •   runsiter
    (11979 Beiträge)

    23.12.2012 18:01 Uhr
    Die aus Kamerun
    soll besonders gut sein.
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  •   joka
    (9833 Beiträge)

    23.12.2012 18:33 Uhr
    Die kennst du auch...?
    Eine Delikatesse! zwinkern
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  •   mueck
    (9077 Beiträge)

    22.12.2012 19:01 Uhr
    ?
    Nicht nur an Dein Futter denken!

    Weißt Du genau, was dort beim "Katzenfutter, Geschmacksrichtung Huhn" mit laut Packung 4 % Huhn in den restlichen 96 % alles mit drin ist?
    Hast Du mal ausgerchnet, wieviel Katzen man mit einem Elefanten satt kriegen könnte?
    Siehste!

    Und wer weiß, was im Menschenfutter; Abteilung Hack, alles drin ist, wenn gerade Elefant günstig zu kriegen war, weil's beim Elfenbein organisieren übrig war ...

    Und wer weiß, was dort alles mit Hilfe indischer Elefantenkinder unfair produziert wurde ...
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