Karlsruhe Aus Alt mach Neu: Die Wildpark-Baustelle im Jahresrückblick 2020

Der Karlsruher SC bekommt ein neues Fußballstadion. Der altehrwürdige Wildpark am Adenauerring wird abgerissen und unter Spielbetrieb neu gebaut. Entstehen soll eine moderne Fußballarena, die 34.000 Zuschauern Platz bietet. 2020 begann nach der "Winterpause" der eigentliche Neubau. Begonnen wurde auf der alten Gegengerade. Die neue Osttribüne wuchs von Woche zu Woche weiter in die Höhe. ka-news.de blickt auf das Jahr zurück.

Am 5. November 2018 fiel der Startschuss für den Neubau. Doch bevor neugebaut werden konnte, musste abgerissen werden. Zuerst ging es der Nordkurve an den Kragen, kurze Zeit später folgte die Gegentribüne. Schritt für Schritt wurden die alten Tribünen und Erdwälle abgetragen.  Bis am 9. Dezember 2019 der offizielle Spatenstich für den vollumfänglichen Neubau stattfand.

Seitdem hat sich sehr viel getan im weiten Rund. Die neue Osttribüne erstrahlt schon in voller Kraft und auch die Südtribüne machte große Fortschritte. Wir blicken Monat für Monat auf die Baustelle Wildparkstadion zurück.

Januar: Start ein Tag nach Drei-Könige

Neujahr ist etwas mehr als eine Woche her und der Drei-Königs-Tag war gestern. Doch der Totalunternehmer BAM Sports nimmt seine Arbeit wieder auf und im Wildpark rollen wieder die Bagger. Fokus liegt auf dem Baufeld der neuen Osttribüne.

Zahlreiche Fundamente wurden und werden betoniert. Später werden hier die Betonfertigteile der Tribüne montiert.
Zahlreiche Fundamente wurden und werden betoniert. Später werden hier die Betonfertigteile der Tribüne montiert. | Bild: Eibs Karlsruhe

Hier haben Ende des vergangenen Jahres Erd- und Fundamentarbeiten stattgefunden. Diese werden nun über den gesamten Monat fortgesetzt und fertiggestellt. Außerdem werden Leitungsarbeiten durchgeführt und Abwasserschächte gesetzt. 

Luftbildufnahme über der im Bau befindlichen Gegengeraden des Stadion. Erdarbeiten an den Fundamenten werden ausgeführt.
Luftbildaufnahme über der im Bau befindlichen Gegengeraden des Stadion. Erdarbeiten an den Fundamenten werden ausgeführt. | Bild: Tim Carmele

Um für die vorgefertigten Betonteile genug Platz zu haben, startet Mitte des Monats der Abriss der Kassenhäuschen für die Gästefans.

Februar: Erste Betonteile werden geliefert

Es wird schwer auf der Wildpark-Baustelle. Anfang des Monats werden die ersten Betonfertigteile für den unteren Rang der neuen Osttribüne angeliefert.

Mit Hilfe dieser Fertigteile entsteht die neue Osttribüne.
Mit Hilfe dieser Fertigteile entsteht die neue Osttribüne. |

Zeitgleich werden weitere Fundamentarbeiten durchgeführt. Die Aushubarbeiten für das Regenrückhaltebecken sind abgeschlossen. Jetzt soll das Becken erstellt werden. 

März: Hallo Unterrang

Die neue Osttribüne wächst rasant in die Höhe. Schon gegen Ende des Monats lässt sich deutlich eine Tribünenstruktur erkennen. Die ersten Stützen für den Oberrang sind ebenfalls montiert und bereit für zukünftige Aufgaben. Bis zur fertigen Tribüne ist es aber noch ein weiter Weg. 

Der Unterrang der neuen Osttribüne im März 2020.
Der Unterrang der neuen Osttribüne im März 2020. | Bild: Eibs Karlsruhe

Auch an der Erstellung des Regen­rück­hal­te­be­ckens wird in dieser Woche weiter­ge­ar­bei­tet. Die Beton­ar­bei­ten sind etwa zur Hälfte abgeschlos­sen. Nach Fertig­stel­lung des Beckens wird dort der neue Gästeparkplatz entstehen. 

Doch auch abseits des Baufortschritts werden Schlagzeilen gemacht. Anfang März wird bekannt, dass der Stadionbau zwischen 15 und 30 Millionen Euro teurer werden könnte als ursprünglich veranschlagt. Zunächst äußern sich weder die Stadt noch BAM Sports zu den Berichten. 

April: Dem Himmel entgegen

Im April werden auf der Wildpark-Baustelle trotz Corona rasante Fortschritte gemacht. Dass die Arbeiten trotz Pandemie fast ungestört und gut vorangehen lässt sich auch aus der Distanz gut beobachten. Die Osttribüne wächst nämlich deutlich.

Im Nordosten der neuen Tribüne ist der Baufortschritt am Besten zu erkennen.
Im Nordosten der neuen Tribüne ist der Baufortschritt am Besten zu erkennen. | Bild: Eibs Karlsruhe

Die Teile für den Oberrang werden nämlich angeliefert und verbaut, so wächst die Osttribüne rasant in die Höhe und ist schon aus einiger Distanz zum Stadion zu erkennen.

Der Oberrang fotografiert vom Unterrang aus. Am Rand der Tribüne: Die Stützen für die spätere Dach- und Außenkonstriktion.
Der Oberrang fotografiert vom Unterrang aus. Am Rand der Tribüne: Die Stützen für die spätere Dach- und Außenkonstriktion. | Bild: Eibs/Stadt Karlsruhe

Pro Woche werden drei Zahnbalken verbaut und dann mit den Feldern für die Sitzplätze gefüllt. Hinzu kommen die ersten Stützen für die Dach- und Außenkonstruktion. Diese werden am äußeren Ende der Tribüne montiert.

Mai: Die ersten Y-Stützen kommen

Die Arbeiten an der Osttribüne haben einen festen Rhythmus: Betonteile werden geliefert, abgeladen, eingehoben und montiert. Zahlreiche "Puzzleteile" werden so nach und nach zusammengesetzt. 

Bild: ka-Reporter

Ähnlich passiert es mit den Y-Stützen der Außenfassade. Aus je zwei Teilen bestehen diese und werden mit zwei Kränen in Position gebracht. Pro Teil ist dabei ein Sattel­schlep­per für den Transport nötig.

Aber es starten auch weniger spektakuläre Arbeiten. So werden unter der neuen Tribüne die neuen Sanitäranlagen für die künftigen Zuschauer gemauert und der Einlass am Nackten Mann wird dem Erdboden gleichgemacht. 

Die Ausmaße der neuen Tribüne lassen sich jetzt sehr gut erahnen.
Die Ausmaße der neuen Tribüne lassen sich jetzt sehr gut erahnen. | Bild: Eibs Karlsruhe

Unweit der neuen Arena auf dem Gelände des ehemaligen Amateurstadions befinden sich aktuell viele Baucontainer. Diese werden mit der Zeit weichen. Dann entsteht hier der neue Eingangsbereich der Gästefans.

Parallel zu den Arbeiten wird Ende des Monats bekannt, dass das neue Stadion teurer wird als zunächst geplant. Die eingeplanten 123 Millionen Euro könnten im "Worst Case" auf 143 Millionen Euro steigen. Die Gründe für die Kostensteigerung sind vielfältig. 

Juni: Die Arena bekommt ihr Dach

Mit Junibeginn werden vor dem Stadion die ersten Stahlteile für die Dachkonstruktion der Osttribüne angeliefert und vormontiert. Bis Ende des Monats werden dann erste Teile oberhalb der Tribüne montiert sein. Dabei werden zunächst tonnen­schwe­re Stahl­trä­ger an den entsprechenden Anker­punk­ten der Stützen befestigt und anschlie­ßend trans­pa­rente Dachteile eingesetzt.

Die provisorische Südtribüne ist nicht mehr und die Osttribüne bekommt ihr Dach. Zwischen den Balken für die Dachkonstruktionen sind die Y-Träger der Außenfassade erkennen.
Die provisorische Südtribüne ist nicht mehr und die Osttribüne bekommt ihr Dach. Zwischen den Balken für die Dachkonstruktionen sind die Y-Träger der Außenfassade erkennen. | Bild: Carmele|TMC Fotografie

Während das Dach vormontiert wird, läuft gleichzeitig auch das Einsetzen der Y-Stützen weiter. Diese werden bis Ende des Monats fast an der kompletten Tribüne errichtet sein. 

Da aufgrund der Corona-Krise keine Zuschauer mehr bei den Spielen des KSC erlaubt sind, kann mit dem Rückbau der provisorischen Südtribüne begonnen werden. Eine deutliche Verkürzung der Bauzeit hat das aber nicht zur Folge.

Während der Bau am Stadion weitergeht und der KSC im Kampf um den Klassenerhalt das Derby gegen den VfB Stuttgart gewinnt, sorgt eine kuriose ebay-Kleinanzeige für Schlagzeilen. Der Verein bietet seinen Fanshop- und Ticketcontainer zum Verkauf an.

Juli: An Kioske und Toiletten wird (natürlich) auch gedacht

Die Zweitliga-Saison ist beendet und der KSC konnte einen Last-Minute-Klassenerhalt feiern. 

Am Stadion laufen die Arbeiten derweil an vielen verschiedenen Ecken und Enden weiter. Während in luftiger Höhe das Dach der Osttribüne montiert wird, werden hinter der Tribüne die Treppenaufgänge, die auf den Boulevard unter der Tribüne führen, betoniert.

Der Boulevard unter der Osttribüne: Links entstehen die ersten Kioske, rechts Sanitärräume.
Der Boulevard unter der Osttribüne: Links entstehen die ersten Kioske, rechts Sanitärräume. | Bild: Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark

Allerdings sorgen Mitte des Monats fehlerhafte Stahlteile für einen Baustopp beim Dach. Dadurch verzögert sich die geplante Inbetriebnahme der Osttribüne. 

Außerdem laufen auch die Arbeiten an den Kiosken und Toiletten weiter. Hier werden gegen Ende des Monats die ersten Pissoirs und Toiletten geliefert. Für die Kioske finden Fundament und Maurerarbeiten statt.

Bild: Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark

Für die Südtribüne wird die Baugenehmigung erteilt. Jetzt kann mit den Erd- und Fundamentarbeiten begonnen werden.

August: Fliesen für Toiletten, Beton für Fundamente

Auch im August laufen die Arbeiten an vielen Stellen der Stadion-Baustelle parallel. An beziehungsweise unter der Osttribüne werden die Sanitärräume gefliest. Oberhalb der Tribüne laufen die Arbeiten an der Dachkonstruktion weiter.  Außerdem erfreulich: Die ersten Sitzschalen, welche Mitte des Monats geliefert wurden, werden auf der Osttribüne montiert. 

Blick von der Osttribüne auf die neuen Fundamente für die Südtribüne.
Blick von der Osttribüne auf die neuen Fundamente für die Südtribüne. | Bild: Lena Ratzel

Im Baufeld der Südtribüne werden die Fundamente für die 9.500 Menschen fassende Stehplatztribüne betoniert. Gleichzeitig werden Leitungsarbeiten durchgeführt. 

Ende des Monats ist unsere Redakteurin Lena Ratzel Gast auf der Stadion-Baustelle. Frank Nenninger und Werner Merkel geben einen detaillierten Einblick.

September: Sitze, Sitze, Sitze

Der September steht ganz im Zeichen der Sitzschalen. Diese werden nämlich auf der Osttribüne montiert, bis eine geschlossene Decke aus blauen und weißen Sitzen den Beton der Tribüne bedeckt. 

Das Dach der Osttribüne steht kurz vor der Fertigstellung.
Das Dach der Osttribüne steht kurz vor der Fertigstellung. | Bild: Eibs

Neben den Sitzen werden auch die letzten Dachteile montiert. Der Fortschritt am Stadion lässt sich besonders aus der Luft sehr gut erkennen. 

Im Inneren werden die Kioske mit ersten Arbeitsplatten ausgestattet und hinter der Osttribüne hat das provisorische VIP-Zelt Einzug gehalten.

Oktober: Die Südtribüne wächst

Während die Osttribüne kurz vor der Vollendung steht, verlagert sich das Geschehen mehr und mehr in Richtung Südtribüne. Hier werden baugleich zur Osttribüne die ersten Betonfertigteile angeliefert und direkt an die richtige Stelle eingehoben.

Blick auf die neuen Gegengerade, rechts werden die Fundamente und Pfeiler der neuen Kurve errichtet.
Blick auf die neuen Gegengerade, rechts werden die Fundamente und Pfeiler der neuen Kurve errichtet. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Auf diese Art und Weise wächst auch die neue Stehplatztribüne schnell in die Höhe. Mitte des Monas werden dann die Stützen für den Oberrang auf ihre Fundamente montiert. 

Die Osttribüne sieht sowohl von innen als auch von außen schon sehr nach moderner Fußballarena aus. Im Laufe des Monats werden die letzten Sitzschalen montiert, die provisorische Leitstelle für Rettungskräfte fertiggestellt und das Pflaster für den Boulevard gelegt. In den Kiosken wird die Einrichtung installiert und die Küchengeräte angeschlossen. 

Selber Standpunkt - andere Blickrichtung: Unter der Osttribüne sieht es schon sehr nach Stadion aus.
Selber Standpunkt - andere Blickrichtung: Unter der Osttribüne sieht es schon sehr nach Stadion aus. | Bild: Carsten Kitter

Auf dem Gelände des ehemaligen Gästeeingangs werden sich zukünftig die KSC-Fans über das Spiel unterhalten. Ihre neue Zugangsfläche wird hinter der Südtribüne neu geschaffen. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für den Abriss der Haupttribüne.

November: Mach's gut Stahlkoloss

27 Jahre lang prägte die Haupttribüne das Bild des Wildpark-Stadions. Damit wird bald Schluss sein, denn auch der Stahlkoloss wird im Zuge des Neubaus abgerissen. Am 12. November beginnt mit einem symbolischen Baggerbiss der Abriss im ehemaligen Block E4. Der Abriss soll bis Februar 2021 abgeschlossen sein.

Bild: Hammer Photographie

Während mit der Haupttribüne die Vergangenheit beginnt zu schwinden, erstrahlt nur wenige Meter weiter die Zukunft des neuen Wildparks. Die Südtribüne wächst unaufhörlich in die Höhe. Die gegenüberliegende provisorische Nordtribüne wirkt dagegen fast schon ein wenig mickrig.

Ein Einlass bei der Osttribüne. Hier wird später die Ticketkontrolle stattfinden.
Ein Einlass bei der Osttribüne. Hier wird später die Ticketkontrolle stattfinden. | Bild: Eibs

Gleichzeitig wird auch an der Osttribüne fleißig gewerkelt. Es werden mehr und mehr für den Fußball­be­trieb wichtige Anlagen eingebaut: An den Treppen­auf­gän­gen entstehen so derzeit die Verein­ze­lungs­an­la­gen. In den hier noch offenen Bereich werden die Drehkreuz­an­la­gen eingebaut. Zusätzlich stehen Maler- und Kabelarbeiten auf dem Programm. Dazu wird das Pflaster auf der Promenade weiter geschlossen.

Dezember: Kein Stillstand

Bis zu den Weihnachtsferien waren die Bauarbeiter noch fleißig. 

Die Haupttribüne ist weiter geschrumpft. Beide Seitenflügel sind abgerissen und der aus dem Abriss entstehende Schrott wurde abtransportiert.

Gleichzeitig wächst die Südtribüne weiter. Auf der Tribüne sind Handwerker mit Feinarbeiten wie dem Verschließen der Fugen beschäftigt, während hinter der Tribüne die ersten Y-Träger eingebaut werden.

Die neue Südtribüne.
Die neue Südtribüne. | Bild: Eibs

Die Osttribüne wirkt betriebsbereit. Hier werden die neuen Drehkreuze für die Ticketkontrolle eingebaut und auf der Tribüne ist sauber machen angesagt. Arbeiter beseitigen den letzten Schmutz der Bauarbeiten.

Ganz ruhig wird es zwischen den Jahren nicht sein auf Wildpark-Baustelle. Der Betrieb wird zwar runtergefahren, ganz still wird er aber nicht stehen. Denn es werden weiterhin Bauarbeiter auf der Baustelle unterwegs sein.

Bild: Hammer Photographie

2020 wurden auf der  KSC-Baustelle deutlich erkennbare Fortschritte gemacht. Während man Anfang des Jahres von der Haupttribüne aus noch den Hardtwald sehen konnte, erstrahlt dort jetzt eine imposante neue Tribüne in Blau und Weiß.

Zwar sind aktuell keine Zuschauer für Heimspiele des KSC zugelassen, doch die wartenden Fans können sich schon jetzt auf eine tolle Arena freuen. 

 

 

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