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Karlsruhe Unfall am Weinweg: Karlsruher Ordnungsamt fordert schärfere Verkehrskontrollen

Nach dem tragischen Unfall am Weinweg am 25. September mit zwei Toten laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf Hochtouren. Während die Unfallverursacherin weiterhin zum Geschehen schweigt, wurden mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, bestätigt Staatsanwalt Rainer Bogs im Gespräch mit ka-news. Im Ordnungsamt der Stadt wird indes über Maßnahmen diskutiert, wie der Verkehr an der Unfallstelle besser überwacht werden kann - ein Geschwindigkeits- und Rotlichtblitzer könnte Abhilfe leisten.

"Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, die Fahrerin hat sich bisher aber noch nicht geäußert", so Bogs gegenüber ka-news. Der Staatsanwalt geht aber davon aus, dass die 34-Jährige demnächst mit ihrem Anwalt Akteneinsicht beantragen könnte. Am 25. September verursachte die Mercedes-Fahrerin am Karlsruher Weinweg eine folgenschweren Kollision, bei der zwei Menschen ums Leben kamen. Vermutlich zu schnell unterwegs überfuhr sie eine rote Ampel, krachte in ein anderes Auto - ihr Wagen wurde in eine Menschenmenge an der Haltestelle Weinweg geschleudert.

Nach Unfall am Weinweg: Ordnungsamt will reagieren

"Drei Gutachten wurden in der Zwischenzeit in Auftrag gegeben, die die Zeugenaussagen auch objektiv untermauern sollen", so Bogs weiter. Neben einem Gutachten über die Geschwindigkeit und dem technischen Zustands des Autos, werde der Signalplan der Ampelanlage am Weinweg ausgewertet. "Das dauert aber alles seine Zeit." Mit weiteren Ergebnissen rechnet der Staatsanwaltschaft frühestens in einigen Wochen. Und auch beim Ordnungsamt der Stadt Karlsruhe liegt das Thema "Weinweg" auf dem Schreibtisch. Dort wird derzeit über Maßnahmen diskutiert, wie der Verkehr an der "gut einsehbaren und sauber aufgestellten Kreuzung" am Weinweg besser überwacht werden könnte.

"Nach dem Unfall waren wir mit der Unfallkommission der Stadt Karlsruhe vor Ort um die Situation am Weinweg wiederholt zu begutachten", sagt Björn Weiße, der Leiter des Ordnungsamts, auf Anfrage von ka-news. "In den letzten drei Jahren gab es dort fünf Unfälle - alle wegen Missachtung des Rotlichts." Auch die zu hohen Geschwindigkeiten an der Stelle abseits der "Rush-Hour" bereiten dem Amtsleiter Sorgenfalten: "In der Nacht beispielsweise sind die Spitzenwerte erheblich zu hoch. Bei einer Messung wurde ein Fahrer mit 112 Kilometern pro Stunde registriert." Nun hat die Stadt reagiert: In unmittelbarer Kreuzungsnähe wurde ein Statistikgerät, ein sogenannter Seitenradar, angebracht.

Rotlichtverstöße in Karlsruhe nehmen zu

Dieser erfasst, beurteilt und misst durchgehend den Verkehr und die Geschwindigkeiten am Weinweg, so Weiße weiter. "Aufgrund der Datenbasis können wir dann sehen, was wir tun könnten." Eine Möglichkeit könnte ein kombinierter Rotlicht- und Geschwindigkeitsblitzer sein. Wegen der vielen Unfälle durch Rotlichtverstöße und den hohen Geschwindigkeiten biete sich hier eine feste Anlage an. "Diese Überlegungen gibt es für das Stadtgebiet schon länger, auch mit mobilen Geräten", so Weiße. "Würden sich die Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten, würde es keine unbedingte Not geben." Die Kreuzung sei gut einsehbar und sauber aufgestellt - zu verbessern gebe aus Sicht der Stadt nichts. Wenn da nicht die Verstöße wären: "Wir müssen uns überlegen, wie wir damit umgehen. Es wird auch wieder Präventionsmaßnahmen geben, aber die Kontrollen müssen intensiviert werden."

Im ganzen Stadtgebiet registriert das Ordnungsamt aktuell immer mehr Rotlichtverstöße. "Bei Radfahrern und Fußgängern beobachten wir das schon länger, aber nun folgen auch die Autofahrer", moniert Weiße. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis das auch auf diese Verkehrsteilnehmer überspringe. "Das ist eine Sorge, die sich auf das ganze Stadtgebiet verteilt. Oftmals verschätzen sich die Menschen im Verkehr." Die Folge: Unfälle.

Weiße plädiert daher für eine deutliche Anhebung der Strafen und Bußgelder im Straßenverkehr. "Das Ordnungsamt Karlsruher spricht sich schon seit Jahren dafür aus. Aktuell befinden wir uns noch immer auf dem Niveau von 1992." Spürbare Sanktionen müssten eingeführt werden, damit sich die Menschen wieder an die Verkehrsregeln halten. Zudem bemängelt der Leiter des Ordnungsamts, dass die Leute kein Verständnis für Geschwindigkeitskontrollen aufbringen und von einer Abzocke ausgehen. Weiße empfiehlt daher die Internetseiten der Stadt Karlsruhe, die über stationäre und mobile Kontrollen mit einer Begründung informieren. Damit erhofft sich die Stadt mehr Verständnis der Bürger.

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