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Karlsruhe Karlsruher Heimat von oben: Spektakuläre Ausblicke über Karlsbad - eine Bilderstrecke

Ein spektakulärer Blick, wie er sonst nur Vögeln vergönnt ist: In der Sonntags-Reihe "Karlsruher Heimat von oben" entführen wir auf eine Reise durch die schönsten Gemeinden und Gegenden rund um die Fächerstadt. Heute: ein luftiger Rundflug über Karlsbad, die Gemeinde mit den fünf Ortsteilen.

Karlsbad liegt am Nordrand des Schwarzwaldes und besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Auerbach, Langensteinbach, Ittersbach, Mutschelbach und Spielberg. Auf rund 38 Quadratkilometern leben 15.810 Menschen und genießen ein Leben auf dem Alb-Pfinz-Plateau. 

Blick über Langensteinbach, Richtung Süden
Blick über Langensteinbach, Richtung Süden | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Karlsbad wurde im Zuge der Gemeindereform am 1. September 1971 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Ittersbach, Langensteinbach, Mutschelbach, Spielberg und Auerbach zusammengeführt. Der Name Karlsbad bezieht sich dabei aber nicht auf den bekannten böhmischen Ort, sondern auf ein 1719 in Langensteinbach errichtetes Fürstenbad. 

Unten das Rathaus Auerbach
Unten das Rathaus Auerbach | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Auerbach wurde erstmalig im Jahr 1278 erwähnt, doch die Ursprünge des Ortes reichen Ausgrabungen zufolge bis um 90 nach Christus zurück. Ursprünglich war der Ort im Besitz der Herren von Remchingen, anschließend im Besitz des Kloster Herrenalbs und wenig später im Besitz des Herzogs von Württembergs. 1603 tauschte dieser den Ort mit dem Markgrafen Ernst Friedrich von Baden-Durlach, weshalb er heute badisch ist und schlussendlich auch zu Karlsbad zählt. 

Evangelische Kirche Ittersbach
Evangelische Kirche Ittersbach | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Der Ortsteil Ittersbach gliedert sich in das belebte Dorf und ein ausgelagertes Industriegebiet, welche beide mit der S-Bahn zu erreichen sind. Ittersbach wurde im Jahr 1232 erstmalig erwähnt und im Jahr 1605 endgültig badisch, als es dem Amt Langensteinbach unterstellt wurde.

Rathaus Ittersbach rechts im Bild, links die Wendeschleiße der Straßenbahn S1/S11
Rathaus Ittersbach rechts im Bild, links die Wendeschleiße der Straßenbahn S1/S11 | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Die Industrieansiedlung im Jahr 1854 verbesserte die wirtschaftlichen Verhältnisse enorm, da seither der Ort nicht nur zum Wohnen, sondern auch zum Arbeiten dient. So schufen beispielsweise Kalksteinbrüche oder Ziegelbrennereien neue Arbeitsmöglichkeiten.

Blick über das Gewerbegebiet, nördlich von Langensteinbach
Blick über das Gewerbegebiet, nördlich von Langensteinbach | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Die Kapelle St.Barbara ist charakteristisch für den Ortsteil Langensteinbach und heute wie damals ein beliebtes Ziel zum Spazieren und Wandern. Die Geschichte des Ortes reicht bis ins Jahr 1197 zurück und war damals als Fürstenbad bekannt.

Ludwigskirche Langensteinbach am Kreisel in Langensteinbach
Ludwigskirche Langensteinbach am Kreisel in Langensteinbach | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Im Jahr 1719 errichtete der Markgraf Karl Wilhelm von Baden - zeitgleich auch der Stadtgründer von Karlsruhe - unterhalb der St. Barbara-Kapelle ein Badegebäude, welches dem Fürstenhaus als Sommerresidenz diente. Besichtigen oder gar selbst besuchen kann man das Bad allerdings heute nicht mehr: 1840 versiegten die Quellen, die das Bad gespeist hatten, der Badebetrieb wurde daraufhin eingestellt, das Gebäude selbst abgerissen.

Blick über Mutschelbach, Richtung Norden
Blick über Mutschelbach, Richtung Norden | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

"Baden trifft Württemberg" war lange Zeit in Mutschelbach das Motto, denn der Ort war ursprünglich geteilt. Durch die Mitte des Ortes verlief damals die baden-württembergische Landesgrenze und erst im 18. Jahrhundert gestattete man einzelnen württembergischen Bewohnern, auf badischem Gebiet zu wohnen. In Mutschelbach sticht auch noch heute der dörfliche Charakter und eine lebendige Dorfgemeinschaft heraus.

Blick entlang der Lange Straße in Ittersbach, Nach Osten.
Blick entlang der Lange Straße in Ittersbach, Nach Osten. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Natur pur und unzählige Wege zum Wandern und Spazieren gibt es in Spielberg. Der Ort wurde erstmalig im Jahr 1281 erwähnt und war zunächst ebersteinisch, herrenalbisch und 1605 - dank eines Tausches - badisch.

Blick über die Spielberger Straße, in Langensteinbach nach Süden.
Blick über die Spielberger Straße, in Langensteinbach nach Süden. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Bei der Tausch-Aktion wurde ehemaliges herrenalbisches Klostergebiet badisch, sodass die Württemberger zum Ausgleich anderes Herrenalber Klostergebiet erhielten. Auf 660 Hektar Gemarkung leben mittlerweile nicht nur viele Menschen, auch die Natur ist ein großer Schwerpunkt im Ort, denn fast die Hälfte der Fläche besteht aus Wald. 

Mehr luftige Ausblicke über Karlsbad gibt es in der Galerie:

Die Aufnahmen unseres Fotografen Tim Carmele stammen aus Mai 2021.

 

Mehr zum Thema
Karlsruhe von oben: Wildparkstadion, Rheinbrücke, Hauptbahnhof und Co.: Luftige Ausblicke auf die Fächerstadt und die Region, wie Sie sie garantiert noch nie gesehen haben, finden Sie hier in unserem Dossier.
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  •   Ringo.Ginsterburg
    (159 Beiträge)

    17.05.2021 13:20 Uhr
    Ich liebte ein Mädchen in Ittersbach,
    die wurde im Sturm 'nes Gewitters schwach.

    Ich mag diese Artikelreihe sehr, aber ich finde, dass sich Fotograf und Texterin besser abstimmen sollten, und zwar bevor die Fotos überhaupt gemacht werden. Allzu oft kommt es vor, dass Gebäude, Landmarken oder Bereiche, die im Text erwähnt werden, sich in den Fotos gar nicht wiederfinden, hier etwa die Ruine St. Barbara bei Langensteinbach und das Industriegebiet von Ittersbach.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12789 Beiträge)

    16.05.2021 08:55 Uhr
    o.m.g. ! welch eine Grammatik !?!
    "im Besitz des Herzoges von Württembergs. 1603 tauschte dieser den Ort an den Markgrafen Ernst Friedrich von Baden-Durlach"

    dahier sind 2 dicke Fehler anzumerken:

    1. der Genitiv im ersten Satz sollte "des Herzogs von Württemberg" lauten
    2. im zweiten Satz wäre es korrekt, nicht "an den Markgrafen", sondern "mit dem Markgrafen" zu schreiben.

    Bitte auch am Wochenende zuerst jemanden Korrrekturlesen lassen, dann erst veröffentlichen!

    Und: "die baden-württembergische Landesgrenze" gab es nie, sondern eine "die badisch-württembergische Landesgrenze".
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