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Karlsruhe Spatenstich und Schalwagen: Diese Fortschritte machte die Kombilösung 2017

Mit dem Spatenstich in der Kriegsstraße startete in diesem Jahr der zweite Teil der Karlsruher Kombilösung. Doch auch die Arbeiten am Straßenbahntunnel kamen in den vergangenen zwölf Monaten voran. Während die unterirdischen Haltestellen Gestalt annehmen, werden die oberirdischen Baustellen zurück gebaut. ka-news hat den Fortschritt im Jahr 2017 zusammengefasst.

Es hat sich einiges getan auf den Baustellen der Kombilösung: Viele Baufelder an der Oberfläche sind verschwunden, unterirdisch arbeiten die Bauarbeiter weiter am Tunnel-Ausbau. An zwei Haltestellen wird bereits am Innenausbau gearbeitet. Außerdem gab es im Frühjahr den Spartenstich zum zweiten Teilprojekt der Kombilösung: der Umbau der Kriegsstraße.

Im Zuge des Umbaus der Kriegsstraße musste Ende März die Fußgängerbrücke an der Ritterstraße weichen und wurde nach über vier Jahrzehnten abgerissen. Bei einer Vollsperrung der Kriegsstraße wurde die Brücke am Abend des 25. März in sechs Teile zerlegt und abtransportiert. Als Übergang sollen nach Fertigstellung der Kriegsstraße künftig Fußgängertrassen den Übergang des südlichen und nördlichen Teils der Ritterstraße ermöglichen.

Zweiter Bauabschnitt der Kombilösung läuft seit April

Seit April rollen zwischen der Rüppurrer- und Ritterstraße die Bagger, um alles für den Bau des rund 1,6 Kilometer langen Autotunnels vorzubereiten. Insgesamt hat die für den Bau zuständige Karlsruher Infrastrukturgesellschaft (Kasig) dafür neun Baufelder errichtet, die in den vergangenen Monaten für die Bebauung im kommenden Jahr vorbereitet werden. So wurden die Baufelder auf Kampfmittelreste untersucht und die Fußgängerunterführung in der Kreuzstraße zurück gebaut. 

Kaum ein öffentliches Bauprojekt ohne Schlagzeilen über Kostensteigerung: Auch die Kombilösung war davon 2017 nicht gefreit. Im Februar wurde bekannt dass die Gesamtbaukosten die Milliardengrenze überschritten haben und das der Eigenanteil der Stadt bei etwa 500 Millionen Euro liegt. Den Rest übernehmen der Bund und das Land Baden-Württemberg. Seit Baubeginn im Jahr 2010, als man von Gesamtbaukosten in Höhe von 500 Millionen Euro ausging, haben die Bauherren die Zahl immer wieder nach oben korrigieren müssen.

Durch die Bauarbeiten der Kombilösung prägen auch Zäune, Baufahrzeuge und Lärm seit mittlerweile sieben Jahren die Karlsruher Innenstadt. Die Kasig zahlte deshalb bisher über 11 Millionen Euro Entschädigung an die betroffenen Einzelhändler. Einem Elektromarkt und einer Cafe-Besitzerin waren die Entschädigungszahlungen zu wenig. Deshalb verklagten sie die Kasig im April auf eine höhere Schadensersatzsumme. Ohne Erfolg: Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim lehnte die Klage im April ab.

Schalwagen stellte letzte Tunnelröhre her  

Mit dem Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße wurde in diesem Jahr durch die Kasig der letzte Abschnitt gebaut. Dafür kam ein riesiger Schalwagen im Juni in die Fächerstadt. Auf insgesamt 17 Lastwagen wurde die Maschine nach Karlsruhe gebracht und dort zusammen gebaut. Der Schalwagen fuhr dann ab Juli auf Schienen bis Ende Oktober durch den Tunnel. Seine Aufgabe: In der ovalen Tunnelröhre platzierte er vorgefertigte Schalungen und brachte Beton in den Zwischenraum von Schalung und Wand. 

Mit einem kuriosen Vorschlag für den Baustellen-Hotspot Kriegsstraße sorgte die Kult-Fraktion des Karlsruher Gemeinderates im Juni diesen Jahres für Aufsehen. Laut Anfrage der Kult-Stadträte sollte die Kriegsstraße wegen ihres chaotisch wirkenden Erscheinungsbildes in Nach-Kriegsstraße umbenannt werden. In die Baustellen sollte ein Freizeitpark mit Abrissbirnen-Weitwurf und Hindernislauf integriert werden. Mit der nicht ganz ernst gemeinten Anfrage wollte die Kult nach eigener Aussage in erster Linie auf die zeitliche Verzögerung und die stetig steigenden Kosten der Kombilösung aufmerksam machen.

Im September verschafften sich Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup und Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann per Fahrrad einen Eindruck von den Tunnelarbeiten der Karlsruher Kombilösung. Auch ka-news war bei der etwas anderen Radtour mit dabei.

Oberirdische Baustellen zum Großteilen zurück gebaut

In der größten Haltestelle des künftigen U-Bahn Tunnels unter dem Marktplatz hat sich dieses Jahr einiges getan. Das dort entstandene Gleisdreieck gehörte zu den komplexesten Herausforderungen der Kombilösung. Inzwischen ist von der künftigen Haltestelle aus auch der Blick in die südliche Tunnelröhre möglich.

In den Haltestellen Kongresszentrum und Durlacher Tor konnte die Kasig den Rohbau fertigstellen, hier laufen bereits erste Innenausbau-Maßnahmen. Mit dem Fortschritt der Tunnelarbeiten konnten viele oberirdische Bauarbeiten abgeschlossen werden. Das gilt für die Durlacher Allee, im Bereich Lammstraße/Kaiserstraße, in der Karl-Friedrich-Straße zwischen Marktplatz und Rondellplatz, am Kaiserplatz und dem Mühlburger Tor sowie im südlichen Teil der Ettlinger Straße zwischen Augartenstraße und Baumeister-/Hermann-Billing-Straße. Insgesamt sind zeigt sich die Kasig zufrieden mit den Baufortschritten der vergangenen zwölf Monate. Die Bauherrin hält am Eröffnungsjahr 2021 fest und liegt nach eigener Einschätzung gut im Zeitplan. 

Alle Nachrichten rund um die Kombilösung finden Sie im ka-news-Dossier zum Thema.

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  •   chris
    (505 Beiträge)

    26.12.2017 20:08 Uhr
    DANK gilt OB FENRICH
    Überall nur KOTZBROCKEN, die alles schlecht reden. Ich bin Karlsruher mit Herz und Seele. Ich begrüße die KOMBILÖSUNG...sie wird KA in eine andere LIGA schießen. TOLL, toll, toll, was da sich alles tut...die Stadt blüht. UNSER STADTVATER OB Fenrich hat damals den Grundstein gelegt...einfach super und ja, ich bin stolz darauf Karlsruher zu sein. Nur diese ewigen Nörgler gehen mit auf die Nerven. WEITER SO KARLSRUHE!!!
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    (3305 Beiträge)

    27.12.2017 17:56 Uhr
    In eine
    andere Liga schiessen, der KSC hats ja bereits vorgemacht. Somit sind sie ihrer Zeit einfach voraus, das kapiert nur keiner. grinsen
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  •   xXJeskoXx
    (97 Beiträge)

    27.12.2017 10:39 Uhr
    ENDLICH
    Mal einer der meine Meimung teilt 👍👍👍👍 wo kann man hier ne Freundschaftsanfrage schicken 😆😆
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