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Karlsdorf-Neuthard Karlsruher Heimat von oben: Spektakuläre Ausblicke über Karlsdorf-Neuthard - eine Bilderstrecke

Ein spektakulärer Blick, wie er sonst nur Vögeln vergönnt ist: In der Sonntags-Reihe "Karlsruher Heimat von oben" entführen wir auf eine Reise durch die schönsten Gemeinden und Gegenden rund um die Fächerstadt. Heute: ein luftiger Rundflug über Karlsdorf-Neuthard.

Die Gemeinde Karlsdorf-Neuthard liegt westlich von Bruchsal und nordöstlich von Karlsruhe. Neben dem Hardtgraben durchzieht die Saalbach und dessen Kanal den Ort. Außerdem fließt durch den Ortsteil Neuthard die Pfinz.

Blick Richtung Süden entlang der Pfinz im Westen von Neuthard.
Blick Richtung Süden entlang der Pfinz im Westen von Neuthard. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Der Ortsteil Neuthard wurde erstmalig im Jahr 1281 als Neithart erwähnt, als Otto von Bruchsal an Speyer verkaufte. Über den Namen war man sich jahrelang nicht einig, denn die Schreibweise von Neithart variierte. Im Jahr 1394 wurde der Ort mehrfach verpfändet, kam jedoch wieder ans Hochstift Speyer zurück. Die Nähe zu Bruchsal erschwerte den Menschen in den Anfängen des Ortes das Bruchsaler Bürgerrecht und die Freiheit der Leibeigenschaft.

Blick entlang der Waldstraße zu den Siedlergärten.
Blick entlang der Waldstraße zu den Siedlergärten. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Überfälle blieben trotz allem im Zusammenhang mit dem Dreißigjährigen Krieg nicht aus. Beispielsweise wurde der Ort 1619 von Badischen Soldaten überfallen und ein Jahr später niedergebrannt.

Kirche St. Sebastian in Neuthard.
Kirche St. Sebastian in Neuthard. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Verpfändungen haben die Historie des Ortes auch danach noch weiterhin geprägt, denn von 1645 bis 1652 wurde Neuthard gemeinsam mit Altenbürg und Büchenau an den Freiherrn Philipp Franz von Sötern verpfändet. Der Ort klagte allerdings dagegen, in seinem zerstörten Zustand weder den verlangten Frondienst noch die geforderten Abgaben leisten zu können.

Das Rathaus in Neuthard.
Das Rathaus in Neuthard. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Neben weiteren Zerstörungen, im Rahmen des Pfälzischen Erbfolgekrieges oder des Siebenjährigen Krieges, prägte eine gescheiterte Intervention mit Büchenau und Auswanderungen nach Ungarn und Brasilien die Dorfhistorie.

Blick über das Gewerbegebiet im Norden von Neuthard.
Blick über das Gewerbegebiet im Norden von Neuthard. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Bekannt war Neuthard vor allem durch seine Landwirtschaft und den Tabakanbau, der zeitweise 90 Prozent aller Betriebe im Ort beherrschte, daher gab es auch sechs Zigarrenfabriken im Ort.

Die St. Jakobus Kirche entlang der Amalienstraße.
Die St. Jakobus Kirche entlang der Amalienstraße. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Der heutige Ortsteil Karlsdorf wiederum stellt die Neuansiedlung des Dorfes Dettenheim dar. Durch verheerende Überschwemmungen im Jahr 1813 überließ Großherzog Karl Ludwig Friedrich von Baden den Einwohnern ein Stück Rhein, weg vom Wasser nahe Altenbürg.

Schönbornschule in Karlsdorf.
Schönbornschule in Karlsdorf. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Zu Ehren dessen wurde der Ort "Karlsdorf" benannt. Aller Anfang war für die Menschen schwer, denn die Germarkungsfläche wurde schnell für die wachsende Bevölkerung zu klein und Wünsche zur Auswanderung nach Amerika oder Brasilien wurden größer.

Das alte Rathaus entlang der Amalienstraße.
Das alte Rathaus entlang der Amalienstraße. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Durch das Korrigieren der Pfinz und der Saalbach änderte sich die Gemarkung mehrfach. Schlussendlich wurde sie im Jahr 1960 entscheiden vergrößert. Anfang der 1970er-Jahre diskutierte man auch in Neuthard die Gemeindereform und dachte zunächst an eine Eingemeindung mit Spöck.

Das Bürgerbüro Karlsdorf an der Musik- und Kunstschule an der Amalienstraße.
Das Bürgerbüro Karlsdorf an der Musik- und Kunstschule an der Amalienstraße. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Das Angebot, sich mit Bruchsal zu vereinen, lehnten die Neutharder ab. Letztlich entschied man sich 1974 für den Zusammenschluss mit Karlsdorf, welcher zum 1. Januar 1975 vollzogen wurde.

Schönbornschule in Karlsdorf.
Schönbornschule in Karlsdorf. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Das kulturelle Leben in Karlsdorf-Neuthard wird vor allem vom bunten Vereinsleben geprägt. Beispielsweise durch den TSV Karlsdorf, der durch seine Erfolge im Faustball und Tischtennis bekannt ist oder durch den TV Neuthard, der seit 2005 erfolgreich in der Badenliga Handball spielt. In den Sommermonaten laden Laufstrecken am Waldsportplatz und der Sieben-Erlen-See zur sportlichen Betätigung im Freien ein.

Der FC Germania Karlsdorf.
Der FC Germania Karlsdorf. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Verwaltet wird das Leben in der Gemeinde unter anderem von einem Gesicht, das inzwischen auch den meisten Karlsruhern bekannt sein dürfte: Bürgermeister Sven Weigt, der im Dezember 2020 Frank Mentrup bei der Karlsruher Oberbürgermeisterwahl herausgefordert hatte, sich jedoch am Ende gegenüber dem Amtsinhaber geschlagen geben musste.

Mehr luftige Ausblicke über Karlsdorf-Neuthard in der Galerie:

Die Aufnahmen unseres Fotografen Tim Carmele stammen aus Mai 2021.

 

Mehr zum Thema
Karlsruhe von oben: Wildparkstadion, Rheinbrücke, Hauptbahnhof und Co.: Luftige Ausblicke auf die Fächerstadt und die Region, wie Sie sie garantiert noch nie gesehen haben, finden Sie hier in unserem Dossier.
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  •   Ringo.Ginsterburg
    (159 Beiträge)

    15.05.2021 14:37 Uhr
    Ich liebte ein Mädchen in Neuthard
    die wohl meines Anrufs noch heut harrt.

    Tolle Geschichte von dem "umgezogenen" Dorf (Karlsdorf = [Alt-]Dettenheim 2.0). Bemerkenswerterweise haben die Bewohner ja damals auch tatsächlich ihre Häuser mitgenommen und im neuen Ort wieder aufgebaut. Ein paar wenige davon existieren auch noch - ein Bild von einem solchen wäre besonders interessant gewesen. (Das alte Rathaus zählt nicht dazu - das war sogar schon vorher da, als Torturm des Altenbürger Schlossanlage. grinsen
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