Browserpush
1  

Karlsruhe Wir sagen Danke! Diese Karlsruher haben uns 2021 durch die Corona-Krise geleitet

Ein weiteres Jahr innerhalb der Corona-Pandemie zieht ins Land. Ein weiteres Jahr, in dem unser Alltag durch Testungen, Einschränkungen, Impfungen und Isolation bestimmt wurde. Doch trotz der zermürbenden, zäh dahinziehenden Monate gibt es eine Gruppe von Menschen, die mit intensivster Anstrengung versuchen, das Getriebe am Laufen zu halten. Allen voran: Pflegekräfte, Ärzte und das Gesundheitsamt. Aber auch Testzentrums-Mitarbeiter, Hilfsorganisationen, Supermarktmitarbeiter oder die Stadt Karlsruhe. Zum Jahresende wollen wir, die Redaktion ka-news.de, uns herzlich für ihren Einsatz bedanken!

Während das Gesundheitsamt seit Anbeginn der Pandemie versucht, die Kontaktnachverfolgung sicherzustellen, werden Ärzte und Pflegekräfte jeden Tag aufs Neue an ihre Grenzen gebracht, um die sich häufenden infizierten Personen bestmöglich zu versorgen. Medizinisches Personal, das im Akkord Impfungen durchführt. Supermärkten und Discountern, die mit Hamstereinkäufern kämpfen. 

Rundum versorgt - mit Toastbrot und zwei Großpackungen Klopapier.
Rundum versorgt - mit Toastbrot und zwei Großpackungen Klopapier. | Bild: Uli Deck/dpa

Bürgerbüros, die ungeduldige Kunden besänftigten oder auch die Stadt Karlsruhe, die die Bürger über ihre Corona-Informationsseite im Netz stets über Inzidenzen und die aktuellen Corona-Regeln auf dem Laufenden hält.  Ohne diese Menschen hätte die Fächerstadt während der Corona-Pandemie vermutlich ganz anders ausgesehen.

Darum sagt ka-news.de nun, am Ende des Jahres, "Danke!“ an  alle Mitarbeiter, Verantwortliche, Ehrenamtliche und Mithelfende, die auch im zweiten Corona-Jahr so tatkräftig angepackt haben.

"Ich versuche, die Tragödie auszublenden und Kraft zu tanken“ 

"Ich bin sehr froh, dass das Jahr 2021 vorüber geht. Das hätte keiner gebraucht", erklärt so etwa die Hausärztin Marianne Difflipp-Eppele aus Durlach. Als Corona-Pandemiebeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung agiert sie als Sprecherin für die niedergelassenen Ärzte in Karlsruhe. Diese haben inzwischen die Impfzentren abgelöst und agieren nun als Hauptprobanden bei den Corona-Impfungen.  

Marianne Difflipp-Eppele, Hausärztin in Durlach.
Marianne Difflipp-Eppele, Hausärztin in Durlach. | Bild: KLAUS EPPELE

Doch trotz all dem Stress sieht sich Difflipp-Eppele als "geborene Optimistin“, die mit Zuversicht ins neue Jahr blicken möchte. "Ich hoffe, dass die Politiker in Berlin mal Fachleute an der Basis befragen, anstatt teure Beratungsfirmen zu beauftragen. Medizinisch hoffe ich, dass die neue Omikron-Variante sehr, sehr gutartige Verläufe mit sich bringt und die Delta-Variante verdrängt. Dann würden unsere Kliniken und Praxen entlastet und die Mitarbeiter in allen Gesundheitsberufen könnten wieder ein wenig durchatmen“, so die Allgemeinmedizinerin im Gespräch mit ka-news.de.  

Durchatmen steht auch bei Difflipp-Eppele über Weihnachten an. Vermiesen lassen will sie sich das Weihnachtsfest von Corona jedenfalls nicht. "Ich freue mich riesig auf die Feiertage, weil ich zwischen Weihnachten und Neujahr die Praxis geschlossen habe. Ich werde versuchen, die Tragödie auszublenden und Kraft zu tanken.“ 

Intensivpfleger wünschen sich Beständigkeit 

Mindestens genauso kräftezehrend lief das Jahr 2021 auf den Covid-Stationen in Karlsruhes Maximalversorger-Krankenhaus, dem Städtischen Klinikum in der Moltkestraße, ab. Zwischen dem Umzug in das neue Haus M und den damit verbundenen Änderungen in der medizinischen Infrastruktur, haben Ärzte und Pflegekräfte noch immer mit einem nicht abbrechen wollenden Anstieg von Corona-Patienten zu kämpfen. Mit dem Ziel vor Augen, die infizierten Personen bestmöglich zu versorgen, erinnert die Arbeit auf der Intensivstation inzwischen doch sehr an die Bemühungen des Sisyphos.  

Die M0D Belegschaft auf der Corona-Intensivstation des Städtischen Klinikums
Die M0D Belegschaft auf der Corona-Intensivstation des Städtischen Klinikums | Bild: Markus Kümmerle/ Städtisches Klinikum

"Aus Pandemiesicht ist es sehr frustrierend, dass wir bereits in der vierten Welle stecken und nicht wirklich ein Ende in Sicht ist. Unser Land scheint unbelehrbar und hat politisch wie   gesellschaftlich den Sommer nicht genutzt, um die Pandemie einzudämmen. Von unserer Berufsgruppe wurde wie 2020 ein besonders hohes Maß an Flexibilität gefordert und wir vermissen beständige Regelungen", heißt es seitens der Belegschaft der Intensivstation M0D im Städtischen Klinikum gegenüber ka-news.de. Diese ist inzwischen zum dritten Mal zur reinen Corona-Intensivstation aufgerüstet worden.     

"Wertschätzung sieht anders aus" 

Umso mehr wünschen sich die Klinikmitarbeiter, dass sich im kommenden Jahr günstigere Arbeitsbedingungen entwickeln, die über das "Beifall-Klatschen" aus dem Jahr 2020 hinausgehen. "Leider konnten wir 21 Monate nach Pandemiebeginn keine nachhaltige Verbesserung in den Arbeitsbedingungen erzielen. Politische Entscheidungen, wie zum Beispiel die, bei einer Überlastung des Gesundheitssystems die Pflegepersonaluntergrenzen auszusetzen, stoßen auf völliges Unverständnis. Wertschätzung sieht anders aus", so die Belegschaft gegenüber ka-news.de. 

Der Eingangsbereich der Corona-Intensivstation im Haus M. | Bild: Markus Kümmerle, Städtisches Klinikum Karlsruhe

Doch trotz aller Wehmut will sich das Team der Covid-Intensivstation die Vorfreude auf die Feiertage nicht nehmen lassen - obwohl die Belegschaft in diesem Jahr die Feiertage wohl nicht gemeinsam mit ihren Familien verbringen kann. Stattdessen wollen sie die Zeit vor Heiligabend dazu nutzen, Zeit mit ihren Liebsten verbringen. 

"Alle Kollegen freuen sich natürlich auf die Feiertage. Die besinnliche Zeit lässt sich keiner nehmen. Alle befragten Kollegen werden Weihnachten arbeiten. Dies ist allerdings sehr akzeptiert, da jeder Pflegekraft bewusst ist, dass das Arbeiten an den Wochenenden, nachts und an Feiertagen dazu gehört. Jeder hat sich damit arrangiert und nutz die freien Stunden vor oder nach den Diensten an den Feiertagen mit Freunden und Familie", so die M0D-Station.    

Stadtverwaltung blickt verhalten, aber optimistisch ins neue Jahr

Auch die Stadt Karlsruhe hat in diesem Jahr wieder organisatorische Höchstleistungen vollbracht. Der Spagat zwischen Corona-Bekämpfung und Lebensqualität war nicht immer einfach. Denn wie Oberbürgermeister Frank Mentrup im Gespräch mit ka-news.de zugibt, soll vor allem die schlechte Kommunikation zwischen Land und Stadt für viele Enttäuschungen innerhalb der letzten zwölf Monate verantwortlich gewesen sein.

"Die Entscheidung, kostenlose Bürgertests abzuschaffen, war eher eine ökonomische und pädagogische Entscheidung und infektiologisch nicht sinnvoll. Auch die Kinder haben durch Schulschließungen und den Wegfall der sozialen Kontakte gelitten“, so Mentrup gegenüber ka-news.de.

In Impf- und Schnelltestzentren wurde und wird auf Hochtouren gearbeitet
In Impf- und Schnelltestzentren wurde und wird auf Hochtouren gearbeitet | Bild: Stadt Karlsruhe

Zuletzt hatte sich die Stadt noch massiv gegen das Aus des Christkindlesmarktes gewehrt, welcher erst unter 2G-Bedingungen öffnete, danach auf 2G Plus umstellte und schließlich komplett seine Pforten schließen musste. "Aus infektiologischer Sicht sei die Maßnahme nicht begründbar und das Agieren des Landes planlos“, kritisierte der Rathauschef den damaligen Beschluss.

"Alle waren durch Corona stark belastet“ Deutlich positiver spricht sich Mentrup hingegen über die Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsstab, den niedergelassenen Ärzten und den Mitarbeitern der Stadt aus. "Das Abwassermonitoring erlaubte einen ‚Blick in die Zukunft‘ und half bei den Vorbereitungen auf die steigenden Zahlen. Außerdem hatten wir eine gute Umsetzung der Impfkampagnen in den Karlsruher Impfzentren und über die mobilen Impfteams.“ In diesem Zusammenhang sei der Blick in das Jahr 2022 zwar "verhalten, aber auch optimistisch“ wie der Rathauschef betont.

OB Frank Mentrup bei der Fahrrad-Teststation in der Günther-Klotz-Anlage.
OB Frank Mentrup bei der Fahrrad-Teststation in der Günther-Klotz-Anlage. | Bild: Stadt Karlsruhe

Dasselbe gelte auch für die Mitarbeiter der Stadt Karlsruhe. "Alle waren durch Corona stark belastet, sowohl im beruflichen als auch privaten Bereich. Aber die städtischen Angestellten werden sich wie alle anderen Bürger, je nach persönlicher Situation mit den aktuellen Regelungen arrangieren und versuchen, die Feiertage nach Möglichkeit mit lieben Menschen zu verbringen.“

Mehr zum Thema
Der ka-news.de Jahresrückblick auf 2021: Der ka-news.de-Jahresrückblick auf das Jahr 2021 in Karlsruhe und der Region: Politik, KSC, Corona und vieles mehr. Was ist im vergangenen Jahr passiert, welche Themen haben die Fächerstadt bewegt? Die ka-news.de-Redaktion lässt das Jahr Revue passieren.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (1)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   myopinion
    (113 Beiträge)

    25.12.2021 07:13 Uhr
    also für mich
    hat die Verwaltung mehr als versagt. Für mich haben die Leute auf den Intensivstationen, die Krankenschwestern allgemein, die Altenpfleger, die Kindergärnerinnen und die vielen "secret hereos" die Krise gemanagt. Ohne all diese Menschen wäre es echt schlimm geworden. Ich danke Ihnen dafür. Die Politik???? Hat geklatscht und all diesen Leuten , sinnbildlich, in den Ar*** getreten und sie allein gelassen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen