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Karlsruhe Güterzug, Gully, Glied: Kuriose Blaulicht-Meldungen 2017

Ein Lkw auf dem Eis, geklaute Mini-Bagger, schwarze Schafe und zerstörte Blitzer - die Polizei wurde im Jahr 2017 zu einigen außergewöhnlichen Einsätzen gerufen. Die Karlsruher Ordnungshüter mussten dabei einigen nackten Tatsachen ins Auge blicken, Tieren hilfsbereit zur Rettung eilen und als "Postbeamte" einspringen.

Glück im Unglück hatte ein Lkw-Fahrer gleich zu Beginn des Jahres: Nach einem Unfall, landete er mit seinem tonnenschweren Gefährt auf der Eisfläche eines Sees bei Knittlingen. Und die Fläche hielt stand! Der Lkw musste von der Feuerwehr geborgen werden.

Geklaute Bagger und Diademe

Einmal umgedreht - und plötzlich ist das Arbeitsgerät verschwunden! Das erlebten Bauarbeiter im März in Karlsruhe. Diebe entwendeten einen auf einem Anhänger stehenden Mini-Bagger, obwohl zur gleichen Zeit noch Arbeiten auf der Baustellen in Durlach liefen.

Ähnlich kurios und Millionen schwer: Die Diebstähle im Badischen Landesmuseum, die zum Teil erst Wochen später bemerkt wurden: Sowohl ein Diadem als auch Elfenbein-Schnitzereien verschwanden im Mai spurlos. Die Folge: Jetzt sollen die Sicherheitsleitfäden für Museen im ganzen Land überarbeitet werden.  

Nackte Tatsachen

Mit nackten, männlichen Tatsachen sahen sich Polizeibeamten im Juli konfrontiert: Ein betrunkener Autofahrer präsentierte den Ordnungshütern zunächst seinen Führerschein - und im Anschluss sein nacktes Glied. Einer Festnahme konnte er sich damit nicht entziehen.

Im August sorgte das laute Liebesspiel eines Pärchen in Baden-Baden für Nachbarschafts-Unruhe: Ein Anwohner hatte versucht, die beiden durch lautes Zurufen zu unterbrechen. Dafür wurde ein Wassereimer über dem Nachbarn entleert. Als dann die Polizei am Ort des Geschehens eintraf, war dem Pärchen die Lust aber bereits vergangen und es herrschte Ruhe.

Kängurus, Küken und schwarze Schafe

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Das dachten sich wohl auch Kängurus, die sich eine Auszeit vom Tierpark in Bretten gönnten: Sie brachen einfach aus und sorgten für einen kuriosen "Fahndungsaufruf" der Polizei. Wie die Tiere aus dem Gehege entkommen konnten, war nicht klar.

Doch die Polizei ist nicht nur auf der Jagd nach Kriminellen: Im Mai bewiesen Beamte auch ein Herz für Tiere. Autofahrer meldeten eine Enten-Familie auf der Südtangente. Beim Eintreffen der Polizei waren alle acht Küken in einen Gully gefallen. Die Polizisten retteten die Tiere und brachte die gesamte Familie in einen Park in Sicherheit.

Zwei schwarze Schafe haben sich im September aus dem Staub gemacht und sind von Durlach nach Grünwettersbach gelaufen. Im Schlepptau: Zwölf weiße Schafe. Die Polizisten mussten sich hier als Schäfer beweisen und trieben die kleine Herde wieder in Richtung Weide, wo der kaputte Zaun notdürftig geflickt und der 'echte' Schäfer benachrichtigt wurde.

Blitz - und weg!

Nicht ganz so entspannt reagierten Unbekannte im zurückliegenden Jahr auf Geschwindigkeitsmessanlagen der Stadt Karlsruhe. Im September zerstörte ein Unbekannter den Blitzer in der Pulverhausstraße: Mit einem großen Hammer wurde so lange auf das Gerät eingeschlagen, dass nicht nur die Abdeckung, sondern auch die Blitzeinheit zerstört wurde.

Einen Schritt weiter als der Blitzer-Vandale im September gingen die Täter im Dezember in Durlach. Dort nahmen sie gleich die komplette mobile Anlage mit. Eine Suche im nähren Umkreis führte nicht zum Erfolg. Kurios: Der Mitarbeiter der Stadt war gerade dabei, das Gerät aufzubauen. Geblitzt hatte es noch nicht.

Von Taschen und Paketen

In Pforzheim betrat im September ein Mann den Polizeiposten und legte wortlos ein Paket auf den Tresen. Auf die Frage des Polizisten, was er damit machen sollte, antwortete der Mann: "Na, zurückschicken!". Des Rätsels Lösung: Bis 2001 in dem Gebäude statt der Polizeiwache eine Postfiliale. Jedenfalls musste der Mann unverrichteter Dinge wieder gehen - samt Paket.

Der Sog eines Güterzugs hat im November die Tasche eines Geschäftsmannes im Durmersheimer Bahnhof mitgerissen - mitsamt der Tickets für einen Flug am gleichen Tag. Doch die Bundespolizei sorgte für ein "Happy End" der Story: Sie fand die Tasche am Rand der Bahnstrecke und brachte sie zum Besitzer, der bereits am Karlsruher Hauptbahnhof wartete. Der Mann konnte seine Reise wie geplant antreten.

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  •   ALFPFIN
    (6253 Beiträge)

    20.12.2017 15:09 Uhr
    Das ist wirklich eine bestechende Logik.
    Und wenn dann tatsächlich eingebrochen wird, kann man sich richtig darüber freuen, es gibt ja keine Einbrüche, man hört ja auch nichts darüber und so ist das schon eine Besonderheit für den Wohnungsinhaber, wenn ein Einbrecher kommt, den es eigentlich gar nicht gibt. grinsen
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (983 Beiträge)

    20.12.2017 12:43 Uhr
    Die größten Kuriositäten
    werden natürlich nicht erwähnt.

    Wenn z.B. die Täter nach sehr schweren Straftaten als freie Bürger aus dem Präsidium nach Hause spazieren dürfen.
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  •   stefko
    (1955 Beiträge)

    20.12.2017 14:29 Uhr
    Konkete Beispiele bitte!
    kT
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  •   diwd
    (960 Beiträge)

    20.12.2017 14:55 Uhr
    Nicht nur ka-news und taz lesen!
    .
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  •   VielVorNixDahinter
    (162 Beiträge)

    20.12.2017 10:54 Uhr
    Interessanter
    wäre eine Liste mit den Einbrüchen, Überfällen, Randale etc., verbunden mit dem Ort (Radius 100 m reicht), wo sie stattgefunden haben.

    Aber das gibt dann wahrscheinlich Ärger mit den Allesrichtigmachern. Denn dann würden womöglich da und dort Pappscheiben der potemkinschen Dörfer umfallen und ein Schelm, wer da auf irgendwelche Nachlässigkeiten oder Schönfärberei schließen würde.
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  •   Mondgesicht
    (1898 Beiträge)

    20.12.2017 11:06 Uhr
    Eine solche Statistik
    ist entbehrlich. Schließlich ist Karlsruhe sicher und alles Gegenteilige nur ein subjektives Unsicherheitsgefühl der dummen, unmündigen Bürger. grinsen

    Neulich habe ich gelesen, dass eine Professorin auf einer Veranstaltung der Grünen gesagt habe, man solle nicht mehr über Einbrüche berichten - denn wenn nicht über Einbrüche berichtet wird, dann hätte auch keiner Angst, dass bei ihm eingebrochen werden könnte. Bestechende Logik!
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