12  

Karlsruhe Karlsruhe von oben: Spektakuläre Ausblicke über Oberreut - eine Bilderstrecke

Keine Lust mehr aus dem Fenster zu schauen oder an den immer gleichen Ecken des eigenen Quartiers satt gesehen? In der Sonntags-Reihe "Karlsruhe von oben" bieten wir neue Ausblicke auf die Stadtteile der Fächerstadt. Heute: Oberreut - ein polarisierender Stadtteil.

Oberreut entstand als sogenannte Trabantensiedlung auf ehemaliger Bulacher Germarkung. Grund für die schnelle Bebauung war die Sanierung der Karlsruher Altstadt. Mitte 1964 bezogen die ersten Bewohner preiswerte Wohnungen, welche die Volkswohnung GmbH in Form von vier- bis achtstöckigen Zeilenhäusern errichtete. 
Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Die ersten Bewohner hatten allerdings mit einem großen Problem zu kämpfen: Die damals noch unbefestigten Straßen und Wege versanken bei Regen regelmäßig im Schlamm. Das schreckte die Menschen allerdings nicht ab: Schon Ende der 1960er Jahre musste die Bebauung der Feldlage in Angriff genommen werden, da bis 1970 statt der ursprüng­lich geplanten 4.200 nun 5.700 Bewohner in Oberreut lebten - vorzugsweise kinderreiche Familien.

Die Wendeschleife in Oberreut
Die Wendeschleife in Oberreut | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

In diesem Rahmen erfolgte auch der Bau der Straßenbahnlinie, welche den Anschluss zum Karlsruher Stadtzentrum garantierte. Der Stadtteil breitete sich weiter aus und ein neues Viertel, mit Reihenhäusern, Wohnblöcken und Gemeinschaftseinrichtungen, entstand. Außerdem wurde auf die Ansiedlung von Gewerbe und Dienstleistern Wert gelegt. Heute zählt Oberreut auf 242 Hektar rund 9.600 Einwohner. 

Bild: Carmele/TMC-Fotografie

In Oberreut siedelten sich bereits früh Schulen, wie 1965 die Anne-Frank-Schule oder wenig später sie Sophie-Scholl-Realschule, an. Außerdem befindet sich seit 1992 in der Otto-Wels-Straße die Gewerbliche Akademie für Glas-, Fenster- und Fassadentechnik Karlsruhe.

Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Fast genauso lange, wie es den Stadtteil im Südwesten Karlsruhes schon gibt, kämpfen die Bewohner auch gegen das schlechte Image an, das Oberreut anhaftet: zu gefährlich, zu unsicher. "Wer den Tod nicht scheut, zieht nach Oberreut", heißt es im Volksmund. Dabei ist die Kriminalitätsrate hier sogar niedriger als in anderen Stadtteilen Karlsruhes. 

Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Eine neue Kampagne unter dem Motto "Wer sich des Lebens freut, zieht nach Oberreut" soll das schlechte Image des Stadtteils aufbessern. Das Leben dort ist nämlich nicht von Kriminalität und Missständen geprägt, sondern vielmehr von naturverbundener Gelassenheit. 

Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Denn: Oberreut liegt direkt am Hardtwald und ist trotz der großen Wohnsiedlungen von Natur durchzogen. Inmitten des Hardtwaldes gibt es die Ruine einer ehemaligen Turmhügelburg aus dem elften Jahrhundert zu erkunden. Das Grün ist für viele Menschen ein Ort zur Erholung und zum Ausgleich für einen stressigen Alltag. 

Mehr Bilder in der Galerie:

Die Aufnahmen unseres Fotografen Tim Carmele stammen aus Januar 2020.

Mehr zum Thema
Karlsruhe von oben: Wildparkstadion, Rheinbrücke, Hauptbahnhof und Co.: Luftige Ausblicke auf die Fächerstadt und die Region, wie Sie sie garantiert noch nie gesehen haben, finden Sie hier in unserem Dossier.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (12)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   FCKSUV
    (604 Beiträge)

    29.11.2020 10:25 Uhr
    Kein Bild der Waldlage?
    In vielen Beiträgen fällt auf, dass ka-news scheinbar keine ortskundigen Mitarbeiter hat. Lieber alteingesessene Karlsruher einstellen, die das Herz und die Seele dieser Stadt erfassen können, als Starbucks-Hipster, die "irgendwas mit Medien" studiert haben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (12080 Beiträge)

    29.11.2020 11:58 Uhr
    !
    Da ist wohl dem Tim sein Flieger an oder mit Vogelgrippe abgestürzt?
    Man beachte die Datumsangabe: Stadtteil zuvor noch aktuell November, Oberreut dagegen Januar!
    Also Archivaufnahmen und wer knippst schon freiwillig die Waldlage ... zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   freigeist
    (680 Beiträge)

    29.11.2020 09:43 Uhr
    "Wer den Tod nicht scheut, zieht nach Oberreut"
    dieser Satz hatte mehr mit der damaligen Waldstadt zu tun und hat sich eben auch gut auf Oberreut gereimt.
    Jedenfalls war bei den ersten Bebauungen noch daran gedacht worden ausreichend Abstand zwischen den Häusern zu halten und ebenso noch viel Grün stehen zu lassen.
    Bei der dann durchgezogenen neuen Bebauung hat man einfach einen Block neben den Anderen gesetzt,von Grün ist da wirklich nicht mehr viel übrig geblieben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   max
    (270 Beiträge)

    30.11.2020 14:21 Uhr
    Das waren Worte vom
    damaligen OB Sailer, welcher ja von Oberreut nicht weit weg wohnt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Reger
    (510 Beiträge)

    29.11.2020 14:53 Uhr
    Wirklich ?
    War der Spruch damals auf die Waldstadt gemünzt? War man damals dort seines Lebens nicht sicher? Erzählen Sie doch mal.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   freigeist
    (680 Beiträge)

    29.11.2020 17:30 Uhr
    Na ja,
    die Waldstadt ist etwas älter als Oberreut und rund um die Königsberger ging es in den 70/80er schon recht heftig zu.
    ich kenne den satz so,Wer den Tod nicht scheut,ziehrt in die Waldstadt oder Oberreut.
    So wie die Königsbergerstr in der Waldstadt bekannt gewesen ist war es eben in Oberreut die Otto-Wels Str.
    Vieles hat sich in der Zwischenzeit verändert,der Spruch ist aber eben noch den älteren Bürgern bekannt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Reger
    (510 Beiträge)

    29.11.2020 17:39 Uhr
    Recht heftig?
    Was verstehen Sie darunter? Mord und Totschlag, oder Diebstähle. Ich bin neugierig, weil ich noch nicht so lange hier bin.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   freigeist
    (680 Beiträge)

    29.11.2020 18:02 Uhr
    Also Schlägereien gab es dort schon öfter wie in anderen Stadtteilen.
    es konnte schon passieren wenn man als "Grünwinkler" nach Oberreut geradelt ist als Fussgänger wieder zurück gekommen ist. Als Alt-Grünwinkler gab es so einige Auseinandersetzungen mit den "Oberreutlern"..
    Es gab auch noch in der Heidenstückersiedlung die Edelbergstr. welche auch recht bekannt gewesen ist.
    Ich kenne die ganze Gegend noch als Kind,da war vieles,auch die Feldlage nichts anderes wie Felder,Äcker und Wiesen.
    Es muss nicht immer Mord und Totschlag sein.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Reger
    (510 Beiträge)

    29.11.2020 19:46 Uhr
    Sehr interessant
    so was kenne ich aus meiner Jugend in Koblenz. Da gab's Stadtteile in der Altstadt die waren verrufen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (12080 Beiträge)

    29.11.2020 12:27 Uhr
    !
    Die Feldlage heißt Feldlage weil da ein Feld lag. Mal den 1965er Stadtplan auswählen. Da standen also praktisch keine bewahrenswerten Bäume o.ä. Schmallen ist ja geblieben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.