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Karlsruhe Karlsruhe und die Hallensituation: 2019 ist das Jahr der Weichenstellungen und das Jahr der Kostensteigerungen

Was haben die Europahalle, die Stadthalle und das Badische Staatstheater gemeinsam? Sie alle müssen saniert werden beziehungsweise die Arbeiten sind in vollem Gange. Lange war es aber ruhig um die drei Baustellen, doch in den letzten zwölf Monaten wurden einige Weichen für die Zukunft gestellt. ka-news.de blickt auf die Entwicklungen im Jahr 2019 zurück.

30 Millionen Euro für die Europahalle, 80 Millionen Euro für die Stadthalle und über 320 Millionen Euro für das Badische Staatstheater: Diese Beträge werden für die Sanierung und den Neubau der drei Gebäude fällig. Doch nicht nur Geld, sondern auch Zeit wird die Erneuerung der Bauwerke kosten. Während die Stadthalle bereits seit zweieinhalb Jahren eine Baustelle ist - ein Ende ist für 2021 geplant - sieht man beim Staatstheater noch nichts. Wenn dann aber mal angefangen wird zu Bauen, dann soll es zehn Jahre dauern und frühestens 2032 fertig sein. 

Europahalle

Im Sommer 2014 musste die Europahalle wegen mangelnder Brandschutzmaßnahmen dicht machen - maximal 200 Personen dürfen noch Veranstaltungen in der im Jahr 1983 eröffneten Halle besuchen. Seitdem beschäftigt das Thema die Karlsruher Stadträte. 

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Peter Eich

Im Jahr 2019 gab es ein Votum in Sachen Europahalle im Karlsruher Gemeinderat. Im März entschieden die Stadträte einstimmig, dass die Halle bis zum Jahr 2023 für rund 30 Millionen Euro saniert werden soll. Oberbürgermeister Frank Mentrup hält dieses Ziel für "ambitioniert aber machbar". 

Die über 35 Jahre alte Halle soll dann unter anderem mit neuem Brandschutz und Lüftungsanlagen ausgestattet werden. "Wir geben der Europahalle ihre ursprüngliche Funktion einer Sport- und vor allem Sportveranstaltungshalle wieder", hieß es im März aus dem Rathaus. Wenn alles glatt geht, könnte also bereits ab 2021 in der Europahalle saniert werden. 

Stadthalle

Seit Mitte 2017 steht die Stadthalle der Messe Karlsruhe nicht mehr zur Verfügung, geplant war es, die Sanierung des Veranstaltungsortes bis zum Ende dieses Jahres abzuschließen, erste Veranstaltungen für 2020 waren bereits gebucht. Schon im April 2019 war aber klar: Der Termin ist nicht zu halten! Nun sollen erst bis zum Ende des Jahres 2021 die Arbeiten beendet sein. Die Karlsruher Messe und Kongress GmbH (KMK) erhält Schadenersatz von der Stadt, da sie als Mieter der Halle diese nicht nutzen kann. 

(Archivbild)
(Archivbild) | Bild: Peter Eich

Apropos Kosten: Auch der finanzielle Rahmen konnte nicht eingehalten werden. Aus den ursprünglich eingeplanten 58 Millionen Euro sind nun rund 80 Millionen Euro geworden, die zur Sanierung der Stadthalle eingeplant werden müssen. Aber: Genaue Zahlen will man bei der Stadt nicht mehr nennen. 

"Solange wir keine neustrukturierte Gesamtplanung haben, können wir die Kosten nicht verifizieren", sagte Baubürgermeister Daniel Fluhrer im August gegenüber ka-news.de. "Aber 78 Millionen ist das Limit, das für uns noch zählt aber durch die Notsituation in der wir sind und das Einführen neuer Partner sind wir über diesen Preisrahmen logischerweise hinaus - denn die zusätzlichen Leistungen kosten zusätzlich Geld!"

Badisches Staatstheater

Die Sanierung, die die Karlsruher noch am längsten beschäftigen wird, ist die des Badischen Staatstheaters. Allerdings startet die eigentliche Sanierung des 44 Jahre alten Gebäudes wohl erst 2022. Dann sollen aber über zehn Jahre ins Land gehen, bis die Gerüste wieder abgebaut werden. Zudem sollen die Arbeiten über 320 Millionen Euro verschlingen - mindestens. Denn ein Kostendeckel ist nicht realistisch, denn die Kosten für die Sanierung und den Neubau des Staatstheaters tragen Stadt und Land gleichermaßen. 

Die hohen Kosten kommen nicht nur nur die Erneuerung des Bestandes zusammen, sondern auch durch einen Teilneubau. Unter anderem wird das Schauspielhaus neu gebaut, sowie Probebühnen an der Ostseite angebaut. Um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten wird auch ein neues provisorisches Entree gebaut, wenn es um die Sanierung des Großen Hauses geht, müssen die Zuschauer gar auf eine andere Spielstätte ausweichen. 

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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  •   malerdoerfler
    (6056 Beiträge)

    28.12.2019 20:34 Uhr
    Das Jahr der Kostensteigerungen........
    .....alles halb so schlimm - unsere Lokalpolitiker werden trotzdem im Amt bleiben und weiter machen.
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  •   dipfele
    (5809 Beiträge)

    30.12.2019 11:18 Uhr
    wie bisher....
    .... denn die Kostensteigerungen sind ja so urplötzlich vom Himmel gefallen. Wie wärs, wenn die Kaiserstrasse nicht umgebaut werden würde: 40 Mio gespart.
    Ansonsten wird bei den sozial Schwachen gespart. Die wehren sich nicht. Mit Prestigeprojekten können sich dann die Platzhirsche weiter brüsten.
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  •   motzmann
    (489 Beiträge)

    28.12.2019 16:26 Uhr
    DER KOSTENSTEIGERUNGEN
    UND NCHT "des"
    Gutes neue Jahr und bleibt gesund
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